Neues Regenüberlaufbecken für die Kläranlage

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Geplantes Regenüberlaufbecken und geplante Gebläsestation

Abwasserzweckverband Härtsfeld will die Anlage in Dunstelkingen ertüchtigen.

Neresheim/Dunstelkingen. Bei der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands Härtsfeld (AZH) in der Turnhalle in Dunstelkingen berichtete Verbandsvorsitzender Thomas Häfele vor allem vom zügigen Baufortschritt und von der Kostenunterschreitung beim Bau des Anschlusskanals zwischen Katzenstein und dem Härtsfeldsee. Dieser konnte zwar schon Ende vergangenen Jahres in Betrieb genommen werden, die offizielle Einweihung fand aber coronabedingt erst im August 2021 statt.

Kläranlage stößt an Grenzen

Ein großes Thema, zu dem auch Gespräche stattfanden, ist die Gruppenkläranlage, die von ihrer Ausbaugröße her eine Reinigungsleistung für 25 000 Einwohnerwerte (EW) hat, bei einer tatsächlichen Belastung von derzeit 19 000 EW hydraulisch aber immer wieder an ihre Grenzen kommt. Hier mit dem Bau eines Regenüberlaufbeckens auf dem Kläranlagengelände Abhilfe zu schaffen, sei deshalb unabdingbar, so Verbandsvorsitzender Häfele. Nur so könne man den Anschlusswünschen von Dehlingen, Weilermerkingen, Demmingen und Ziertheim nachkommen. Der Verwaltungsrat unterstütze die Anschlusswünsche im Rahmen der Möglichkeiten.

Neues Regenüberlaufbecken

Dipl.-Ing. Bäuerle vom Büro B&P, beratende Ingenieure, Ellwangen erläuterte und begründete die Notwendigkeit eines Regenüberlaufbeckens auf der Kläranlage. Bei Starkregen oder Dauerregen könne es passieren, dass mehr Abwasser auf der Gruppenkläranlage ankomme, als sie verkrafte. Rechnerisch sei sie auf 193 l/s ausgelegt, schaffe aber bis zu 230 l/s.

Überlaufen verhindern

Um ein Überlaufen des letzten Schachtes auf dem Kläranlagengelände zu vermeiden, soll deshalb auf der Nordwestseite des Kläranlagengeländes, unmittelbar neben dem Schlammlagerplatz, ein Regenüberlaufbecken gebaut werden, dessen Größe noch berechnet werden müsse. Bäuerle zeigte sich überzeugt davon, dass nach dem Bau dieses Regenüberlaufbeckens die Anschlusswünsche der weiteren Ortschaften der Mitglieder und auch der Gemeinde Ziertheim erfüllt werden könnten.

Gebläsestation verlegen

Neben seinen Ausführungen zur Jahresschmutzwassermenge, dem Fremdwasseranteil, den erzeugten Schlammmengen, des Stromverbrauchs und der Eigenstromerzeugung sowie der Ablaufwerte und Abbaugrade der Gruppenkläranlage erläuterte der Fachmann auch, wie die Gebläsestation im Untergeschoss des Schlammbehandlungsgebäudes mit allen Schaltanlagen für die Biologie an die nordöstliche Ecke des Kläranlagengeländes, oberirdisch, mit einem Aufwand von rund 800 000 Euro verlegt und erneuert werden soll.

Der Haushaltsplan

Geschäftsführer Martin Wenzel erläuterte den Haushaltsplan, der im Ergebnishaushalt mit 1,65 Millionen Euro und bei den Investitionen mit 296 000 Euro abschließt. Als Kreditermächtigung seien 188 000 Euro vorgesehen. Der Finanzhaushalt (Ergebnishaushalt ohne Abschreibungen), der Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 1,08 Millionen Euro enthalte und mit dem Verwaltungshaushalt bis einschließlich 2019 verglichen werden könne, schwanke in geringem Umfang.

Wenzel beleuchtete auch die betriebswirtschaftliche Seite der anstehenden Investitionen und führte aus, dass nach Umstieg auf das neue Haushaltsrecht sowohl die Gemeindeprüfungsanstalt, als auch das Regierungspräsidium als Rechtsaufsichtsbehörde des AZH eine einheitliche Finanzierung der Investitionen, anstatt der bisher üblichen Mischfinanzierung, anstreben.

Nach einem Vorbeschluss des Verwaltungsrats sollen laut Wenzel deshalb die bisher „bar finanzierenden“ Mitglieder Heidenheim und der der Wasserverband Egau die sogenannten Restbuchwerte ihrer Barumlage ausbezahlt bekommen und dann künftig auch an der reinen Kreditfinanzierung der Investitionen des AZH teilnehmen.

Durch die geplanten Anschlüsse weiterer Ortsteile der Mitglieder und die routinemäßige Überrechnung der derzeit angeschlossenen Einwohnerwerte (EW) jedes Mitglieds durch das beratende Ingenieurbüro, müsse auch die Verbandssatzung angepasst werden. Anschließend werde, so Wenzel, für alle Mitglieder eine sogenannte Vermögensausgleichsberechnung angestellt, wobei zusätzliche EW eines Mitglieds aus den vorhandenen Reserven „eingekauft“ werden müssen. Für Ziertheim steht die Frage an, ob es als Mitglied in den AZH aufgenommen oder nur ein Entsorgungsvertrag abgeschlossen werde. Bei einer Mitgliedschaft müssten länderübergreifende Regelungen (Staatsvertrag Baden-Württemberg-Bayern) beachtet werden.

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