Debatte um die „Taläcker“ in Kösingen

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Kösingen von oben. Das Areal der ehemaligen Sargfabrik wird zum Neubaugebiet. Der Vorentwurf der Planung sieht aktuell bis zu zwölf Einfamilien- und Doppelhäuser vor.
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Der Neresheimer Gemeinderat befasst sich mit dem Neubaugebiet auf dem Areal der ehemaligen Sargfabrik. Was es zu diskutieren gibt und was dort ab kommendem Jahr entstehen kann.

Neresheim

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist bekanntlich angespannt. Auch in Neresheim fehlt Wohnraum. Deshalb soll im Neresheimer Ortsteil Kösingen auf dem ehemaligen Areal der Sargfabrik ein Neubaugebiet entstehen. Was künftig dort das 1,3 Hektar große „Dörfliche Wohngebiet“ auszeichnet, erläuterte im Gemeinderat Birgit Geiß vom Ellwanger Planungsbüro Stadtland-Ingenieure. Der Vorentwurf muss allerdings nachgebessert werden. Weshalb sich damit alles um einen Monat verschiebt. Auslöser dafür sind die Grundstücksgrößen.

Doch der Reihe nach. Auf dem 1,3-Hektar-Areal sind Einzel- und Doppelhäuser geplant. Die Grundstücke dazu sind durchschnittlich 500 Quadratmeter groß. Zwei Grundstücke mit 1000 Quadratmetern weichen bereits davon ab. Ein Wunsch von Ortsvorsteher Dirk Hoesch. Jetzt soll – wenn es nach ihm geht – ein weiteres dazukommen. „Wir brauchen drei Grundstücke in dieser Größe, dafür haben wir die Nachfrage“, versicherte Kösingens Ortsvorsteher. Damit begann die Debatte.

Carmen Stumpf hinterfragte, ob man tatsächlich „so große Bauplätze für Einfamilienhäuser benötige. „Wir sollten lieber verdichteter bauen und  auch Mehrfamilienhäuser realisieren“, sagt die Grünen-Stadträtin. Und auch Bürgermeister Thomas Häfele argumentierte in diese Richtung. Es gelte in Anbetracht der Knappheit, möglichst viel Wohnraum zu schaffen. „Ich kann schon nachvollziehen, dass im ländlichen Bereich größere Grundstücke gewünscht sind.“ Allerdings brauche man für die Genehmigung eines Neubaugebiets pro Hektar Fläche neuen Wohnraum für 45 Personen.

Ein Monat Verzögerung

Der Schultes schlug vor, im Ortschaftsrat das Ansinnen zu diskutieren und das Votum der Ortschaftsräte abzuwarten. „Das ist dann stimmig“, betonte Häfele und merkte an, dass der Gemeinderat dann im Oktober darüber befinden könne. Zu den Fachämtern gehe der Vorentwurf des Bebauungsplans dann mit einem Monat Verzögerung.

Ein „Dörfliches Wohngebiet“

Birgit Geiß erläuterte eingangs die Details des städteplanerischen Entwurfs und sprach von einem „Dörflichen Wohngebiet“. „Dörflich“ bedeutet, neben Wohngebäuden seien auch landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe und nichtstörendes Gewerbe sowie Beherbergungsbetriebe zulässig. Das Areal kennzeichne ein Wendehammer mit Stellplätzen im Zentrum.

Im Neubaugebiet sei, so die Stadtplanerin ein Spielplatz vorgesehen. Eine bestehende Gartenanlage bleibe erhalten, informierte Geiß die Gemeinderäte.

Was zählt

Jeder Quadratmeter zählt – diese Devise findet auch im Neubaugebiet Eingang. Die Planung verzichtet auf einen separaten Gehweg entlang der Straße. „Die Fläche können wir den Grundstücken zuschlagen.“

Regenwasser und Zisterne

Auf dem Areal der ehemaligen Sargfabrik wird die Entwässerung über einen Misch- und Regenwasserkanal geregelt. Zudem muss, so Geiß, jedes Grundstück mit einer Zisterne ausgerüstet sein oder alternativ die Entwässerung über eine Versickerung regeln.

In puncto Dachformen sagte Geiß, dass alle zulässig seien. Allerdings müssten Flachdächer mindestens zu 75 Prozent begrünt sein.

Gut zu wissen

Ein „Dörfliches Wohngebiet“ dient dem Wohnen sowie der Unterbringung von Land- und forstwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen und nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben. Im Vergleich zum Mischgebiet sind die Hauptnutzungen Wohnen und Gewerbe nicht gleichwertig.

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