Wie eine Idee viel Lebensfreude schenkt

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Blühendes Neresheim: In einer großen Gemeinschaftsaktion wurden Marienplatz, Innenstadt und vor allem der Stadtgarten deutlich aufgewertet. Archivfoto: han

"Blühendes Neresheim" belebte die Innenstadt und Stadtgarten in Zeiten der Krise.

Neresheim. Vor gut einem Jahr entstand die Idee zu "Neresheim blüht". Drei Ziele waren laut Bürgermeister Thomas Häfele angedacht: Die Stadt sollte optisch schöner werden, man wollte im Zeichen von Naturschutz und Klimaerwärmung etwas tun und sah das Ganze als großes, ehrenamtliches Gemeinschaftsprojekt.

Letztendlich wurde aus dem "Blühenden Neresheim" trotz Pandemie eine weit über die Grenzen des Härtsfeldes hinaus viel beachtete Sommeraktion mit hohen Besucherzahlen. Ein Rückblick mit Bürgermeister Thomas Häfele im Interview.

Der frühere Landrat Klaus Pavel sprach sogar von einer Kreisgartenschau. Wie sieht ihr persönliches Fazit in Sachen Blühendes Neresheim aus?

Thomas Häfele: Bei Ausbruch der Pandemie waren wir nahe dran, alles abzusagen. Als die Infektionszahlen besser wurden und es erste Lockerungen gab, boten sich die 12 000 Quadratmeter Freifläche im Stadtgarten natürlich perfekt an für ein neues Veranstaltungskonzept. Letztendlich hat die Aktion dann genau den Nerv der Coronazeit getroffen. Die Menschen haben sich nach Veranstaltungen, Musik, Kultur und Natur gesehnt, und es war immer wieder schön zu sehen, dass Innenstadt und vor allem der Stadtgarten abends und an den Wochenenden sehr gut besucht waren. Auch die Gastronomie hat spürbar davon profitiert. Es wurde ein voller Erfolg und wir sind sehr zufrieden.

Wie hat Neresheim in Sachen Umplanung die Kurve gekriegt?

Indem alle mit unglaublichen Engagement angepackt haben. Natürlich geht ein dickes Lob an Bauhof und Stadtgärtner. Aber ohne die Vereine, Firmen, Sponsoren, Privatpersonen und Ehrenamtlichen hätte es natürlich nicht stattfinden können. Ein Riesendank an alle, die das Projekt möglich gemacht haben.

Was bedauern Sie am meisten?

Dass wir das Eröffnungswochenende nicht mit der ganzen Bevölkerung machen konnten und dass unsere Musikvereine coronabedingt nicht auftreten durften. Zum Beispiel die Stadtkapelle am Eröffnungswochenende. Das war sehr traurig.

Ein Blick auf die Kosten?

Letztendlich hat die Aktion meiner Ansicht nach den Stadthaushalt recht wenig belastet. Ich würde da von einer Summe zwischen 30- und 40 000 Euro sprechen. Im Verhältnis zum Erreichten ist das für mich in Ordnung. Der größte Teil kam über das ehrenamtliche Engagement und allein auch über 45 000 Euro an Spenden.

Jetzt kann man natürlich nichts vorhersagen. Aber wie sehr beeinflusst die Coronakrise die Planungen für 2021?

Bisher haben wir zwei Großevents mit dem Landesmusikfestival am 20. Juni und am Wochenende darauf DJ Ötzi und das große Stadtfest. Das passt, weil wir nur einmal auf- bzw. abbauen müssen. Momentan planen wir so, dass wir in der Innenstadt Platz für diese Events vorsehen und deshalb das Blühende Neresheim mehr im Stadtgarten stattfinden wird. Wir planen, als ob alles stattfinden würde, wissen aber auch, dass es die ganz große Form früherer Jahre wohl nicht gegen kann oder wird. Wir müssen halt schauen, wie sich alles entwickelt. Wir natürlich wollen wir alles wieder bunter, vielfältiger und abwechslungsreicher machen.

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