In Neresheim fehlen Angebote für Jugendliche

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Tolles Engagement und eine Menge Arbeit und Aufwand: Am Montagabend präsentierten Moritz Hafner (Mitte links) und Fabian Wörle (r.) im Namen der Neresheim Jugendinitiative die Ergebnisse aus der Jugendumfrage 2021 vor dem Gemeinderat.
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Viel Engagement und hoher Aufwand: Jugendinitiative Neresheim befragt 791 Jugendliche. Was den Jugendlichen fehlt und was sie sich wünschen.

Neresheim

Rund 10 Seiten Ergebnisse aus der Jugendumfrage 2021 präsentierten Moritz Hafner und Fabian Wörle im Namen der Neresheimer Jugendinitiative am Montagabend dem Gemeinderat.

Da staunte manch einer der Räte schon allein wegen des großen Arbeitsaufwandes, der dabei geleistet wurde. Noch mehr dann wohl über die Qualität der Fragen. Allein dafür gab es von allen Seiten schon mal ein dickes Lob für die engagierten Jugendlichen.

„So 17 bis 18 Leute sind immer dabei“, beschreiben Hafner und Wörle dann den festen Kreis der Mitmacher im Jugendgremium der Stadt.

Herausragende Aktionen der Jugendlichen waren etwa Podiumsdiskussion mit allen Bundestagskandidaten des Wahlkreises im Vorfeld der Bundestagswahl oder auch die Kunstausstellung zum Thema „Heimat“. Zurück zur großen Umfrage: Insgesamt 791 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren haben mitgemacht. 115 davon aus der Kernstadt, 300 aus den Teilorten und der Rest von außerhalb mit Bezug zu Neresheim. Gleich in der ersten Frage „Was soll es deiner Meinung nach häufiger in Neresheim geben“ ging es in die Vollen.

Mehr Treffpunkte und öffentliches WLAN gewünscht

So wünschten sich die Jugendlichen im Schwerpunkt mehr öffentliche Orte mit freiem WLAN, mehr Orte wo 14-18 jährige „ungestört“ ausgehen können, mehr Sportanlagen, überdachte Treffpunkte und Räume ohne Betreuer und auch frei nutzbare Lernorte.

Weitere spezifische Fragen gingen dann in Richtung Jugendfreizeiteinrichtungen und ihre Ausgestaltung sowie die Gründe und Hindernisse für einen Besuch dort. Abgefragt wurde auch das ehrenamtlichen Engagement, Themen für die sich Jugendliche mehr Information, Beratung und Unterstützung wünschen oder auch: „Was denkst du über die Stadt Neresheim“, „gibt es genug Veranstaltungen für Jugendliche und was fehlt“ oder ganz einfach auch „Welche Angebote findest du gut in Neresheim“.

Schön zu hören dabei für die Stadtväter: Auf „Lebst du gerne in Neresheim“ antworteten 278 von 415 Jugendlichen mit „Ja“. 104 sagten „teils/teils“ und nur 33 „Nein“. Sicher ein gutes Ergebnis. Nicht so toll dagegen: Auf die Frage „Wurdest du schon einmal gemobbt“, sagten aus dem gleichen Kreis immerhin 57 „ja“.

Es fehlen Angebote für Jugendliche in Neresheim

Wie kann man die Fülle der Antworten zusammenfassen? „Auf der Suche nach Schwerpunkten bin ich auf fehlende Freizeiteinrichtungen und den Bedarf nach Information und Beratung gekommen“, nennt es Gemeinderäten Carmen Stumpf in der anschließenden kurzen Aussprache vor dem Gremium. „Ich bin erschrocken, weil wir fast nichts haben“, bestätigte auch Jasmin Albert, die Sachgebietsleiterin Erziehung und Bildung der Stadt Neresheim.

Konkret nennt sie dabei: Das Jugendzentrum hat zu gemacht, es gibt nur noch ein paar „Bauwagen“ meist für ältere Jugendliche, die Jugendsozialarbeit ist nur für die Schule zuständig und es gibt zwar den Ferienspaß im Sommer, der ist aber eher nur für Grundschüler.

Ich bin erschrocken, weil wir fast nichts haben.“

Jasmin Albert, Sachgebietsleiterin Erziehung und Bildung Stadt Neresheim
  • Wie es mit den Umfrageergebnissen weitergeht
  • In enger Zusammenarbeit mit der Jugendinitiative sollen jetzt die Ergebnisse der Umfrage zeitnah ausgewertet und dann entsprechen umgesetzt werden. „Das wird nicht im Sande verlaufen“, versprach Bürgermeister Thomas Häfele dazu. Auch sollen die Ergebnisse publiziert und die Jugendlichen mehr informiert werden. ⋌han

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