Neresheimer Verein appelliert an Bundesregierung

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Der Neresheimer Verein hilft vor Ort in Nepal.

Insgesamt 40 Organisationen wenden sich mit dringendem Appell an Bundesregierung.

Neresheim. Mit einem dringenden Appell wendet sich der Verein Menschen im Dialog Neresheim gemeinsam mit 39 weiteren Organisationen an die deutsche Bundesregierung. Am 14. Mai wurde ein Schreiben mit der Bitte um schnelle Hilfe für Nepal zur Bewältigung der zweiten Corona-Welle an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie mehrere Bundesminister gesendet.

Täglich neue Erkrankte

„Die zweite Welle der Covid-19 Pandemie trifft Nepal mit voller Härte: Unsere Freunde und Partner in Kathmandu berichten, dass es im eigenen persönlichen Umfeld immer mehr infizierte Menschen gibt“, berichtet Ralf Ledl vom Verein Menschen im Dialog. Täglich würden neue Erkrankte hinzukommen, die nicht mehr in den Krankenhäusern aufgenommen werden könnten. Insbesondere Sauerstoff sei knapp. „Dringend benötigte Hilfsgüter aus dem Ausland kommen nur sehr langsam an“, berichtet Ledl. „Wie bereits im Frühjahr 2020 leiden Menschen Hunger, die über kein Einkommen mehr verfügen. Die Lage scheint daher ähnlich dramatisch als im Nachbarland Indien zu sein, manche behaupten dramatischer.“

Lage des Gesundheitssystems

Bei bereits völlig überlasteten Krankenhäusern und niedrigen Testraten - in etwa 18 000 täglich - werden derzeit täglich beinahe 9000 Neuinfektionen registriert. Todesfälle sind täglich bereits mehr als 200 zu verzeichnen. Deshalb ist eine Ausgangssperre auferlegt worden. Aus dem angrenzenden Indien kehren Arbeiter in ihre Heimat Nepal zurück. Für sie gilt eine Test- und gegebenenfalls Quarantänepflicht. Nepals fragiles Gesundheitssystem ist mit der Situation völlig überfordert. In Krankenhäusern fehlt es zum einen an medizinischem Material, an Betten und Sauerstoffversorgung, aber auch an qualifiziertem Personal. Für die gut 30 Millionen Einwohner stehen in etwa 1600 Intensivbetten bereit. Dies entspricht in etwa 5,33 Intensivbetten pro 100 000 Einwohner, in Deutschland sind es über sechsmal so viele. Eine Aussicht auf eine Schutzimpfung ist für Millionen Menschen weit entfernt, allein für die anstehenden Zweitimpfungen fehlen rund 1,6 Millionen Dosen.

Wie der Verein vor Ort hilft

„In Bezug auf die aktuelle Krise leistet Menschen im Dialog e.V. mit seinen Partnern seit über einem Jahr Hilfe vor Ort, sowohl präventiv (Schulung und Aufklärung), als auch mit Nahrungsmitteln und Hygienematerial. In Schulen wurden beispielsweise neue, zusätzliche Wassertanks installiert, um Hygienemaßnahmen besser umsetzen zu können. Jede noch so kleine Spende wirkt“, sagt Conny Gleisle, Vorstand von Menschen im Dialog.

In enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und dem staatlichen Koordinator setzt der Verein seine Arbeit im Rahmen eines Gesundheitsprojektes in der Manaslu-Region fort. Für zusätzlich dringend notwendiges Material wie beispielsweise Schutzkleidung und Isolationsbetten werden derzeit Spenden erbeten und Beschaffungen organisiert. Für die teils in den Slums des Stadtteils „Sinamangal“ in Kathmandu lebenden Kinder, ihren Eltern und Familien, war es bereits vor dem Lockdown schwierig, genügend Nahrungsmittel auf den Teller zu bekommen. Ein Hilfspaket, welches Nahrungsmittel und Hygieneartikel für eine vierköpfige Familie enthält und für rund vier Wochen ausreicht, kostet umgerechnet etwa 20 Euro.

„Bei allen vorherrschenden Problemen gilt es für uns, langfristig ausgelegte Projekte nicht vollständig aus den Augen zu verlieren oder zu gefährden.“, so Ledl. Man priorisiere erneut, um und versuchen, so gut es im Rahmen der Möglichkeiten geht, Nothilfe zu leisten. Man sei allen unglaublich dankbar, die diesen Rahmen erweitern wollen und können.

Spendenkonto: VR-Bank Ostalb eG Aalen | IBAN DE57 6149 0150 0402 0860 07 | BIC GENODES1AAV; Kontakt zum Verein und Details auch unter www.menschen-im-dialog.de

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