Dubiose Millionen bleiben beim Kloster

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Blick auf das winterliche Kloster Neresheim. Die Gebäude der Benediktiner müssen teilweise dringend renoviert werden. Hier könnten die 4,3 Millionen Gutes tun. Allerdings reichen sie nicht für alle notwendigen Arbeiten, wie der Klosterobere Pater Albert Knebel sagt.
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Der Bundesgerichtshof schließt den Streit um die rätselhaften 4,3 Millionen Euro ab. Was die Neresheimer Benediktiner mit dem Geld machen wollen.

Neresheim

Der jahrelange Rechtsstreit um die rätselhaften Klostermillionen von Neresheim ist beendet. "Der Bundesgerichtshof hat die Ansprüche des Krefelder Anwalts in der letzten Instanz zurückgewiesen", sagt der Benediktiner Konventualprior Pater Albert Knebel auf Nachfrage der SchwäPo.

Laut der Karlsruher Richter habe der Anwalt weder eindeutige, noch gerichtsfeste Dokumente vorlegen können. "Damit ist endgültig geklärt, dass dieses Vermögen dem Kloster zufällt", freut sich der Klosterobere, Pater Albert Knebel.

Zur Geschichte der Millionen: Knebel hatte, nachdem Alt-Abt Norbert Stoffels 2013 verstorben war, in dessen Schreibtisch Unterlagen über zwei Konten gefunden. Auf denen befanden sich zusammen 4,3 Millionen Euro. Das dubiose Vermögen war nicht in den Büchern der Abtei verzeichnet. Auf einen Teil des Geldes, circa drei Millionen, hatte ein Krefelder Anwalt Ansprüche erhoben.

Die Benediktiner haben nach eigenen Angaben den Zufallsfund bisher nicht angerührt. Das wird sich nun ändern. "Allerdings haben wir derzeit noch keine konkreten Pläne", sagt der Neresheimer Leiter der Benediktiner auf die Frage, ob die Millionen für die sanierungsbedürftigen Gebäude des Klosters genutzt würden.

Damit ist endgültig geklärt, dass das Vermögen dem Kloster zufällt.

Pater Albert Knebel Leiter des Klosters Neresheim

Die Verwendung des Klostervermögens unterliege der Zustimmung des Abtpräses der Beuroner Kongregation, sagt Pater Albert Knebel. Er selbst und der Neresheimer Konvent könnten nur über kleinere Summen verfügen beziehungsweise entscheiden. Der Grund dafür: Es soll vermieden werden, dass sich die einzelnen Klöster mit Vorhaben wirtschaftlich übernehmen. Die "Klostermillionen" seien aber Eigentum des Klosters Neresheim.

Dennoch, auf längere Sicht gesehen, müsse die Sanierung der Gebäude weiter vorangehen. "Aktuell sind wir mit dem Konventgebäude noch gar nicht fertig", sagt Konventualprior Knebel. Dort werden die Flure im Kreuzgang renoviert. Für diese Arbeiten rechnet Pater Albert noch mit etwa ein bis zwei Jahren.

Zudem sei momentan die Abteikirche geschlossen. Dort werden – bis voraussichtlich 13. April – elektrotechnische Arbeiten erledigt. "Die Kosten dafür trägt im Wesentlichen der Verein zur Erhaltung der Abteikirche", erklärt der Klostervorsteher. Auch das Landesdenkmalamt beteilige sich an der Finanzierung. Schließlich handle es sich bei der Klosteranlage auf dem Ulrichsberg insgesamt um ein "hochwertiges Denkmal".

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