Die Schättere als Besuchermagnet

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Über 700 Fahrgäste transportierte die Museumsbahn an Christi Himmelfahrt über das Härtsfeld. Foto: pe
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Wie beim „Tag der offenen Lokschuppentür“ in Neresheim so manche Erinnerung wieder auflebt und was die Gäste alles erleben.

Neresheim

Fabian, Moritz und Erik sind mit ihren Eltern da. Klettern auf der Lok 11 herum. Eisenbahnvergangenheit zum Anfassen. Das und noch vieles mehr gab's am Himmelfahrtstag beim „Tag der offenen Lokschuppentür“ in Neresheim auf dem alten Bahnhofsgelände. Das Fest des Vereins der Härtsfeld-Museumsbahn war ein echter Besuchermagnet, hätte nicht besser laufen können: Für viele hundert Besucher war der offene Lokschuppen Ausflugsziel, über 700 genossen eine Fahrt mit der Härtsfeld-Museumsbahn.

Denn selbstverständlich pendelte die Schättere neun Stunden lang zwischen Neresheim und dem neuen Bahnhof Katzenstein am Härtsfeldsee, mit zusätzlichen Wagen. Transportierte Familien, Eisenbahnfans und Wanderer. Vor und im Lokschuppen, wo sonst die Museumsbahner an Triebwagen und Lok werkeln, sind Tische und Bänke aufgestellt, es gibt Bratwurst und Schokokuchen, Waggons und Fachwerkhäuschen in Miniaturausgabe für die Eisenbahnwelt in Klein der Modelleisenbahnfreude.

Jürgen Herold von der Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn erzählt an einem Stand von „seiner“ Museumsbahn in Sachsen nahe der tschechischen Grenze. Daneben zeigt Johannes Keller-Harmsen den T 33 in Klein. Der Kleinserienhersteller hat in „Mini“ nachgebaut, was zwischen 1963 und 1972 übers Härtsfeld fuhr.

Vereinsarchivar Jürgen Ranger steht am Bücherstand und wird alle Nase lang gefragt: „Wann fahrt Ihr nach Dischingen?“ „Es ist schon erstaunlich, wie klar das für die Leute ist, dass das sein muss, dass wir die Strecke bis dort weiterbauen“, sagt Ranger.

Kollege Gerald Stempel steht in voller Bahnermontur neben der „Jumbo“, der fast 70-jährigen Diesellok. Eben hat er ein paar Familien erklärt, warum die „Jumbo“ als Krokodil bezeichnet wird.

Und warum sie ganz schön gelenkig ist, fachsimpelt Stempel dann mit Eisenbahnfan Jürgen Burckhardt (70). Der kann sich noch gut erinnern, wie das früher war. Mit der Schättere hoch aufs Härtsfeld, dann durch die Wälder bei Ebnat wandern. Oder die Ski unter dem Arm, mit der Bahn bis Glashütte und dann auf Skiern zurück nach Aalen.

Was die gute Nachricht ist

Auch wie das bei der letzten Fahrt der Schättere im Oktober 1972 war, weiß er noch. „Damals war der Bahnsteig in Aalen schwarz vor Leuten. So viele wollten noch mal mitfahren.“ Die Bahn sei damals systematisch kaputtgemacht worden, ärgert er sich noch heute über die entsprechenden politischen Entscheidungen. „Und dann haben sie auch noch gleich die Gleise rausgerissen“, ergänzt ein anderer. Die gute Nachricht kommt von Gerald Stempel, der grinst: „Manchmal gibt es dann halt ein paar so Verrückte, die das Ganze wieder aufbauen.“

So eine Modelleisenbahn für zuhause, das wär was. Im leergeräumten Lokschuppen, eigentlich der Werkstatt des Vereins, gab's an Christi Himmelfahrt nicht nur leckere Ausflugsverpflegung, sondern auch manches, was Eisenbahnfans und Modellbahnfreude interessiert.
Eisenbahnvergangenheit zum Anfassen: Diese Möglichkeit nutzten sehr gut besuchten "Tag der offenen Lokschuppentür" besonders die vielen Familien gerne.
Mitglied Gerald Stempel hatte viel zu erzählen über die Geschichte der Härtsfeld-Museumsbahn, Loks und Triebwagen und die aktuellen Projekte des Vereins.
Über 700 Fahrgäste transportierte die Museumsbahn an Christi Himmelfahrt über das Härtsfeld.
Über 700 Fahrgäste transportierte die Härtsfeld-Museumsbahn an Christi Himmelfahrt über das Härtsfeld.
Mitglied Gerald Stempel hatte viel zu erzählen über die Geschichte der Härtsfeld-Museumsbahn, Loks und Triebwagen und die aktuellen Projekte des Vereins.

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