DJ Ötzi ganz persönlich - auch in Neresheim

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DJ Ötzi gastiert am Freitag, 17. Juni in Neresheim.
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Was DJ Ötzi über sich und sein Programm am Freitag, 17. Juni, auf dem Marienplatz in Neresheim erzählt.


Neresheim. Das Sommer-Open-Air auf dem Neresheimer Marienplatz hat Tradition. Nationale und internationale Stars präsentieren im Frühsommer ihre Hits. Zwei Jahre Durststrecke mussten die Fans wegen der Corona-Pandemie „ertragen“. Jetzt ist es wieder soweit. Am Freitag, 17. Juni, steht DJ Ötzi  auf der Bühne im Neresheimer Stadtzentrum. Was die Besucher erwartet, darüber und über mehr sprach Redakteurin Ulrike Schneider mit Gerry Friedle alias DJ Ötzi.

Ihr Konzert in Neresheim war für Sommer 2020 geplant – Corona kam dazwischen. Wie hat Sie die Pandemie geprägt?

DJ Ötzi: Die Zeit der Pandemie ist für mich persönlich einerseits ein Verlust, andererseits aber auch ein Gewinn. Ich habe in diesen beiden Jahren ein Album gemacht und ein Buch geschrieben. Zudem bereite ich mich unter anderem auf eine Tournee vor. Aber es ist auch äußerst schade, dass ich meine Fans nicht habe treffen können. Jetzt freue ich mich, dass ich Konzerttermine – wie den in Neresheim – endlich nachholen kann. Da kann ich mit meiner Band zeigen, was wir draufhaben. Insgesamt habe ich die Zeit genutzt.

Ihre jüngste CD trägt den Titel „Sei du selbst – Party 2.0“. Sie bezeichnen die CD als „das persönlichste Album ever“ – was bedeutet das konkret?

Es bedeutet, dass man nicht nur das macht, was die Fans von einem erwarten, sondern mehr. Ich sag‘ immer, ich geb‘ ein Zuckerl dazu . In dem Fall habe ich mich mit meiner Musik mehr geöffnet als je zuvor. Ich habe noch mehr von meinen Gedanken und Gefühlen einfließen lassen. Nicht nur DJ Ötzi, sondern vor allem auch Gerry Friedle. Das zeigt den Gerry auch ein wenig melancholisch – aber im positiven Sinn. Gerade in der Zeit, in der wir jetzt sind, wenn du da nicht bei dir bist, dann ist das schwierig.

Das heißt, Sie haben ihre Vergangenheit aufgearbeitet?

Ja, es geht darum, seine Vergangenheit zu reflektieren. Seinen Rucksack leichter zu machen. „Sei du selbst“ hat damit zu tun, dass du dich mit dir selbst auseinandersetzt und mit manchen Sachen Frieden schließt. Deswegen geht es dir dann besser, trotz all dem, was momentan auf uns lastet. 

Welche Rolle spielt dabei Ihre Musik? 

Wenn die Leute zu meinem Konzert kommen, können sie abschalten, können eine gute Zeit haben. Diese zwei Stunden, die ich mit meiner Band da bin, können sie loslassen und genießen.

Welches ist Ihr Lieblingstitel auf der CD – und warum?

„Der Moment“ ist schon der, der sehr vieles beinhaltet, was jetzt gerade passiert. Da heißt es ja auch „du, ich, wir, wir sind eins“. Ich bin ein weltoffener Mensch und versuche es so zu sehen, dass keiner mehr oder weniger ist. Dass wir alle Menschen sind. Das Lied ist für mich sehr wichtig und verbindend.

Kennen Sie Neresheim?

Ich weiß nur, dass Neresheim in der Nähe von Stuttgart ist. Und in Stuttgart und ganz Baden Württemberg leben viele, die sehr gerne mögen, was ich mach. Der SWR ist so eine Art Haussender. Das einzig Unfreundliche da sind die Radarfallen (lacht). Aber ich fahre eh sehr diszipliniert.

Sie kennen große Kulissen – was schätzen Sie an Auftritten in Städten wie in Neresheim? 

Ich mache keinen Unterschied zwischen großen und kleinen Bühnen. Ich finde es wichtig, dass mein Publikum sich gut unterhält. Schön daran ist, den Fans so besonders nahe zu sein.

Was bedeutet es für Sie, auf der Bühne zu stehen?

Das ist meine Passion, das ist mein Leben.

Die weiße Mütze ist Ihr Markenzeichen – wer hat die gestrickt?

Früher hat die Mütze meine inzwischen verstorbene Oma gestrickt. Mittlerweile macht das Heike Harms, die ich zufällig bei einer Veranstaltung kennengelernt habe. Die macht das toll.

Wie viele gibt es davon?

Mittlerweile habe ich so an die 200 Mützen. Momentan gibt es aber ein kleines Problem: Vor lauter Freude werfe ich nach dem Konzert, nach der Verbeugung die Haube ins Publikum. Ich möchte, dass die Menschen eine Erinnerung haben. Das sollte ich nicht all zu oft machen, sonst habe ich bald keine mehr.

Und warum tragen Sie auch sonst weiß?

Weiß ist für mich eine klare, offene Farbe, die ich liebe. Ich habe beispielsweise seit 18 Jahren immer ein weißes Auto.

Singen Sie unter der Dusche?

Manchmal. Singen und Tanzen macht glücklich, sagt meine Frau. Ich mache oft Stimmübungen in der Dusche.

Sind Sie vor Ihren Auftritten auch heute noch aufgeregt?

Ich bin immer noch aufgeregt. Das ist furchtbar. Aber wenn man es nicht ist, ist man abgestumpft. Es stresst mich, aber es ist andererseits gut.

Wie sieht Ihr Programm in Neresheim aus?

Das Publikum soll sich auf das freuen, was es erwartet und auf noch ein bisschen dazu. Ich freue mich, weil ich mit meiner Band dort auftrete. 

Sie werden also Ihre „Top-Hits“ singen?

Sicherlich alle! Den „Anton“, den „Stern“, „Geboren, um zu leben“ – einfach alle großen Hits. Aber natürlich auch Songs vom neuen Album. Ich will, dass das Publikum einfach eine geile Zeit hat, dass es tanzen und mitsingen kann. Das hat es sich verdient.


Info: Die Karten für die Schlagerparty am Freitag, 17. Juni, auf dem Marienplatz in Neresheim  kosten im VVK: 34,50 Euro; AK: 39,50 Euro, Tickets gibt’s unter www.reservix.de und in allen Reservix-Vorverkaufsstellen. Infos zur Veranstaltung online unter neresheim.de/kultur.

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