Wo Weihnachten die Tannen stehen

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50 bis 70 Prozent der Bäume, die der Familienbetrieb Karl Stoll verkauft, stammen von eigenen Plantagen, der Rest wird zugekauft.
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Feiern mehr Menschen das Christfest mit Baum & Co.? Wie Hannes Stoll die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen und Deko in Zeiten der Corona-Pandemie einschätzt.

Neresheim-Weilermerkingen

Ein Feld auf dem Härtsfeld. Wo noch vor wenigen Tagen Tanne an Tanne stand, steht ein Trecker und Erntehelfer verladen bereits in Netze verpackte Christbäume auf einen Anhänger. Alltag Mitte November beim Familienbetrieb Karl Stoll in Weilermerkingen. Auch in Corona-Zeiten. "Wir müssen bei allem, was wir tun, auch die Hygieneschutzauflagen einhalten", sagt Hannes Stoll, einer der Juniorchefs im Unternehmen. Doch wirkt sich die Pandemie auf das Weihnachtsgeschäft insgesamt aus?

Die Mitarbeiter kommen derzeit gut voran. Nachdem die circa zehn Jahre alten Bäume mit der Motorsäge geerntet sind, werden sie mithilfe des Netztrichters verpackt, per Anhänger in den Betrieb gebracht, dort auf Paletten gepackt und ausgeliefert. Ziel sind, wie in den Jahren zuvor, unter anderem Großkunden in Bayern und Baden-Württemberger. Der Weilermerkinger Familienbetrieb beliefert aber auch Standorte in der Region, neben Weilermerkingen etwa in Aalen, Ellwangen und Heidenheim. "Wir erwarten, dass die Nachfrage nach Christbäumen in dieser Saison eher ansteigt", sagt Hannes Stoll. Grund sei die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Restriktionen, mehr daheim zu bleiben.

Baumverkauf ab dem 1. Advent

Die Frage, ob Weihnachten dieses Jahr wieder mehr zum Familienfest in den eigenen vier Wänden werde, beantwortet er mit einem eindeutigen Ja. Winterurlaub und Weihnachten fern der Heimat seien nach aktuellem Stand kaum vorstellbar. "Da wollen die Leute ein schönes Zuhause. Mit Christbaum & Co.", sagt Stoll und betont, dass in Weilermerkingen auch Privatkunden schon die ersten Bäume gekauft haben. Grundsätzlich starte der Einzelverkauf aber immer so richtig am ersten Advent. "Da stellen viele die geschlagene Tanne in die Wohnung oder schmücken mit ihr den Garten", sagt der Juniorchef. "Ein Christbaum gehört zum Christfest einfach dazu."

Selbst schlagen oder online?

Vor allem Familien haben das "Abenteuer" entdeckt und schlagen den Baum in den Plantagen häufig selbst. Konträr dazu sind Onlinebestellungen. "In den vergangenen Jahren ist bei uns der Onlinehandel mit Weihnachtsbäumen stetig gestiegen", sagt Stoll. Diese Option, so vermutet er, werde in diesem Jahr an Bedeutung gewinnen. Da gehe alles kontaktfrei und mit entsprechend Abstand. "Der Baum wird per Paketdienst zu einem bestimmten Termin ans Haus geliefert", sichert Stoll zu.

Wir erwarten, dass die Nachfrage nach Christbäumen in dieser Saison eher ansteigt.

Hannes Stoll Juniorchef

Die Kosten? Die hängen von der Größe des Baumes ab. Grundsätzlich sicher sei allerdings, dass das Preisniveau in diesem Jahr steige. "Wegen der Pandemie ist auch unser Aufwand gestiegen", erklärt Stoll und spricht von ein bis zwei Euro pro Christbaum. Der Klimawandel trage dafür nicht die Schuld. "Der kommt uns eher entgegen." Es gebe weniger Spätfröste auf dem Härtsfeld und Hitze und Trockenheit steckten die Nordmanntannen leichter weg. Das entspreche eher den Bedingung im Kaukasus, woher die Tanne stamme.

Engel, Kugeln und Lichter

Nicht nur Bäume sind im Advent gefragt. Wer einen Christbaum kauft, braucht Kugeln und Lichter. Da zudem die Menschen gehalten sind, daheim zu bleiben, rechnet Hannes Stoll damit, dass auch die Deko-Artikel stärker nachgefragt werden. "Engel, Nikolaus, Gestecke und vieles mehr machen die Wohnung weihnachtlich", sagt er.

So halten Sie Ihren Christbaum frisch: Zuhause sollte man eine kleine, zwei bis drei Zentimeter dicke Scheibe vom Stamm des Baumes absägen und ihn dann in Wasser stellen. Das hält die Leitbahnen frei und der Baum kann weiter Wasser ziehen.

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