Neresheimer hilft Kindern in Nepal

+
Ralf Ledl (vorne links sitzend) unterstützt mit dem Verein "Menschen im Dialog" die Menschen in der nepalesischen Manaslu-Region. Dort wird dank des Härtsfelders und der Spenden von der Ostalb geschult, wie man Gesundheitsvorsorge betreibt.
  • schließen

Ralf Ledl vom Verein „Menschen im Dialog“ hat bei seiner achten Reise auch in Pandemiezeiten erneut Hilfe im Gepäck. Wie der 46-Jährige Kinder und Jugendliche im Himalaya unterstützt.

Neresheim

Ralf Ledl ist derzeit in Nepal. Der Neresheimer fliegt regelmäßig in das Land im Himalaya-Gebirge, um dort Menschen zu helfen – insbesondere Jugendlichen und Kindern. Dafür hat er einen Verein gegründet: „Menschen im Dialog“ soll dazu dienen, Bildung, Gesundheit und die Völkerverständigung zu fördern sowie lokale Initiativen und Hilfsprojekte zu unterstützen. Der gelernte IT-Fachmann hat aber noch ein weiteres Ziel: Er will die digitale Welt in den Schulen Nepals etablieren. Jetzt ist der Neresheimer wieder für elf Wochen ins Land der Achttausender gereist. Zum achten Mal mit großem Gepäck. Und dieses Mal unter besonderen Bedingungen. „Die zusätzlichen Formalitäten und Einschränkungen zum Zeitpunkt der Einreise im September haben einiges an Reisevorbereitung gefordert und potenzielle Mitreisende abgeschreckt“, erzählt Ralf Ledl bei einem Anruf aus Nepal.

Die letzte Nepalreise im März 2020 musste er pandemiebedingt vorzeitig abbrechen. Im Mai 2021 wütete dort die zweite Covid-19 Welle. „Inzwischen sind die Infektionszahlen rückläufig, die Impfquote ansteigend, das Gesundheitssystem nicht mehr überlastet und auch Schulen wieder geöffnet“, sagt Ledl und betont, dass Nepal nicht mehr als Hochrisikogebiet gelte und Reisen dorthin wieder möglich seien.

„Die Menschen freuen sich sehr darüber, dass vereinzelt wieder Touristen ins Land kommen. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft ist ungebrochen. Es ist jedoch nicht zu übersehen, dass zahlreiche Restaurants und Läden in den Touristenvierteln die lange Durststrecke nicht überstanden haben“, berichtet der Härtsfelder von seinen ersten Eindrücken in Kathmandu und merkt an: „Mangels Einkommen wussten viele Menschen nicht mehr, wie sie ihr Essen für den nächsten Tag beschaffen sollten.“

Nothilfe für 1200 Betroffene

Doch Ledl wäre nicht in Nepal, wenn es nicht um Hilfe und Benefiz ginge. So hat „sein“ Verein „Menschen im Dialog“ mehr als 1200 Betroffenen vor Ort Nothilfe geleistet. „Nachdem sich die Lage etwas entspannt, können wir unseren Fokus wieder auf unsere langfristig ausgerichteten Projekte richten“, sagt der 46-Jährige.

Eines dieser Projekte gilt der abgelegenen Manaslu-Region, die im Norden an Tibet grenzt und unter Wanderern, Natur- und Kulturliebhabern noch immer als Geheimtipp für eine Trekking-Reise gilt. Die Felder dort werden traditionell mit Ochsen-Gespannen bearbeitet, die Ernte von Hand eingefahren. Das Leben sei hart, aber gemächlich, Besucher fühlten sich in ein anderes Jahrhundert versetzt. Im Bergdorf Samagaon auf 3200 Meter ist derzeit ein Projektteam des Vereins aktiv, das aus zwei nepalesischen Hebammen besteht. Seit März 2021 wirbt der Verein in allen Dörfern für gesundheitsrelevante Themen, bildet Ersthelfer aus, betreibt Gesundheitsvorsorge, schult und klärt auf.

Spiele und ein Teppichboden

Eine weitere Station bei Ledls Benefizreise ist das Dorf Nyak. „Vor vier Jahren habe ich den Ort schon mal besucht“, erinnert sich Ledl. Dieses Mal sei er mit Spiel- und Lernmaterial sowie mit einem neuen Teppichboden für den Kindergarten angereist. „Darüber haben sich Eltern, Lehrer und Kinder sehr gefreut“, berichtet er und erzählt nicht ohne Stolz, dass er in Kathmandu, stellvertretend für „Menschen im Dialog“, vom Verwaltungsdirektor der Gemeinde Chumnubri, Dhan Bdr Gurung, überraschend für die Unterstützung in der Manaslu-Region geehrt worden sei.

Bei allen Erfolgen blickt Ralf Ledl aber auch in die Zukunft. Ziel sei, über Initiativen die lokalen Gemeinden weiter zu stärken und damit die Lebensumstände und Einkommenssituation der 8000 Menschen nachhaltig zu verbessern. Aber auch Nothilfe sei weiterhin gefragt. Öffentliche Gelder werden, so Ledl, derzeit vor allem dazu eingesetzt, um die Infrastruktur instand zu setzen. Massive Regenfälle hätten vor kurzem Erdrutsche verursacht, die zahlreiche Wege und Straßen zerstört haben. „Weshalb Gelder in anderen Bereichen, wie im Gesundheitssektor fehlen“, erklärt er.

Patenschaft statt Kinderarbeit

Eine weitere Hilfsaktion gilt 25 Kindern und Jugendlichen. Diese haben entweder ein Elternteil verloren oder sind aus anderen Gründen besonders von Armut betroffen. Diese Umstände führten nicht selten in eine Abwärtsspirale. Die Folgen sind laut Ledl Kinderarbeit und Frühverheiratung. „Menschen im Dialog“ vermittle Kinderpatenschaften für 25 Euro monatlich. „So können wir die Situation betroffener Kinder verbessern und ihr direktes Umfeldes miteinbeziehen“, sagt Ledl und verweist darauf, dass der Verein dringend Menschen sucht, die eine Patenschaft übernehmen.

Noch bis Anfang Dezember ist Ralf Ledl in Nepal und tut Gutes für Kinder und Jugendliche.

Mangels Einkommen wussten viele Menschen nicht mehr, wie sie ihr Essen für den nächsten Tag beschaffen sollten.“

Ralf Ledl, Benefiz-Reisender in Nepal
  • Paten gesucht und Spenden erbeten
  • Details zu den Patenschaften, Infos zu sämtlichen Projekten und Vorhaben sowie Unterstützungsmöglichkeiten findet man auf der Vereins-Homepage: www.menschen-im-dialog.de
  • Spenden: Menschen im Dialog e. V., VR-Bank Ostalb, IBAN DE 57 6149 0150 0402 0860 07
Ralf Ledl (l.) wird stellvertretend für Menschen im Dialog vom Verwaltungsdirektor der Gemeinde Chumnubri für die geleistete Arbeit und Hilfestellung geehrt
Ralf Ledl (vorne links) besucht die Schule in Bhangsing, wo der Neresheimer Verein zuletzt das Gelände und die Toiletten der Grundschule instandgesetzt hat.
Ralf Ledl (rechts) besucht die Grundschule in Nyak. Die Dorfbewohner freuen sich über den ersten „Touristen“ seit vier Jahren. Der Härtsfelder bringt Lernmaterial und Spielsachen mit, von "Menschen im Dialog" finanziert.

Zurück zur Übersicht: Neresheim

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare