Ulrikes Einsatz für die Menschen

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Ulrike Gruber-Bittnar in ihrer "Oase". Der große Garten rund um ihr Eigenheim in Neresheim ist für sie Ausgleich, Erholung und Aktivfeld, wie hier am Sommerflieder, gleichermaßen.
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Was die Neresheimerin Ulrike Gruber-Bittnar antreibt und welche Pläne die 46-Jährige nach ihrem Rückzug als Präsidentin der Faschingsfreunde Kösingen schmiedet.

Neresheim

Ein Treffen mit Ulrike Gruber-Bittnar, der langjährigen Präsidentin der Faschingsfreunde Kösingen, in der Kernstadt und nicht im idyllischen Teilort? "Ja, als ich aufs Härtsfeld zurückgekehrt bin, wollte ich es doch etwas städtischer", erzählt die 46-Jährige mit einem Augenzwinkern. Dennoch hat sie den Verein der Faschingsfreunde Kösingen viele Jahre geleitet und geprägt – und ist ihm nach über 27 Jahren noch immer treu.

Begonnen hat alles in Demmingen. Der Härtsfeldort bei Dischingen ist Ulrike Gruber-Bittnars Heimat. Beim traditionellen Stadelfest tanzt eine Mädchengruppe – unter ihnen ist die jugendliche Ulrike. "Über die Gruppe, die ich zeitweise auch trainiert habe, entstand mein Kontakt zu den Kösinger Faschingsfreunden", erinnert sich die 46-Jährige an den Start ihrer "Vereinskarriere".

Mit 18, den Führerschein in der Tasche, tritt sie 1993 dem Kösinger Verein bei. Drei Jahre tanzt sie in der Garde. Eine Knie-OP und ihr beruflicher Wechsel nach Heilbronn bedeuten auch einen Wechsel zu den "Zündele" der Faschingsfreunde und später zu den "Hexen". Ans Aufhören bei den Fasnachtern in Kösingen hat sie während ihrer Heilbronner Zeit nie gedacht.

Der Liebe wegen – zu ihrem Mann Thomas – kehrt sie 2010 zurück aufs Härtsfeld. "Heilbronn ist eine große Stadt. Da war es für mich ausgeschlossen, in einen Neresheimer Teilort zu ziehen", erinnert sich Ulrike Gruber-Bittnar. Die Zeit in Heilbronn habe sie geprägt. Sie sei unabhängig geworden und habe bei ihrem Nebenjob in einer Besenwirtschaft viel gelernt und profitiert. "Die Wirtschaft war mir damals ein Stück Ersatz für das Vereinsleben", wertet sie diese Zeit während die "Frau mit dem grünen Daumen" im Wintergarten des Hauses sitzt.

Zurück auf dem Härtsfeld startet sie für den Verein durch. Als Schriftführerin wird Ulrike Teil des Vorstands; übernimmt das Training für die Hexengruppe – die "Wetterhexen", denen sie selbst seit 1998 angehört; und engagiert sich mit ihrem Mann, wo man die beiden braucht.

Ein Lächeln auf Lippen zu zaubern, ist keine Kunst!

Ulrike Gruber-Bittnar Faschingsfreunde Kösingen

Zwei Jahre sind die Faschingsfreunde ohne Vorsitz. Bis 2012 Ulrike Gruber-Bittnar das Amt der Ersten Präsidentin übernimmt. Als erste Frau an der Spitze des Vereins. Es gibt viel zu tun bei den Kösinger Narren. Den Garden fehlt der Nachwuchs. "Damals hatten wir keine 30 Mädchen in den drei Garden", erzählt die engagierte Fasnachterin. Heute zählt der Verein über 90 Mädchen, die in fünf Garden während der Faschingszeit unterwegs sind und den Verein repräsentieren "Darauf bin ich echt stolz."

Neben den Garden stärkt die neue Vorsitzende auch die Hästräger. Sie ruft eine Bubengruppe ins Leben. "Bei den Umzügen standen die Männer – ob groß, ob klein – oft nur am Wegesrand, da galt es, etwas zu tun." Aus der Idee wird Wirklichkeit. Mithilfe von Dr. Holger Fedyna entsteht das "Keeseger wilde Heerle". Doch damit nicht genug. Die "Köhlberg-Weibla" besuchen den "Jungbrunnen" und erhalten Verstärkung; der Elferrat wird ausgebaut. "Auf heute mehr als 20 Personen, mit dem Vorstand und den Ersatzelferräten und -rätinnen." Und weil die Vorsitzende schon immer eine Netzwerkerin ist, entstehen zahlreiche Bande – nach Heidenheim, ins Bayerische und selbstverständlich in den gesamten Ostalbkreis.

Der Kontakt zu den Menschen macht ihr Freude. In der Freizeit wie im Beruf. "Ich freue mich, wenn andere sich freuen", sagt die 46-Jährige, deren Lebensmotto "arbeiten mit und für Menschen" lautet. Da passt es auch, wenn sie sagt: "Ein Lächeln auf Lippen zu zaubern, ist keine Kunst!"

Nicht nur in ihrer Freizeit stehen Menschen und die Vereinsgemeinschaft im Mittelpunkt. Auch ihr Beruf ist eng damit verbunden: Hauptberuflich bei der Arbeitsgemeinschaft "Inklusion Heidenheim – gemeinsam leben, gemeinsam lernen"; nebenberuflich als Stilberaterin und Kosmetikerin.

Mit alledem hat Ulrike Gruber-Bittnar viel erreicht. Weshalb sie vor gut zwei Jahren ihren Rückzug vom Amt der Faschingspräsidentin angekündigt hat – noch vor der schweren Krankheit ihres Mannes Thomas. "Zur rechten Zeit", sagt sie. Mit viel Einsatz steht sie ihm nun zur Seite. Und dennoch hegt das Energiebündel, nachdem sie in diesem Jahr den Vereinsvorsitz an Michael Hafner und Philipp Hegele übergeben hat, ein neues Ziel: die Kommunalpolitik. Ein großes Aufgabenfeld, bei dem der Focus wieder auf den Menschen liegt. Barrierefreier soll Neresheim werden. Und so kommt nach Familie und Garten neben dem Fasching nun die Politik als vierte Säule in Ulrike Gruber-Bittnars Leben hinzu.

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