Wie eine Studie für eine neue Neresheimer Kita überzeugt

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Der Blick von oben auf die Kindertagesstätte
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In Neresheim fehlen im Herbst 50 Kita-Plätze – 2023 sollen es 80 fehlende Plätze sein. So will die Stadt dem Mangel begegnen. Was das kostet und wo die Einrichtung entsteht.

Neresheim

Kindergartenplätze sind in Neresheim rar. Bis September fehlen 50 Plätze, im September 2023 sind es sogar 80 Kitaplätze. Das machte Bürgermeister Thomas Häfele jetzt im Gemeinderat nochmals deutlich, als es darum ging, die Rätinnen und Räte auf eine fünfgruppige zentrale Einrichtung in der Kernstadt einzuschwören. Das ist dem Neresheimer Schultes am Ende auch gelungen. Einstimmig votierten die Gemeinderäte am Ende für eine solche Einrichtung an der Graf-Stauffenberg-Straße. In direkter Nachbarschaft zum bestehenden evangelischen Kindergarten Sohlhöhe.

Die Fakten

Zuerst standen aber die Fakten im Fokus, als es um den Neubau eines Kindergartens in Neresheim ging. Diese lieferte Christoph Baur vom Architekturbüro Wittmann in Form einer Machbarkeitsstudie. Der Architekt erläuterte den Standort, sprach von einem großen Höhenunterschied auf dem Gelände, und präsentierte in der Studie ein zweigeschossiges Gebäude für fünf Gruppen.

Der Eingang führe zu einem Zwischengeschoss, von dem aus die Räume der drei Ü-3-Gruppen und die der beiden U-3 Gruppen erreicht werden. Die Kinder über drei Jahren seien im Obergeschoss untergebracht, die unter Dreijährigen im Erdgeschoss.

Lichtkamine, Bauland & Co.

„Das Gebäude ist offen gestaltet“, charakterisierte Baur die Studie. Das Bauwerk könne in Holzbauweise, als Massivbau oder mit Modulen realisiert werden. Technisch hervor hob der Planer die Nachtkühlung über ein energiesparendes System mit sogenannten Lichtkaminen, über die nachts die Luft ausgetauscht werde. Weiteres Kennzeichen des Bauwerks sei Photovoltaik auf dem Dach. Baur verwies zudem auf die Grüne Mitte, die sowohl vom Kindergarten als auch von den Schülerinnen und Schülern der Härtsfeldschule als auch des Werkmeister-Gymnasiums genutzt werden können. Zudem sei im östlichen Bereich ein Areal ebenfalls in städtischer Hand, das sich als Bauland eigne. Der Planer rechnete vor, dass sieben Grundstücke, zwischen 500 bis 975 Quadratmeter groß, entstehen könnten. Finanziell bedeute das eine „Gewinnerwartung in Höhe von 660 000 Euro“.

Zudem macht Baur zwei Rechnungen auf. Bei einem Baukörper für eine fünfgruppige Kita plane man mit 29 Räumen insgesamt; davon zehn Gruppen- und Nebenräume; die übrigen sind unter anderem für Verwaltung, als Küche und Mehrzweckräume konzipiert. Dagegen stellt er eine dreigruppige Kita mit 25 Räumen, davon sechs Gruppen-und Neben- sowie 19 restliche Räumen. Die Kosten für die große Variante 3,35 Millionen Euro und für die kleinere 2,62 Millionen Euro.

Was ist mit den Teilorten?

Ein kluger Schachzug? Noch in jüngster Vergangenheit war im Gemeinderat eine Diskussion entbrannt, ob nicht auch in den Teilorten die eine oder andere Kindergartengruppe eingerichtet werden könne. Schließlich gebe es dort Räume und einen gewissen Bedarf. Allerdings, so Häfele damals, müsse man durchaus einiges investieren, um die Räume auch als solche adäquat nutzen zu können.

Häfele redet Tacheles

Auch dieses Mal wies der Schultes darauf hin, dass es nicht zielführend sei über die Ortsteile zu reden. „Der Bedarf für Kita-Plätze ist eindeutig in Neresheim“, betonte der Bürgermeister. Zudem brauche es einen sechsstelligen Betrag, um die Substanz in den Teilorten zu ertüchtigen. Ein weiteres Argument für die Kernstadt und einen zentralen Standort nannte Häfele, als er den Personalschlüssel ansprach. In einer zentralen Kita komme man rechnerisch mit weniger Personal aus als in örtlich verteilten Gruppen. „Unsere Planungen, Vorberatungen und die Förderung müssen in Richtung einer fünfgruppigen Kita auf der Sohlhöhe gehen“, forderte Thomas Häfele.

Das sagen die Räte

„Uns läuft die Zeit davon, der Druck wird mehr“, sagte Werner Schrezenmeier. Der CDU-Rat erinnerte daran, dass Neresheim sich familienfreundlich rühme. Es müsse nun mit der Planung begonnen werden, forderte er.

Manuel Gillner strich den Bedarf in der Kernstadt heraus und signalisierte ein Votum für die fünfgruppige Einrichtung, dem dann auch sämtliche Räte folgten.

Zahlen, Daten, Fakten

Für die fünfgruppige Kita sollen insgesamt 29 Raume entstehen, davon zehn Gruppen- und Nebenräume.Die Kosten belaufen sich laut Studie auf 3,35 Millionen Euro.

Die neue Kita soll an der Graf-Stauffenberg-Straße entstehen.
In direkter Nachbarschaft zum bestehenden evangelischen Kindergarten Sohlhöhe will die Stadt an der Graf-Stauffenberg-Straße eine fünfgruppige Kindertagesstätte errichten. Die Grüne Mitte soll für den Schülerinnen und Schülern ebenso wie den Kindern zur Verfügung stehen.
Der Blick von der Graf-Stauffenberg-Straße auf den Eingangsbereich der neuen Kita

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