Ein Klappstuhlkonzert der harten Art

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„Nau bens hald i“. In der Wiederaufnahme des Stückes am Mittwoch im Neresheimer Stadtgarten glänzte der junge Bariton Gerrit Illenberger in der schweren Rolle des Hitler-Attentäters Georg Elser.
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„Pop-up-Opera“ im Neresheimer Stadtgarten. Wie man in 20 Minuten die Botschaft des Hitler-Attentäters Georg Elser eindringlichst darstellen kann.

Neresheim

Und wenns koiner mehr sieht – nau ben's hald i …“ ist der Kernsatz der „Pop-up-Opera“ von Hendrik Rupp (Libretto) und Sebastian Schwab (Musik) am Mittwochabend im Neresheimer Stadtgarten.

Die Aufführung „Nau ben's hald i“ ist eine Wiederaufnahme aus den vergangenen Jahren und war nach Heidenheim und Königsbronn die dritte an diesem Tag. Das kleine Ensemble der Opernfestspiele Heidenheim, verstärkt durch junge Akteure des Naturtheaters, blickte dabei auf drei entscheidende Episoden im und vor allem auch nach dem Leben des Widerstandskämpfers Georg Elser zurück. Mehr als 75 Jahre nach dem Tod des lange nicht entsprechend gewürdigten Hitler-Attentäters.

Szene 1: „Wir sind wieder wer“. Die Jugend ist euphorisch, marschiert im Stechschritt zwischen den Szenen. Elser sieht es zunehmend kritisch bis hin zu Szene 2: „Attentat und Tod Elsers“. Höchst dramatisch schlagen dabei die NS-Schergen mit Baseballschlägern auf den Schreiner ein. Zum wirklichen Nachdenken dann Szene drei: Wieder feiern die Jugendlichen. Erschreckend dabei die Ähnlichkeit zum Anfang. Wieder keimt das Nazitum auf. Der Geist Elsers erkennt es und wieder werden seine Mahnungen nicht gehört. Das Ganze mit dem jungen Bariton Gerrit Illenberger in der Hauptrolle. In gut 20 Minuten mit einer kleinen Oper die Botschaft präzise, anschaulich und durchaus auch mit dramaturgisch sehr drastischen Mitteln auf den Punkt gebracht. Das war ganz, ganz stark. Die rund 120 Besucher waren absolut begeistert.

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