Grizzlys und Karibus hautnah auf dem Härtsfeld erleben

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Andreas Kieling begeisterte die Besucher in der Härtsfeldhalle mit faszinierenden Tierfilmaufnahmen.
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Wie Tierfilmer Andreas Kieling sein Publikum in der Neresheimer Härtsfeldhalle begeistert.

Neresheim. Mit auf seine Abenteuerreisen in weit entfernte Länder nahm der bekannte Tierfilmer Andreas Kieling seine Gäste bei der Präsentation seiner Alaska-Expedition in der Neresheimer Härtsfeldhalle – immer auf der Suche nach der perfekten Aufnahme.

Andreas Kieling filmt und fotografiert seit 1990 Tiere auf der ganzen Welt, zum Beispiel für das ZDF und die Serie „Terra-X“ oder das Magazin „National Geographic“. Seine einzigartigen Tierfilme zeigen atemberaubend schöne Naturlandschaften und natürlich die Tiere, die darin leben.

Mitgebracht hatte Kieling einen Tierfilm über Alaska aus den frühen Jahren seiner Expeditionen, die oftmals viele Monate dauern. Und sofort zogen die beeindruckenden Aufnahmen die Gäste in der gut besuchten Härtsfeldhalle in den Bann. Andreas Kieling versteht es, bestens zu unterhalten. „Als ich zum ersten Mal einem Grizzly in Alaska begegnet bin, mit meiner schweren Ausrüstung und dem Stativ auf dem Rücken, stand der Bär plötzlich keine 20 Meter von mir entfernt vor mir. Er verhielt sich jedoch wider Erwarten völlig ruhig und zeigte sich überhaupt nicht aggressiv. Da musste ich erst einmal tief durchatmen.“  Der Mensch spiele in Alaska nur eine Nebenrolle, erklärt Kieling. Er gehöre dort eigentlich auch überhaupt nicht hin.

„Die Tiere sind nicht gefährlich oder gar blutrünstige Monster. Man darf sie nicht reizen oder ärgern. Die Wahrscheinlichkeit von einem Bären getötet zu werden, ist äußerst gering.“ Lange Zeit hat Kieling auch mit Polareskimos gelebt, die zur Wildjagd gehen. Er habe viel von ihnen gelernt, so der Experte.

Der begeisterte Tierfilmer zeigte faszinierende (Nah-)Aufnahmen von Eisbären, für die er oft wochen- oder gar monatelang auf der Lauer lag. Karibus, ausgewachsene stattliche Elche bei der Brunft, scheue Schneehasen, feuerrote Lachse beim Laichen, putzige Gelbschnabeltaucher oder riesige Zugvögelschwärme: Die Filmaufnahmen, in der Halle bestechen durch atemberaubende Intensität, Nähe und Natürlichkeit. Daneben zeigt Kieling unendliche Weiten und nordisch raue Landschaften, die „wie expressionistische Gemälde wirken, fast irreal“, wie es Andreas Kieling beschreibt.

„Diese Weite kann aber auch sehr bedrohlich sein, wenn man weiß, dass man über einige hundert Kilometer auf keinen Menschen trifft“, erklärt der Tierfilmenthusiast. Die Gefahr, dass man vereinsamt, sei groß.

Zwei rivalisierende Moschusochsen bei der Paarungszeit, die sich mit ihren mächtigen Schädeln und Hörnern mehrmals rammen, sorgen für Raunen im Publikum. „Das ist so, wie wenn ein Pkw mit Tempo 50 gegen eine Betonwand fährt“, veranschaulicht Kiesling, der immer wieder lustige Anekdoten einstreut und sagt, dass Alaska seine zweite Heimat geworden ist.

Beim zweiten Film geht es nach Deutschland. Hier stehen Wildschweine und Keiler im Fokus. Dreieinhalb Jahre hat Kiesling im Wald mit den Tieren gelebt und erfahren, wie sozial eingestellt sie sind und dass sie einer Rangordnung folgen.

Das Publikum applaudiert am Ende minutenlang für imposanten Aufnahmen.

Andreas Kieling begeisterte die Besucher in der Härtsfeldhalle mit seinen faszinierenden Tieraufnahmen.

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