Im Grünen entsteht ein neuer Bahnhof

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Die Schwellen für die Gleise der Härtsfeldmuseumsbahn sind bis zum vorläufigen Streckenende verlegt und markieren die Einfahrt zum künftigen Bahnhof "Katzenstein".
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Was die Ehrenamtlichen des Neresheimer Härtsfeldmuseumsbahn-Vereins an der künftigen Endstation bei Katzenstein derzeit bauen.

Neresheim

Es rattert und knattert, es dampft und zischt, wenn die Härtsfeldmuseumsbahn (HMB) mit Ausflüglern und Touristen vom Neresheimer Bahnhof in Richtung Sägmühle unterwegs ist. Dort endet die Strecke der Schmalspurbahn. Noch. Denn die Ehrenamtlichen mit Vereinsvorsitzenden Werner Kuhn haben eine Vision. Sie wollen, dass die "Schättere" wieder bis zum heute denkmalgeschützen Bahnhof in Dischingen tuckert. Die Vision wird derzeit Realität – ein Stück zumindest. Der zweite Bauabschnitt ist bereits weit gediehen. Die Schwellen liegen in der künftigen Einfahrt zum Bahnhof "Katzenstein".

Der wird zur vorläufigen Endstation. Außer den Schwellen und viel schöner Natur ist dort noch nichts zu sehen. Doch die Härtsfeldmuseumsbahner haben ein genaues Bild von dem, was die Fahrgäste dort erwartet.

"Die künftige Bahnstation erhält, ähnlich dem Bahnhof "Sägmühle", ein Umfahrgleis mit Mittelbahnsteig und zusätzlich ein Abstellgleis sowie ein gemauertes Schutzhaus", erzählt Werner Kuhn.

Aktuell richtet ein Trupp von Ehrenamtlichen die drei Weichen her, die der Verein vor Jahren von der Stuttgarter Straßenbahn gekauft und in Teile zerlegt im Lokschuppen eingelagert hat. Der Vorsitzende des rührigen Museumsbahnvereins spricht dabei von dem besonderen Ein-Meter-Maß der Schmalspurbahn, davon, dass die Gleisteile wie in einem Puzzle wieder zusammengefügt werden und von der Weichenzunge, die funktionieren muss, damit die Lok etwa beim Gleiswechsel im Bahnhof nicht entgleist.

Die Idee, das Bahnhofsgebäude wieder aufzubauen, entspringt einer Stammtischrunde.

Werner Kuhn HMB-Vereinsvorsitzender

Ein neues Bahnhofsgebäude

"Die Idee, das sogenannte Schutzhaus – also das künftige "Bahnhofsgebäude" – wieder aufzubauen, entspringt einer Stammtischrunde", erinnert sich Werner Kuhn. Ein duzend Stammtischmitglieder der Neresheimer Bahnhofsgaststätte haben die originalgetreue Rekonstruktion der gemauerten Wartehalle initiiert. So werden ein Dutzend Stammtisch'ler das sechs mal vier Meter gemauerte Gebäude wieder errichten. Sie versehen es – wie es einst war – mit zwei Fenstern und einer Metalltür.

Und noch eines müssen die ehrenamtlichen Bahner im Bereich der neuen Bahnstation "Katzenstein" anlegen: den Durchlass für den Katzenbach. Dazu braucht es ein Brücklein. "Wir nutzen dafür vorgefertigte Teile", sagt der HMB-Vorsitzende. Doch trotzdem: Die Arbeiten sind umfangreich – nicht nur hier. Noch gibt es viel zu tun, bis die 2600 Meter lange Strecke wieder aufgebaut ist und der erste Zug rollen kann. Auch wenn vom Bahnhof "Sägmühle" bis zur Egaubrücke die Gleise fahrbereit verlegt sind.

Momentan arbeiten acht engagierte Männer am Teilstück von der Brücke bis zum neuen Bahnhof. "Dabei kommen unsere eigenen Fahrzeuge wie Bagger, Radlader und ein Mobilkran zum Einsatz", berichtet Werner Kuhn. Was fehlt, ist eine Gleisstopf- und Richtanlage. "Die leihen wir uns aus, wie beim Letztenmal für die Strecke bis zur Egaubrücke.". Mit ihr wird der neue Schienenstrang verfestigt und millimetergenau ausgerichtet. "Das ist nötig für die Abnahme durch die Landeseisenbahnaufsicht und damit für die Fahrerlaubnis", erläutert Kuhn. Erst wenn die erteilt ist, kann Einweihung gefeiert werden.

Termine

Am Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 8. September, ist der denkmalgeschützte Bahnhof in Dischingen geöffnet. An diesem Tag wird auch die große Modellbahnanlage der Schättere im Maßstab 1:22,5 aufgebaut und betrieben.

Es verkehren am Tag des Denkmals historische Busse zwischen dem Endpunkt "Sägmühle" und Dischingen.

Regelfahrtag und Saisonabschluss der Härtsfeldmuseumsbahn ist am Sonntag, 6. Oktober.

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