Härtsfeldsee-Kiosk wird Gaststätte

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Archivfoto: hag
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Mit dem Spatenstich beginnt die Erweiterung der Anlage am See. Was in den nächsten Monaten zwischen Neresheim und Dischingen gebaut wird und wann alles fertig sein soll.

Neresheim/Dischingen

Der Härtsfeldsee ist Erholungsgebiet für ganz Ostwürttemberg – und darüber hinaus. Mit dem Kloster Neresheim, der Burg Katzenstein bildet er ein Dreieck, das Kultur und Freizeit einschließt. Damit der See und das dazugehörige Areal auch künftig attraktiv für Gäste bleibt, investiert der Wasserverband Egau rund 700 000 Euro brutto in den bisherigen Kiosk. Der wird um einen Anbau erweitert und die sanitären Anlagen auf Vordermann gebracht. "Damit schaffen wir eine Ausflugsgaststätte am Härtsfeldsee", sagt die Geschäftsführerin des Wasserverbands Egau, Martha Kragler. Jetzt war Spatenstich.

Dazu eingeladen hat der Dischinger Bürgermeister Alfons Jakl. Er ist es auch, der sich in den vergangenen Jahren für die Ertüchtigung der Seeanlage enorm engagiert hat. "Das gute Wetter haben wir uns verdient, nach diesem langen Kampf", freute sich Jakl über Wetter und Erfolg des Vorhabens. Der Schultes spielt damit auf die Geschichte der geplanten Sanierung und Erweiterung an, für die er zahlreiche Steine aus dem Weg geräumt hat. Etwa den: In der Anfangsphase der Planungen wurde der Architekt gewechselt, um mit neuen Plänen von Architekt Roland Hüll den Kostenrahmen für die Förderung durch die EU zu halten.

Auslöser für die künftige Ausflugsgaststätte und die neue Toilettenanlage ist der Wirtschaftskontrolldienst. 2017 mahnt der WKD an, dass die 40 Jahre alte Küche dringend modernisiert werden muss.

Die Geschichte der Gaststätte

"Damals haben wir zunächst an eine Sanierung der in die Jahre gekommene Küche gedacht", blickt Verbandsgeschäftsführerin Martha Kragler zurück. Das Projekt hätte 300 000 Euro verschlungen – Kosten, die der Verband hätte selbst tragen müssen.

Das löst eine Diskussion innerhalb des Verbandsvorstands aus, zumal der Kiosk mit lediglich einer Überdachung nur eingeschränkt und saisonal nutzbar ist. "An kühlen Abenden oder bei Regenwetter hat ein Aufenthaltsraum gefehlt", sagt die Geschäftsführerin. Während der kalten Jahreszeit blieb der Kiosk sowieso zu. "Einen Gastraum zu realisieren ist sinnvoll", betont Bürgermeister Jakl beim Spatenstich.

Die Verantwortlichen des Wasserverbands Egau nehmen mehr Geld in die Hand, sanieren nun die Toiletten und verwirklichen den Anbau. "Die Erweiterung macht zudem einen Zuschuss von 200 000 Euro durch das Leader-Programm der EU möglich", erklärt Geschäftsführerin Kragler. Damit bleibe eine Restsumme von 500 000 Euro beim Verband selbst.

Damit schaffen wir eine Ausflugsgaststätte am Härtsfeldsee.

Martha Kragler Geschäftsführerin Wasserverband

68 Sitzplätze im Neubau

Der Spatenstich ist nun der Auftakt. In diesen Tagen rollen die Bagger der Firma Pappe aus Dunsteklingen an. Dort, wo bislang die Terrasse war, entsteht der Gastraum mit 68 Plätzen. "Der Anbau wird in Holzständerbauweise von der Firma Zimmerei-Team Holzbau aus Frickingen errichtet", erklärt Martha Kragler. Lediglich die Küche werde gemauert, so die Geschäftsführerin. Dank einer großen Glasfront habe jeder Gast von seinem Sitzplatz aus einen guten Blick nach draußen.

Wann ist Eröffnung?

Ziel ist es, dass die Arbeiten bis 1. Mai 2021 abgeschlossen sind – zum Saisonstart eben. "Bis dahin soll auch die neue Haltestation der Schättere am Ufer des Härtsfeldsees fertig sein und eröffnet werden", sagt Wasserverbandsgeschäftsführerin Kragler. Zudem wolle man an diesem Wochenende im Mai die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Tourismusverbands Gastliches Härtsfeld nachholen, die wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr haben ausfallen müssen.

Noch fehlt ein Pächter für die neue Ausflugsgaststätte. "Bewerbungen liegen uns vor", informiert Martha Kragler. Es habe bereits Gespräche gegeben, bestätigt Bürgermeister Alfons Jakl. Wichtig sei, dass der Pächter die Gaststätte während des gesamten Jahres öffne. "Damit ist auch die Förderung der EU verknüpft." Schließlich müsse es eine Verbesserung der Situation im Vergleich zur bisherigen geben.

Mitglieder des Wasserverbands Egau sind die Gemeinden Dischingen, Neresheim und Heidenheim mit dem Teilort Großkuchen. Die zugehörige Fläche erstreckt sich über Teile des Ostalbkreises sowie den Kreis Heidenheim. Der 1962 gegründete Verband betreibt derzeit neun Hochwasserrückhaltebecken. Der Wasserverband Egau hat den Härtsfeldsee als Hochwasserrückhaltebecken der Egau 1972 erbaut. Der See hat eine Wasseroberfläche von etwa 11,5 Hektar und ein Fassungsvermögen von etwa 270 000 Kubikmetern.

An die Spaten – los! Im Bild (v. l.): der bisherige Kiosk-Pächter Christoph Hald, Bauunternehmer Karl-Heinz Pappe, Verbandsvorsteher Wasserverband Egau, Dischingens Bürgermeister Alfons Jakl, Josef Weber (Vorstandsmitglied Wasserverband), Architekt Roland Hüll, Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele, Udo Awiszus (Landratsamt Heidenheim) und Richard Faußner (Zimmerei).

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