Im Juli lief der Sommer zur Höchstform auf

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Der Mauerfuchs (Lasiommata megera) gehört zur Familie der Augenfalter und ist auf dem Härtsfeld heimisch.

Wenige Tage mit Starkregen reichten für durchschnittliche Regenmenge - Trockenheit hielt an.

Neresheim. Nach zwei sehr warmen Sommermonaten mit durchschnittlichen Regenmengen gibt der Blick in die Klimageschichte, die in der Chronik von Johann Evangelist Schöttle (1819 - 1884) enthalten ist, Aufschluss über die Klimaregion Ostalb. Unter der Jahreszahl 1477 ist festgehalten: ‘Von Ostern bis Michaelis (29. September) fast keinen Regen, die Wälder entzündeten sich. Rüben, Kraut, Milch und Schmalz war theuer.'

Und wie sieht es heute aus? Hochdruckgebiete, die sich vom Nordmeer über Skandinavien, Mitteleuropa bis in die östliche Mittelmeerregion erstreckten, bestimmten das Juli-Wetter von Anfang an. Anhaltender Ostwind lenkte bei wolkenlosem Himmel trockene Festlandluft auf die Ostalb und brachte Sonnenschein von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Mit südlicher Strömung gelangte am 3. Juli feuchte Luft in die Region. In den Tagen danach bildeten sich Gewitter, mal mit starken Regenschauern, mal mit kaum messbarem Niederschlag. Die Tageshöchsttemperaturen bewegten sich um die 25-Grad-Markierung.

Gegen Ende des ersten Monatsdrittels lenkte ein Tief über Norddeutschland kühle Luft und Regenwolken gegen die Alb, die für das innere Härtsfeld aber nur wenig Regen brachten.

Der mittlere Monatsabschnitt begann mit wenig Wärme, gelangte aber rasch unter den Einfluss des Hochs "Falk" und die Temperaturen reichten bald wieder über die Marke für Sommertage. Bei wenig Luftaustausch entstanden um die Monatsmitte Gewitter. Die Regenmengen waren sehr unterschiedlich verteilt. Ein starkes Gewitter traf am 17. ein Windrad bei Weilermerkingen, wobei ein Rotorblatt zerstört wurde.

Nach zwei fast wolkenlosen Tagen geriet die Ostalb unter Tiefdruckeinfluss. Zu Beginn der dritten Dekade versperrten dichte Regenwolken zwei Tage lang den Sonnenschein und brachten mit Abkühlung den dringend benötigten Regen.

Danach lief der Sommer zu Höchstform auf: Geringe Bewölkung, heiße Tage mit Werten über 30 Grad Celsius und wenig kühlende Luftbewegung gehörten dazu. Ein Gewitter am 28. brachte nur stellenweise Abkühlung, in Elchingen und bei Bopfingen Regen, teilweise Hagel; an der Wetterwarte wurden aber nur starker Wind und wenige Regentropfen registriert.

Den absoluten Höhepunkt setzte der Monatsletzte mit 34,1 Grad Celsius Höchsttemperatur.

Mit 19,3 Grad Celsius Monatsmitteltemperatur reihte sich der Juli 2018 in die besonders warmen Julimonate ein; es gab schon deutlich wärmere. Die Regenmenge von 83 Liter pro Quadratmeter reichte zwar, Zisternen zu füllen, auf Feldern und in Wäldern herrschte Trockenheit vor. Knapp 250 Stunden meteorologisch definierter Sonnenschein markieren die größte Monatssumme 2018.

Guido Wekeman

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