Neues Gemeindezentrum für Ebnat

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Das katholische Gemeindezentrum in Ebnat wird renoviert. Die Pläne präsentieren (v.l.): Kirchengemeinderat Hans Peter Kinzl, Architekt Elmar Weber, die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats Monika Gentner und Pfarrer Andreas Macho.

Für 2,75 Millionen Euro wird zeitnah der Komplex aus altem Pfarrhaus, Pfarrscheuer und Gemeindehaus innen umfassend umgebaut und saniert.

Aalen-Ebnat

Auffallend und wunderschön: Auf einem weitläufigen, fast schon parkähnlichen Gelände liegt zentral in Ebnat ein beeindruckendes Gebäudeensemble, bestehend aus der Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis, dem alten Pfarrhaus, dem Gemeindehaus und der alten Pfarrscheuer. Der Baubestand ist teilweise sehr alt, vom Anfang bis Mitte des 18. Jahrhunderts und denkmalgeschützt. Von außen sieht alles noch recht nobel aus. Doch: Die letzte grundlegende Sanierung war, als Pfarrhaus und Pfarrscheuer durch den Zwischenbau verbunden wurden. Das war 1980/81.

„Ein Blick genügt, um zu wissen, was hier los ist“, sagt Architekt Elmar Weber, Fachmann für Denkmalpflege und die Sanierung historischer und kirchlicher Gebäude aus Langenau bei einem Pressegespräch. Geladen hatte die Kirchengemeinde Ebnat um Pfarrer Andreas Macho, die gewählte Vorsitzende Monika Gentner und Hans Peter Kinzl, im Kirchengemeinderat zuständig für Gebäude und Finanzen.

Der Grund liegt auf der Hand: Nichts geht mehr, hier im katholischen Gemeindezentrum. Von Heizung über Sanitäranlagen bis Brandschutz – alles ist veraltet. Teilweise sogar marode und angefault, wie das Dach im alten Pfarrhaus. „Schaut man durch die Fenster hier im Saal, kann man teilweise zwischen Scheiben und Rahmen nach draußen sehen“, so der Architekt.

Klar ist das dem Ebnater Kirchengemeinderat schon lange. Man hat entsprechend vorgesorgt und über die Jahrzehnte hinweg fleißig gespart. 2019 gab es dann eine zweitägige Klausur mit Bestandsaufnahme und Diskussion über die Zukunftsausrichtung der Gemeinde. Es folgten Gespräche mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Das Ergebnis in Kurzform: Im Gemeindezentrum steht der Kirchengemeinde nach Verteilungsschlüssel der Diözese zu viel Raum zur Verfügung. Werden die Normen der Diözese erfüllt, gibt es Zuschüsse. Länger warten wollte und konnte man auch nicht mehr in Ebnat.

Deshalb gibt es jetzt neben der Sanierung auch einen großen Umbau. Ins Gemeindezentrum kommen künftig auch die Pfarrerswohnung, das Pfarrbüro, die Kirchenpflege sowie das Archiv. Im momentanen Foyer wird es dazu zwei neue, durch Faltwand getrennte Gruppenräume und einiges mehr geben. „Wir standen vor der Wahl, Jahr für Jahr zu stückeln und die Baugeschichte lässt uns nie mehr los. Oder wir machen jetzt Nägel mit Köpfen“, begründen Monika Gentner und Hans Peter Kinzl vom Gemeinderat die Entscheidung zur einmaligen Komplettsanierung.

Die steht jetzt unmittelbar vor der Tür: Die letzten Ausschreibungen laufen. Ende Mai könnte es losgehen, so dass in etwa einem Jahr alles fertig ist. Danach wird das aktuelle Pfarrhaus abgerissen, um Platz für die Kita zu machen.

2,75 Millionen Euro Kosten

Bleibt die Frage nach den Kosten: 2,75 Millionen sind es insgesamt. 1,2 Millionen rund kommen von der Diözese. Den Rest stemmt die Kirchengemeinde aus Rücklagen, Kreditaufnahmen, Spenden, Eigenleistungen – sowie dem Verkauf von Grundstücken und Gebäuden. Ganz vorne steht dabei das Schwesternhaus. Die momentan dort untergebrachte Bücherei soll laut Pfarrer Macho der Gemeinde erhalten bleiben. Wo, müsse man sehen.

„Unser Finanzierungskonzept steht auf sehr soliden Beinen. Sonst hätte Rottenburg die Zuschüsse nicht genehmigt. Der Kirchengemeinderat hat über viele Jahre hinweg verantwortlich und vorausplanend gehandelt und Rückstellungen für die Renovierung gebildet. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann“, versichert Peter Kinzl.

Soweit so gut. Denn in Ebnat stehen weitere Großprojekte für die Kirchengemeinde ins Haus. In einem zweiten Bauabschnitt muss Mitte bis Ende 2022 das komplette Kirchendach saniert werden.

Anschließend steht 2023 mit dem Bau der sechsgruppigen Kita praktisch direkt neben dem dann renovierten Gemeindezentrum ein weiteres Großprojekt ins Haus. Da ist dann die Stadt Aalen mit im Boot. Aber das sind künftige Baustellen.

Unser Finanzierungskonzept steht auf sehr soliden Beinen.“

Hans Peter Kinzl, Kirchengemeinderat in Ebnat

Die Schritte bis zur Sanierung

Januar 2019: zweitägige Klausur des damaligen Kirchengemeinderates mit Bestandsaufnahme der kirchlichen Gebäude und Diskussion über die Zukunftsausrichtung der Gemeinde

Sommer 2019: Gespräch mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Genehmigung des Neubaus für die Kita. Zusicherung von erheblichen Zuschüssen an die Gemeinde für die Sanierung des Gemeindezentrums.

Ende 2019: Das Architekturbüro Weber in Langenau wird mit Voruntersuchungen beauftragt.

Mai 2020: Der Finanzierungsantrag wird bei der Diözese eingereicht.

Januar 2021: Genehmigung der Investitionssumme von 2,75 Millionen Euro durch die Diözese

Mai 2021: Die letzten Ausschreibungen laufen. Zeitnah soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dauer: ein Jahr

Die Pläne für den Umbau werden in der Kirche ausgehängt.

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