Zwei Hektar fürs Gewerbe in Elchingen

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Das Gewerbegebiet „Im Reichertstal“ wird erweitert. Damit entsteht mehr Platz für Betriebe. Was sich indessen im Gewerbegebiet „Im Riegel Nord“ tut und wie es entwässert wird.

Neresheim

Das Gewerbegebiet Reichtertstal in Elchingen wird erweitert. Das haben die Gemeinderäte jetzt auf den Weg gebracht. „Neresheim hat einen erheblichen Bedarf an gewerblichen Bauflächen“, sagte eingangs der Sitzung Manuel Hoke vom Stadtbauamt. Der Planer erinnerte daran, dass in dem Teilort so gut wie alle Flächen bebaut seien. Zudem sei ein erheblicher Teil der noch unbebauten Flächen für Betriebe vorgemerkt oder bereits als Erweiterungsfläche ortsansässiger Betriebe in privatem Eigentum.

Das neue Gewerbegebiet soll östlich der Firma Holzbau Kienle entstehen. „Der Flächennutzungsplan weist das Areal derzeit als landwirtschaftliche Fläche aus“, erklärte der stellvertretende Bauamtsleiter Hoke. Die Erweiterung sei auf einer zwei Hektar großen Fläche geplant. Auch hier gibt es laut Hoke bereits konkrete Interessenten für einen Großteil der Fläche.

Eine Erschließungsstraße sei nicht nötig, da das künftige Gewerbegebiet durch vorhandene Straßen erreichbar sei. „Für die Entwässerung ist der vorhandene Weg nicht geeignet“, erläuterte Hoke. In diesem befinde sich eine Hochdruckgasleitung. Deshalb müsse man die Versorgungsleitungen über die angrenzenden Flächen verlegt werden.

Auf die Frage von Stadträtin Waltraud Brenner (Freie Wähler), ob 50 Meter lange Gebäude zulässig seien, betonte Manuel Hoke, dass diese Länge nur in Ausnahmefällen möglich sei. Thema war auch der Mischkanal. Rafael Keim (Grüne) mahnte an, dass diese Form der Abwasserentsorgung nicht mehr zeitgemäß und zudem teuer sei. „An dieser Stelle sind durch das bestehende Gewerbegebiet allerdings schon Tatsachen im Vorfeld geschaffen“, sagt Stadtbaumeister Bernd Wengert, der erläuterte, das wegen des lehmhaltigen Bodens die Versickerung des Dachflächenwassers kaum möglich sei. Da müsse man sich mit den Gegebenheiten – das sei der bereits vorhandene Mischwasserkanal – zufriedengeben, meinte Wengert.

Das Gremium votierte schließlich einmütig für die dritte Erweiterung des Elchinger Gewerbegebiets.

Ebenfalls ums Wasser ging es beim Bebauungsplanverfahren „Im Riegel-Nord“. Stephan Müller vom G+H Ingenieur Team stellte drei Varianten vor, wie das Erweiterungsareal des Neresheimer Gewerbegebiet entwässert werden könnte: durch ein sogenanntes modifiziertes Mischsystem mit Mischwasserkanal, Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken, durch eine zentrale Versickerungsanlage oder durch eine zentrale Versickerungsanlage mit einer sogenannten Kaskaden-Versickerung.

Hoher Flächenverbrauch

Bürgermeister Thomas Häfele machte sogleich deutlicht, dass er „kein Fan ist von riesigen Entwässerungsmulden“. Doch es gebe an dieser Stelle keine echte Alternative. Das Gremium votierte schließlich bei einer Enthaltung für die Variante zwei. Trotz des großen Flächenverbrauchs von 9500 Quadratmetern sei diese Variante eine kompakte Anlage mit vergleichsweise geringen Baukosten und einem örtlich geschlossenen Wasserkreislauf, betonte der Bürgermeister.

Neue Gemeinschaft

Bis zur Entscheidung des Bundeskartellamts Mitte 2015 hat as staatlichen Forstamt Bopfingen für die Stadt Neresheim und Privatwaldbesitzer den Holzverkauf organisiert werden. Die Holzvermarktung soll nun über einen genossenschaftlichen Zusammenschluss des Ostalbkreises mit den Kreisen Schwäbisch Hall und Rems-Murr erfolgen. Die Gemeinderäte votierten einstimmig für den Beitritt zu dieser Genossenschaft, auch wenn man, wie Stadtkämmerer Martin Wenzel erklärte, mit höheren Kosten rechnen müsse. Wenzel betonte, dass die Stadt weiterhin die Möglichkeit habe, ihr Holz selbstständig zu verkaufen. Zudem bestehe die Option, nach drei Jahren die Genossenschaft wieder zu verlassen.

Der Flächennutzungsplan weist das Areal derzeit als landwirtschaftliche Fläche aus.“

Manuel Hoke, Stellvertretender Bauamtsleiter
Im „Reichertstal“ soll ein neues Areal erschlossen werden, damit sich Unternehmen ansiedeln können. SDZ-Grafik: ca

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