Viel Lob für die Feuerwehren im Kreis

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Hans Bader tritt nach 56 aktiven Jahren kürzer, Klaus Kurz wird neuer Altersobmann und Bezirksbrandmeister Adrian Wibel ist dankbar über seine Ostälbler.

Neresheim

Draußen vor der Härtsfeldhalle reihen sich im Schneetreiben Mannschaftswagen an Mannschaftswagen, drinnen fesche dunkelblaue Uniform an Uniform. Der Kreisfeuerwehrverband hat nach Jahren der Coronazwangspause seine 48. und 49. Verbandsversammlung abgehalten. Mit 170 statt den sonst über 400 Gästen, aber immerhin: Es war möglich.

Und trotz dreieinhalb Stunden Sitzung - von Langeweile keine Spur. Weil sie Feuer und Flamme sind für ihr Ehrenamt, die Feuerwehrmänner und -frauen des Ostalbkreises. Das wird schnell klar. Sie brennen für ihren Dienst. Und setzen dabei oft genug ihr Leben aufs Spiel, um das anderer zu retten. Darauf verwies CDU-Landtagsabgeordneter Tim Bückner.

Die Planungen für den Neubau der Leitstelle, die Stärkung der Fachkompetenz der Feuerwehr und die Neubesetzung der Kreisbrandmeisterstelle – dies ist mit Andreas Straub gut gelungen - nannte Verbandsvorsitzender Willibald Freihart als die wichtigsten Themen, die den Verband beschäftigen. Egal, ob die digitale Abfrage der Rettungskarte über das Nummernschild oder Brandschutz, der immer komplexer werde: Vieles verändert sich, die Kameraden müssen fit sein in zahlreichen Bereichen, wissen sie doch nie, was sie am Einsatzort erwartet. Da muss geschult werden. Ebenso wichtig: „Wir müssen uns mit Katastrophenschutzplanung intensiv beschäftigen, auch mitlangfristigem Stromausfall und Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur.“ 

Kreisbrandmeister Otto Feil, der zum 1. August sein Amt abgibt, zählte mit dem Aufbau des Impfzentrums, das Organisieren von Coronaabstrichstellen oder den Bombenfund in Aalen auf, was die Wehren geleistet haben. Neben ihren „normalen“ Einsätzen bei Unfällen, Feuer oder Hochwasser. Auch den Menschen im Ahrtal hatten Ostalb-Feuerwehrleute beigestanden. Die Umstellung der Alarmierung auf digital sei eine Mammutaufgabe, aber gelungen.

Ehrenamt dürfe nicht überladen werden mit Aufgaben, die an anderen Stellen Sparmaßnahmen zum Opfer fielen, sagte Kreisjugendfeuerwehrwart Daniel Maier. Wie wertvoll die Arbeit der Wehren ist, betonte Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele stellvertretend für alle seine Amtskollegen im Landkreis. Landrat Dr. Joachim Bläse sprach sich dafür aus, die hohe Fachkompetenz – wie bei dem scheidenden Altersobmann Hans Bader – nicht gehen zu lassen. „Das können wir uns bei dieser Demografie nicht leisten.“

Von Bezirksbrandmeister Adrian Wibel gab's ein dickes Lob: „Auf den Ostalbkreis kann ich mich verlassen.“ Da unterstütze die Feuerwehr das Regierungspräsidium beispielsweise auch in der LEA. Pfarrer Bernhard Richter, Leiter der Notfallseelsorge im Kreis, riet, an der nicht selbstverständlichen Kameradschaft festzuhalten.

Ehrungen

Das Deutsche Feuerwehr Ehrenkreuz in Bronze erhielten Frank Brucker und Bernd Retter aus Aalen, Holger Schmid und Heiko Bernthaler aus Abtsgmünd und Thomas Barthle aus Waldstetten. Zur Ehrenmedaille in Silber beglückwünschte Freihart aus Waldstetten Ewald Brühl, Hariolf Ohrnberger und Anton Heilmann aus Ellwangen und Georg Scherr aus Schwäbisch Gmünd. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ging an Kai Niedziella aus Aalen und Franz-Josef Gockner von der Werksfeuerwehr Munksjö. Kreisbrandmeister Otto Feil überreichte dem scheidenden Altersobmann Hans Bader das Ehrenzeichen in Gold in besonderer Ausführung für mindestens 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Seinen Posten übernehmen in Zukunft Klaus Kurz und Feil als Stellvertreter. Die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille erhielten Leinzells Bürgermeister Ralph Leischner und der ehemalige Neresheimer Hauptamtsleiter Klaus Stiele.

Der Kreisfeuerwehrverband in Zahlen

5826 Mitglieder, 3839 Aktive, 1107 in der Jugendfeuerwehr, 880 in den Altersabteilungen. Im Bereich der Jugendwehren gab es 2021 40 Jugendfeuerwehren, 62 Jugend- und fünf Kindergruppen. 986 Jugendliche sind in den Jugendgruppen aktiv.

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