Nefa, Corona und fehlende Aktive

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Eröffnung der Neresheimer Fachausstellung im Jahr 2018 mit HGV-Vorsitzenden Andreas Niess (v.l.), Michaela Eberle von der IHK Ostwürttemberg, Landtagsabgeordneten Winfried Mack und Bürgermeister Thomas Häfele. Jetzt fällt die Fachmesse erneut aus. Archi
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Was Andreas Niess, Vorsitzender des Neresheimer Handel- und Gewerbevereins, über „Härtsfeld aktiv“ sagt, warum die Fachausstellung abgesagt ist und wie es um die Zukunft des Vereins steht.

Neresheim

Schon vor zwei Jahren hat der Neresheimer Handels- und Gewerbeverein (HGV) „Härtsfeld aktiv“ die Neresheimer Fachausstellung, kurz Nefa, wegen Corona absagen müssen. Jetzt, zwei Jahre später und immer noch in Zeiten der Pandemie, haben sich die Verantwortlichen der traditionellen Frühjahrsmesse mit Handwerker und Dienstleistern erneut entschlossen, die Fachmesse abzusagen. „Die Vorbereitungen hätten spätestens jetzt beginnen müssen, damit wir im April in Neresheim die Nefa hätten veranstalten können“, erklärt HGV-Vorsitzender Andreas Niess die Hintergründe für die Absage.

Die Fachausstellung wird im zweijährigen Rhythmus in der Härtsfeld-Sport-Arena veranstaltet und gilt für den HGV, die Stadt selbst und die Region um Neresheim als ein wichtiges Schaufenster, bei dem die regionale Kompetenz im Fokus steht. Doch wohin geht die Reise des HGV im dritten Pandemiejahr?

Weshalb die Absage?

„Wir bedauern das sehr“, sagt Andreas Niess. Aber die Organisation einer solchen Frühjahrsmesse sei aufwendig. Das brauche nicht nur Zeit. „Wir müssen dabei auch die Kosten im Auge behalten“, erklärt der HGV-Vorsitzende. Schuld sei die pandemische Lage. Derzeit lasse sich nicht abschätzen, weder wo man in vier Wochen und schon gar nicht, wo man im April stehe. „Welche Corona-Verordnungen dann gelten, ist völlig offen“, so Niess weiter. 

Die Nefa verschieben?

Die Neresheimer Fachausstellung lässt sich laut Andreas Niess auch nicht so einfach verschieben. Zwar lehrten die bisherigen Erfahrungen, dass im Sommer und Herbst Lockerungen möglich seien, doch die Handwerk, Handel und Dienstleister seien mit anderen Terminen blockiert. „In der Region gibt es weitere kleinere und größere Messen, etwa in Heidenheim, Ellwangen oder auch Schwäbisch Gmünd, da würden wir mit diesen in Konflikt geraten“, erläutert der Vorsitzende. 

Was wird aus „Härtsfeld aktiv“?

Und noch einen Grund nennt Andreas Niess, weshalb die Nefa in diesem Jahr abgesagt ist: Dem HGV fehlt ein ausreichend großes aktives Team. „Unser Verein hat eine große Zahl an passiven Mitgliedern, doch in der jüngeren Vergangenheit schwindet die Zahl derer, die sich aktiv in den HGV einbringen“, bedauert Niess. Der Vorsitzende von „Härtsfeld aktiv“ nennt als Aktive, auf die er hätte bisher zählen können unter anderem Ulla Birmelin von der Stadtapotheke, Ortrun Scherer von der gleichnamigen Buchhandlung und  Manuela Brenner von der Firma Fitzek.  „Aber sie alle haben ihre Betriebe geschlossen“, bedauert Niess. Deshalb seien sie nicht mehr aktiv. Und weitere, ältere Mitglieder hätten ihr Engagement schon vor einigen Jahren reduziert. 

Wie steht es um die Finanzen?

Während die Mitarbeit leide, stehe es aber um die Finanzen gut, versichert der HGV-Chef. „Wir – und da meine ich besonders auch meinen Vorgänger im Amt, Ludwig Wiedenmann – haben finanziell gut gearbeitet“, sagt Niess. Davon und den stabilen Mitgliederbeiträgen könne man nun zehren. 

Geplante Aktionen

Trotz Pandemie und fehlender Ehrenamtlicher rastet der Neresheimer HGV nicht. „Wir haben auch im vergangenen Jahr einiges umgesetzt“, betont Niess auch wenn etwa der Weihnachtsmarkt habe ausfallen müssen. Doch die Wunschkugel-Aktion mit Gutscheinen hat der Verein realisiert. 40 bedürftige Bewohner des Samariterstifts hätten sich über ein coronakonformes Geschenk freuen dürfen. Auch an der Weihnachtsbeleuchtung habe sich der HGV beteiligt.

„Solche Dinge planen wir auf jeden Fall auch in diesem Jahr“, versichert Niess und hofft auf einen Weihnachtsmarkt 2022. Da bei kommt der HGV-Chef auch auf die Holzbuden des Vereins zu sprechen. Die werden verliehen – gegen einen bestimmten Obolus. „Diese Einnahmen sind uns auch weggebrochen, die Lagerräume für das gute Dutzend Buden mussten wir aber weiter finanzieren.“

In enger Abstimmung sei „Härtsfeld aktiv“ auch mit der Stadt, insbesondere mit Bürgermeister Thomas Häfele. „Wir wollen uns beim diesjährigen Stadtfest wieder beteiligen.“ Und auch das von der Stadt organisierte Sommerferienprogramm für Kinder will der Verein unterstützen. „Selbst im vergangenen Sommer haben wir unsere traditionelle Busfahrt nach Tripsdrill veranstalten können“, freut sich Niess. Das sollte dem HGV dann auch im Sommer gelingen, ist er überzeugt. „Wir sind flexibel“, sagt Andreas Niess mit Blick auf künftige Aktionen.

In der jüngeren Vergangenheit schwindet die Zahl derer, die sich aktiv in den HGV einbringen.“

Andreas Niess, HGV-Vorsitzender

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