Künstler gestalten den Stadtgarten

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Rudolf Kurz "Blühende Träume"

Die Vielfalt und Kreativität von 23 Werken aus der Hand von zehn Künstlern bringen die Besucher zum Staunen. Wie es dazu kam und wer dahinter steckt.

Neresheim

Belebt, beliebt und viel bewundert: Der "neue" Neresheimer Stadtgarten wurde schnell zum Erfolgsmodell. Wichtiges Element dabei ist der harmonisch integrierte Skulpturenpfad.

Zehn namhafte Künstler der Region haben sich mit 23 Kunstwerken daran beteiligt. Insgesamt und jeweils im Einzelnen gesehen ein echtes Meisterwerk. Doch die Idee dazu ist nicht ganz so neu: "Ursprünglich hatte ich das mit in Verbindung mit den Rieser Kulturtagen und unter anderem im Dossinger Tal angedacht", verrät die Dorfmerkinger Künstlerin Maria Schwarz-Fried.

"Warum machen wir das nicht in Zusammenhang mit Neresheim blüht?", regte dann Bürgermeister Thomas Häfele an. Was daraus geworden ist, kann man jetzt bis in den Herbst hinein im Neresheimer Stadtgarten bewundern.

Maria Schwarz-Fried übernahm Grundorganisation und die Künstlersuche, plante und regte an, war maßgeblich auch an der Realisation beteiligt. Viel Aufwand mit tollem Ergebnis. Doch finanziell eher mit kleiner Nadel gestrickt. "400 Euro bekam jeder Künstler unabhängig von der Anzahl der Werke", schaut Schwarz-Fried auf die Kostenseite.

Den Aufbau und das Drumherum hat dazu der Bauhof der Stadt in Zusammenarbeit mit den Künstlern geleistet. Damit passten Rahmen und Organisation perfekt. Das Ganze dann eingebettet in den völlig neu gestalteten Stadtgarten. Bleibt nur noch, einmal die Künstler kurz vorzustellen:

Andreas Futter ist mit den Werken "Griff zu den Wolken" und "Herrscher" dabei. Der in Hechingen geborene Künstler studierte an der staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart und hat sein Atelier in Schwäbisch Gmünd.

Christine Hornung aus Bopfingen verbindet traditionelles Filzhandwerk der Nomadenvölker mit experimentellen Techniken. Ihre filigranen Werke heißen "Egaufedern" und "Synapsen".

Oliver Hornung aus Bopfingen ist Steinmetz- und Bildhauermeister und staatlich geprüfter Steintechniker. Anmutig besonders sein "In Gedanken versunken". Dazu stellte er "Frieden Spenden", "In sich gekehrt" und "In Auf Erstehung" aus. Mit Christine Hornung und Oliver Sauter schuf er dazu das lustige "Neres-Ei" das erst aufs Rathausdach sollte und jetzt aus Statikgründen auf dem Marienplatz steht.

Werner Kowarsch, Lauchheims ehemaliger Bürgermeister und namhafter Künstler, ist mit "Brunnennixe", "Kachelmann II" und "Wappen Neresheim zu bewundern, und prägt dabei maßgeblich den Eingangsbereich zum Stadtgarten.

Jeder Künstler bekommt 400 Euro.

Maria Schwarz-Fried Organisatorin

Hedwig-Maier-Unrath: Die Abtsgmünder Künstlerin setzt sich in ihrem Werk "Opus VI" mit Zeit und Raum, Mensch und Natur, Brüchigkeit und Schönheit der Schöpfung auseinander.

Rolf Kurz: "Drei-Drittel" nennt der Stuttgarter Künstler Rolf Kurz sein imposantes Werk am unteren Eingangsbereich des Stadtgartens und will damit die Frage nach dem Verhältnis von Zugehörigkeit und Autonomie stellen.

Rolf Sauter: Unter anderem Schilder sind dagegen das Ding von Oliver-Rolf Sauter aus Baldern. Er verblüfft mit "Heute" und "Erde" und regt mit seinen Wortspielen zum Nachdenken an.

Dietmar Schmid: Wesentlich bodenständiger ist dagegen der Essinger, der seine zentralen Themen in den Sparten Zeichnung, Malerei und Bildhauerei umsetzt. Seine Werke: "Himmlische Sphäre", "Erato" und "Sturz der Penthesilea".

Otto Troll: Eher ein wenig bizarr wird es dann bei dem Mann aus Nördlingen, der sich mit dem Thema "Kopf und Körper = Mensch" auseinandersetzt. Seine auffallenden Werke nennen sich "Bizarre Begegnung" und "Luftröhrenschnitt" bzw. "Gespräch mit der Nachbarin".

Rudolf Kurz: Last but sicher not least, ist der in seinen Arbeiten christlich orientierte und schon vielfach ausgezeichnete Bildhauer Rudolf Kurz aus dem Spitalhof in Ellwangen. Sein Ziel ist es unter anderem, "Menschen eine neue Sicht auf die sie berührenden Existenzfragen zu vermitteln". Seine beiden Werke in Neresheim heißen "Tetralogie" und "Blühende Träume" und sind fast schon konträr zueinander oben am Eingangsbereich und untem am Radweg zu bewundern.

Wie es weitergeht mit den Skulpturen: "Einige werden abgebaut. Manche bekommen wir aber auch geschenkt", freut sich das Stadtoberhaupt und hofft natürlich noch mit einem Augenzwinkern auf die eine oder andere "Kunstspende". Schön wäre es ja schon für den Stadtgarten.

Andreas Futter "Herrscher"
Dietmar Schmid "Himmlische Sphäre"
Otto Troll "Bizarre Begegnung"
Auf dem Skulpturenpfad im Stadtgarten – Christine Hornung: "Egau Gänsefedern".

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