So spart Neresheim jetzt Energie

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Die Schatten werden länger, die Tage kälter: Neresheim geht die kommunale Wärmeplanung an und sucht nach Energiesparpotenzial. Archivfoto: Sandro Brezger
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Wie die Stadt mit der Energieknappheit um geht, was der Gemeinderat beschließt und was das für die Bevölkerung bedeutet. Räte bringen zudem einen Wärmeplan auf den Weg.

Neresheim

Wie brisant das Thema Energie ist, zeigt sich darin, dass sich die Neresheimer Gemeinderäte jetzt gleich zweimal damit befasst haben.  Erstens: Die Stadt hat sich eine Wärmeplanung verordnet. Und zweitens: Wo lassen sich in Neresheim Strom, Gas & Co. sparen.

Die Neresheimer Räte sind einmütig dem Vorschlag der Stadtverwaltung gefolgt und wollen Strategien für eine klimaneutrale Wärmeversorgung entwickeln und umsetzen. „Wir sind als kleinere Kommune noch nicht verpflichtet, eine Wärmeplanung zu realisieren“, sagte eingangs Bürgermeister Thomas Häfele. Er gehe aber davon aus, dass dies auch bald für Neresheim zutreffe. „Das ist der aktuellen politischen Entwicklung geschuldet“, begründete der Schultes seine Aussage. Es sei vernünftig, jetzt einzusteigen, zumal die kommunale Wärmeplanung derzeit mit 80 Prozent gefördert werde. Bei einer aktuellen Kostenschätzung von 30000 Euro, belaufe sich der städtische Anteil auf 6000 Euro.

Stadtbaumeisterin Eva-Maria Ramsperger sprach von dem Ziel, „einen strategischen Fahrplan zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 zu schaffen“. Dies sei in vier Schritte gegliedert. Neben der Kommune selbst seien auch die Netzbetreiber wichtige Akteure.

Im ersten Schritt erhebe man die Bestände und Einsparpotenziale. Im zweiten Schritt gehe es um Potenziale für Raumwärme, Warmwasser und sogenannte Prozesswärme. Im dritten Schritt  entwickle man ein Szenario, um den zukünftigen Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien zu decken und um damit in der Folge eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Im schließlich letzten Schritt gehe es um die Strategie und darum, wie man die Neresheimer Wärmeplanung individuell umsetze.

Neresheim arbeite bereits jetzt mit der Hochschule Aalen und der EnBW zusammen, weshalb die Stadtbaumeisterin dafür plädierte nicht mit benachbarten Kommunen „im Konvoi“ eine Planung zu erarbeiten. Ramsperger plädierte vielmehr dafür, dass die beiden bewährten Partner das Projekt begleiten.

 Carmen Stumpf (Grüne) stellte die Frage nach dem zeitlichen Rahmen. „In neun Monaten wissen wir, ob wir bei der Förderung dabei sind“, sagte Ramsperger. Dann gehe sie davon aus, dass 2024  damit begonnen werden könne, die fertige Wärmeplanung umzusetzen.

Dann brauche man noch die finanziellen Mittel, um das umzusetzen, so Häfele. „Es ist gut, dass wir aktiv und mutig das Thema angehen.“

Maßnahmen jetzt und im Winter

Konkrete Maßnahmen, um aktuell Energie zu sparen, haben die Gemeinderäte auch beschlossen - teils einstimmig, teils mehrheitlich.

Die Raumtemperatur in Verwaltungsräumen wird auf 20 Grad Celsius abgesenkt. Ausgenommen sind medizinische Einrichtungen, Kitas und Schulen; in Hallen mit Schulsport wird die Temperatur auf 19 Grad reduziert, bei sonstigen Hallen auf 15 Grad.

Das Warmwasser wird an Handwaschbecken abgeschaltet.

Duschen bleiben geöffnet.

Die Straßenbeleuchtung wird von Null bis 4 Uhr abgeschaltet.

Der Warmbadetag im Hallenbad entfällt. Die Temperatur wird um zwei Grad Celsius auf 26 Grad reduziert.

Die Außenbeleuchtungen an öffentlichen Gebäude und Kirchen ist bereits abgeschaltet. Brennen darf nur die Sicherheits- und Notbeleuchtung.

Die genannten Maßnahmen, so Häfele, die für die Heizperiode 2022 und 2023 gelten, seien eng mit dem Landratsamt abgestimmt.

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