Die Schättere im Kleinformat

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Blick in den Schättere-Bahnhof in Dischingen: Hier gab's früher die Fahrkarten zu kaufen.

Nostalgie pur: Beim Tag des offenen Museums feiern die Härtsfeld-Museumbahner im Bahnhof Dischingen eine kleine Weltpremiere.

Neresheim/Dischingen

Alles Handarbeit, alles originalgetreu", ist Dr. Walter Gekeler, Pressesprecher der Härtsfeld-Museumsbahn begeistert und zeigt mit der Pinzette auf die Kupplungen, Puffer und Radsätze des von ihm gebauten Wagens. Dann zieht er an kleinen Lederriemchen "wie in echt" die Fenster auf und zu.

Bei so viel Begeisterung geht dem Besucher das Herz auf. Neben ihm steht Dieter Schiede, ebenfalls ein versierter Modellbauer. Von ihm stammen ebenfalls Wagen und Loks auf der Anlage im Dischinger Bahnhof.

Doch ein echter Star stiehlt ihren Modellen gerade ein wenig die Show: Andreas Krug von der Firma KM 1 aus Lauingen hat ein täuschend echt aussehendes Modell der alten Lok 12 gebaut und setzt es auf die Gleise. Seine Firma ist zwar normalerweise spezialisiert auf die Spur 1. Doch seit diesem Jahr auch in der Baugröße IIm, das heißt, im Maßstab 1:22,5 engagiert – auf dem Spezialgebiet der Museumsmodellbahner also. Schnell ist die Begeisterung groß und gefachsimpelt wird an diesem Tag praktisch überall.

"Wir fangen mit den Vorbereitungen für den Tag des offenen Museums Freitagmittag an", erläutern die Museumsbahner die Vorbereitungen. Sie stellen Bierbänke für die nichtstationäre Großanlage auf; justieren diese genau. Am Samstag werden die Modellgleise verlegt, eine erste Probefahrt unternommen und dann "ein wenig gespielt".

Das war heute Weltpremiere in unserem Lieblingsbahnhof.

Werner Kuhn Vereinsvorsitzender

Am Sonntag dann ist der Bahnhof – wie eigentlich immer – Anziehungspunkt für Modelleisenbahner und "richtige" Eisenbahnfans. Die kommen von praktisch überall her. Wer wollte, konnte sich stilecht mit dem Oldtimerbus von der aktuellen Endstation der "Schättere" an der Sägmühle bis nach Dischingen und auch wieder zurückbringen lassen. Denn die Museumsbahner hatten am Sonntag auch einen regulären Fahrtag.

"Das war heute Weltpremiere in unserem Lieblingsbahnhof", sagt Werner Kuhn, Vorsitzender des Museumsbahnvereins. Dabei deutet er auf einen schmalen Grünstreifen an der Bahnsteigseite des Gebäudes und lacht: "Hier kommen einmal die Gleise hin". Der Traum lebt also: Bis Härtsfeldsee/Katzenstein sind die Museumsbahner ja schon. Weiter bis Dischingen sind es dann "nur" noch 2,5 Kilometer. Glück auf!

Tag des offenen Museums beim Bahnhof in Dischingen: Den Gästen wird ein Profi-Modell der Lok 12 vorgestellt.
Andreas Krug (l.) von der Firma KM 1 aus Lauingen stellte ein täuschend echtes Profi-Modell der Lok 12 vor. Begeistert sind (v. l.) Werner Kuhn, der Vorsitzende des Museumsbahnvereins und die versierten Modellbauer Dr. Walter Gekeler und Dieter Schiede, die in vollständiger Handarbeit unter anderem die Wagen originalgetreu nachgebaut haben.

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