Regen verwässert jetzt die Ernte

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"Der Raps hat grade 12,8 %. Will man verkaufen darf er nur 9% haben", blickt Landwirt Klaus Freihart auf das Messgerät. Restfeuchte ist eines der großen Problem bei der Ernte 2021 auf dem Härtsfeld.

Was Landwirt Klaus Freihart aus Ohmenheim über die Ernte auf dem Härtsfeld sagt

Neresheim-Ohmenheim. „Die Aussichten sind lange nicht mehr so gut, wie sie noch vor ein paar Wochen aussahen“, bedauert Klaus Freihart, 63, und schaut dabei über die Weite des Härtsfeldes vor seinem Hof bei Ohmenheim. Die Aussicht ist zurzeit immer wieder ähnlich. Die Sonne spitzt durch. Doch immer wieder türmen sich Wolkenberg auf. Ist es eine Zeit lang trocken, folgt postwendend wieder Regen. „Nach der Trockenheit der vergangenen Jahre haben wir uns am Anfang über die vielen Niederschläge gefreut“, blickt Freihart zurück. „Der Pflanzenwuchs war schön. Die Bestände haben sich toll entwickelt. Die Wiesen und Wälder stehen im satten Grün. Im Prinzip ein richtiges Mastjahr“, erklärt er dann und versichert: „Vor drei, vier Wochen hat der Dinkel top gestanden und ich hätte mit rund 80 dt pro Hektar gerechnet (dt = Dezitonnen = 100 Kilo, früher hat man Doppelzentner gesagt). Jetzt sind wir mit 64 dt rausgegangen. Beim Weizen hätten es bis zu 85 dt sein können. Realistisch sind wohl 70 bis 72 dt.“ Das Fazit von Klaus Freihart und Sohn Matthias: „Dinkel, Raps und Weizen enttäuschen. Gerste war ganz okay, der Mais wächst gigantisch.“

Doch nicht nur die Menge wird weniger als erwartet. Auch die Qualität leidet: „Der Ölgehalt beim Raps sollte bei 43 Prozent sein. Wir werden rund 41,5 Prozent haben und auch der Eiweißgehalt beim Weizen ist niedriger, weil das Sonnenlicht fehlt“, erläutert Freihart weiter und will aber nicht falsch verstanden werden: „Wir und eigentlich alle hatten mit einer sehr, sehr guten Ernte gerechnet. Jetzt wird es nur eine durchschnittliche. Das ist schon ein wenig enttäuschend, aber nicht deprimierend.“ Doch Menge und Qualität sind nur das eine von zwei Problemen. „Grade jetzt in der Erntezeit ist es viel zu nass und die Ernte zieht sich immer länger hin. Kaum dass wir mal ein paar Tage am Stück dreschen können“, erläutert Freihart und Matthias ergänzt: „Zur Zeit schauen wir 20-mal am Tag aufs Smartphone wie das Wetter wird. Aber jede App sagt etwas anderes. Doch wir bleiben optimistisch.“ Ein kleiner Vergleich zum Vorjahr: Da hat man im Juli angefangen, konnte durchernten und war in der ersten Augustwoche fertig. „In diesem Jahr zieht sich das wohl bis September“, befürchtet Klaus Freihart. „Gut, dass der Dinkel schon drin ist. Der ist sehr empfindlich“, gehen die Freiharts dann ins Detail und fahren fort: „Jetzt müsste eigentlich der Raps geerntet werden. Doch die Situation beim Weizen ist noch drängender.“

Die Folge des ständig wechselnden Wetters: „Jetzt ist der Druck da, wir sind nervös und alle wollen am selben Tag dreschen.“ Drei Landwirte teilen sich einen großen Mähdrescher. „Der schafft im Optimum 20 bis 25 Hektar am Tag“, sind die Freiharts zwar stolz, aber gegen Regen kann auch der beste Mähdrescher nichts machen. han

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