Schwarz-Weiß-Fotos als Plädoyer für Nächstenliebe

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Vernissage-Gäste beim Betrachten der Fotografien.
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Was 42 Fotografien im Neresheimer Rathaus mit Inklusion und Emotion zu tun haben.

Neresheim. „Die Kunst der Nächstenliebe“ ist eine Ausstellung, die von Menschen mit Behinderung, von jungen und alten Menschen erzählt – in 42 fotografischen Porträts aus Ost- und Westdeutschland. Jetzt hat Gisela Graf-Fischer von Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb in diese besondere Werkschau in Schwarz-Weiß eingeführt, die noch bis 5. August im Adalbert-Seifriz-Saal des Rathauses zu sehen ist.

Die Ausstellung passt zu Neresheim. Daran ließ eingangs der Vernissage vor kleinem Publikum Thomas Häfele keinen Zweifel. „Wir leben hier die Inklusion“, stellte der Bürgermeister fest. Hier begegne man sich immer auf Augenhöhe. Menschen mit Behinderung gehörten seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich dazu. „Beim Stadtfest, wie bei Konzerten oder anderen Veranstaltungen.“ So begrüßte Häfele dann gleich das Ensemble der Samariterstiftung, „Happy people“, das die Ausstellungseröffnung mit seinen fröhlichen Liedern wie „Schön ist es auf der Welt zu sein“ musikalisch umrahmt hat.

Die Ausstellung biete einen sensiblen Blick in der sozialen und emotionalen Begegnung und lasse die Würde erkennen, die jedem Menschen innewohnt, zitierte Gisela Graf-Fischer aus dem Grußwort der Kuratorin Dr. Ursula Röper. „Die Wanderausstellung basiert auf dem gleichnamigen Fotoband aus dem Jahr 2013“, erklärte die Bereichsleiterin Wohnen in der Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb. Bekannte Fotografen der ehemaligen DDR hätten dafür in den 1970er und 80er Jahren Menschen porträtiert, die zu dieser Zeit in diakonischen Einrichtungen Ostdeutschlands gelebt haben. Die Ausstellung erweitere diesen Ansatz um Fotografien aus derselben Zeit aus Einrichtungen in Westdeutschland. Gisela Graf-Fischer hob auch im Sinne der Kuratorin hervor, dass es bei der Ausstellung keineswegs um eine historische handle. „Die Porträts entziehen sich jeder zeitlichen und regionalen Zuordnung und sind nicht typisch für behinderte und alte Menschen“, zitierte Graf-Fischer Röper, die die Idee und das Konzept lieferte. „Die Fotografien berühren uns deshalb heute unvermindert, weil wir darin Befindlichkeiten und Gefühle entdecken, die jede und jeder von uns kennt“, gab Graf-Fischer Ursula Röper wieder.

Stellwände und ihre Intention

Die Gesichter in den Porträts der sieben Fotografen erzählen den Betrachtern von Menschen, von ihrer Individualität und Emotionalität. Stellwände ergänzen und ordnen sieben Lebensbereiche, wie „Wohnen“ oder „Freundschaft und Nähe, ein. Einfühlsame Texte lassen den Betrachtern Raum für eigene Emotionen, leisten Hilfestellung für Inklusion und sind ein Plädoyer für Nächstenliebe.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 8 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr; Freitag: 8 bis 12.30 Uhr.

Gisela Graf-Fischer.
Musik macht Freude: Die „Happy people“ der Samariterstiftung.
Die Ausstellung „Die Kunst der Nächstenliebe - Menschen mit Behinderung in Fotoporträts“ ist in sieben Bereiche geteilt und zeigt 42 Fotos.
Rundgang durch die Ausstellung „Die Kunst der Nächstenliebe - Menschen mit Behinderung in Fotoporträts“
Rundgang durch die Ausstellung „Die Kunst der Nächstenliebe - Menschen mit Behinderung in Fotoporträts“.

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