Stützt Kreistag Tangentenpläne?

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Ortsumfahrung Neresheim
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Die Kreisräte befassen sich an diesem Dienstag mit der Ortsumgehung von Neresheim und Ohmenheim. Bei einem Signal gibt die Härtsfeldstadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag.

Neresheim

Neresheim und Ohmenheim leiden seit Jahren unter der Belastung durch den Verkehr, vor allem den Schwerlastverkehr, den die Bundesstraße 466 in die beiden Kommunen bringt. Immer wieder ist deshalb eine Umgehungsstraße in der Diskussion. Bereits seit fast vier Jahrzehnten steht deshalb eine Trasse im Regionalplan wie auch im Flächennutzungsplan (FNP) für eine Nordumfahrung.

An diesem Dienstag befasst sich nun der Kreistag mit eben jener Trasse und der Forderung, dass die Ortsumfahrungen Neresheim und Ohmenheim in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Der Neresheimer Bürgermeister Thomas Häfele und mit ihm die Bürgerinnen und Bürger, die entlang der B 466 wohnen, hoffen, dass der Kreistag dieses Anliegen in Richtung Berlin unterstützt. “Wenn der Kreistag zustimmt, geben wir auf unsere Kosten eine Machbarkeitsstudie dafür in Auftrag“, sagt das Stadtoberhaupt.

Engagement des Landrats

„Die Ortsumfahrungen Neresheim und Ohmenheim stellen die einzige Möglichkeit dar, die Menschen entlang der B 466 von den Belastungen des Durchgangsverkehrs zu entlasten und zudem eine positive Entwicklung der Neresheimer Innenstadt zu ermöglichen“, begründet Bürgermeister Thomas Häfele die Forderung, die der Gemeinderat im Oktober dieses Jahres in einer Resolution einstimmig auf den Weg gebracht hat.

Der Gemeinderat habe sich bereits intensiv mit dem Thema befasst, so Häfele. Noch nie seien die Ortsumfahrungen Thema im Kreistag gewesen. Das sei das Verdienst von Landrat Dr. Joachim Bläse. „Ohne dessen großzügiges Engagement, wären wir nicht soweit“, freut sich der Neresheimer Schultes.

Prognose bis 2030

Bürgermeister Häfele nennt Zahlen, die für die Entlastung durch eine Tangente auf Neresheimer Gemarkung sprechen: „Die Prognose bis ins Jahr 2030 geht von täglich 13.000 Fahrzeugen und insbesondere von 1010 Schwerlastern aus.“ Bei diesen Werten seien die Auswirkungen einer möglichen Südumfahrung Nördlingen noch gar nicht eingerechnet. Und noch eines merkt der Schultes an: Die Verkehrsuntersuchung des Landkreises habe gezeigt, dass die B 466 unabhängig von den baulichen Maßnahmen an der B 29 zu sehen sei.

Das Mobilitätsverhalten, vermutet Thomas Häfele, lasse sich auch in Zukunft im ländlichen Raum nicht grundsätzlich verändern.

Weniger CO2 dank Tangente

Ein weiteres Argument, das für die Nordumfahrung von Ohmenheim und Neresheim spricht, sieht Häfele in der Gesamtstrecke, auf der weniger CO2 entstehe: „Die Neresheimer Umgehungsstraße ist insgesamt sogar 1,3 Kilometer kürzer als die bestehende Strecke. Somit ist Tangente klimaschonender als die Bestandsstraße.“

Damit die Tangente realisiert werden kann, muss ihr Bedarf, wie für andere Projekte – erfolgreiches Beispiel ist die B29 neu von Röttingen bis Nördlingen – im Bedarf des Bundesverkehrswegeplans verankert werden.

Stadt zahlt Machbarkeitsstudie

„Aktuell ist das noch nicht der Fall“, erklärt Häfele. Damit das gelingen kann, wird, sofern die Kreisräte dem Vorhaben zustimmen, die Stadt Neresheim auf eigene Kosten eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Damit wird ermittelt, was eine solche Maßnahme kostet und wie sie im Gelände verlaufen kann. „Dazu wünsche ich mir ein deutliches politisches Signal vom Kreistag, dass er hinter uns steht“, sagt Häfele.

Der Kreistag tagt an diesem Dienstag, 30. November, ab 15.30 Uhr in der Aalener Stadthalle.

Wenn der Kreistag zustimmt, geben wir auf unsere Kosten eine Machbarkeitsstudie in Auftrag.“

Thomas Häfele, Bürgermeister
  • Die Bundesstraße 466, der Verkehr und Tempo 30
  • Die Bundesstraße B 466 durchquert Neresheim und Ohmenheim. In der Kernstadt ist vor allem die Hauptstraße vom vielen Durchgangsverkehr mit zahlreichen Schwerlastern betroffen. Die Nutzung als Einkaufs- und Geschäftsstraße, der Zugang zum Rathaus und zur Gastronomie sind wegen der geringen Fahrbahn- und Gehwegbreiten nur eingeschränkt möglich.
  • Um die Passage sicherer und mit mehr Lärmschutz zu gestalten, wurde bereits 2014 für diesen Bereich Tempo 30 angeordnet. „Dennoch bleiben die Verhältnisse für die Fußgänger beängstigend, wenn sich dort zwei 40-Tonner begegnen“, sagt Bürgermeister Thomas Häfele. Zudem sei die Lärm- und Abgasbelastung für die Anwohner hoch.
Ortsumfahrung Neresheim Lastwagenverkehr Ortsmitte
Bürgermeister Häfele zeigt Verlauf der Ortsumfahrung Neresheim.
Luftaufnahme Neresheim

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