Neresheim stellt die Weichen für Projekte der Zukunft

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Bauen gewerblich und privat: Was die Stadt weiter und auf den Weg bringt.

Neresheim. „Baugebiete“ war das ganz große Thema im Gemeinderat der Härtsfeldstadt. Das hieß auch Großeinsatz für Thomas Puschmann vom G+H Ingenieurteam aus Giengen bei der Vorstellung der Vorhaben und Planungen.

In Kürze: Auf die Zielgrade geht das Industriegebiet „Im Riegel-Nord I“. Alle Stellungnahmen sind da, Flächennutzungs- und Bebauungsplan können geändert werden und auch vieldiskutierte Details wie Entwässerung und Verkehrsführung sind in trockenen Tüchern. Ein Riesenprojekt, das im Mai 2018 begann. Jetzt steht der Beginn der Erschließung an.

Einstimmig ist dann auch die Entscheidung über ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren „Sondergebiet gewerbliche Landwirtschaft Hohenlohe-Ost“. Hier geht es um eine Existenzgründung mit Haltung von Alpakas und die Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs. „Ein Projekt mit Mehrwert“, nennt Thomas Puschmann das Projekt.

Aufstellungsbeschlüsse

Mit Aufstellungsbeschlüssen neu auf den Weg gebracht werden die Bebauungsplanverfahren „Großkuchener Weg-Nord III“ in Elchingen und „Ehemaliges Samariterstift Nord“ in der Kernstadt. In Elchingen soll dabei das ursprünglich angedacht Baugebiet wesentlich größer werden. In der Kernstadt reagiert die Stadt auf den durch Gerichtsbeschluss ungültig erklärten Bebauungsplan „Sohlhöhe-Süd“.

Letztendlich in die gleiche Richtung geht es in Kösingen mit der Vergabe der Abrissarbeiten bei der alten Sargfabrik: „Wo jetzt eine Industrieruine steht, wird es bald Wohnbebauung geben. Eine bessere Form der Innenentwicklung gibt es nicht“, freut sich Bürgermeister Thomas Häfele über die Entwicklung.

Bauplätze zu teuer?

„120 Euro für den Quadratmeter“ beschließen die Räte für die sechs Bauplätze im Schweindorfer „Torweg Nord“. „Ganz sauber kalkuliert, ohne Aufschlag für die Stadt“, betont Ortsvorsteher Dirk Hoesch dazu energisch. Denn vorher hatte Nikolaus Rupp insgesamt niedrige Grundstückspreise angemahnt: „Damit unsere Jugend bauen kann. Wenn wir nicht aufpassen, sind wir bald auf dem Niveau von Aalen und Nördlingen“. „So weit sind wir dann wohl doch noch nicht“, meint da nicht nur der Schultes.

Ökologischer Ausgleich?

Auf die immer weiter fortschreitende Versiegelung von Gelände wies die Fraktion der Grünen im Laufe der Sitzung mehrfach deutlich hin und kritisierte vehement die wegfallende Prüfung über Ausgleichsmaßnahmen bei „beschleunigten Verfahren“. Vorschlag der Fraktion: „Wir sollten überlegen, ob wir nicht auch freiwillig ökologische Ausgleichsmaßnahmen machen können.“

Investitionen hinterfragen?

„Momentan ist die Nachfrage nach Baugrundstücken, privat wie gewerblich, riesengroß“, heißt es in allen entsprechenden Sitzungsvorlagen. „In der aktuellen Situation sollten wir aber alle Interessenten einmal abfragen, bevor wir die Größe der Erschießungsabschnitte unserer Baugebiete für die Leistungsverzeichnisse festlegen“, fordert Kämmerer Martin Wenzel im anschließenden „Bericht zur Haushaltslage“. Sein Hintergrund: Die Preise durch Verknappung bei Rohstoffen steigen, Tiefbaufirmen könnten in Flutgebiete lukrative Angebote zum Wiederaufbau bekommen und die wirtschaftliche Situation könnte sich allgemein verschlechtern, was zu „schwer kalkulierbaren Kostenrisiken führen und vor allem private Bauherren verunsichern könnte“.Heribert Andres

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