Wohlfühloase nicht nur für Fledermäuse

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Über die Fertigstellung freuen sich (v.l.): Landschaftsarchitekt Andreas Walter aus Westhausen, Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele und Ohmenheims Ortsvorsteher Manfred Reimer.

Wie das Gebiet im „Tiefen Tal“ ökologisch aufgewertet wurde.

Ohmenheim. An der K 3301 von Neresheim nach Kösingen ungefähr auf halbem Weg zwischen der Kreuzung bei Maria Buch und Hohlenstein führt rechts ein asphaltierter Weg in den Wald. Nach gut 100 m auf der linken Seite am Waldrand ist das Gelände des ehemaligen Ohmenheimer Hochbehälters.

Die ganze Anlage befindet sich unweit vom Eingang zum Landschaftsschutzgebiet „Tiefen Tal“, einem nach Angaben von Landschaftsarchitekt Andreas Walter aus Westhausen „ökologisch sehr wertvollen Bereich“. Von hier aus wurden bis zum Anschluss an die Albbuch-Wasserversorgung 1983 Ohmenheim und Schweindorf mit Wasser versorgt.

Seitdem wartet die kleine Anlage still und stumm auf bessere Zeiten. Die gingen 2020 los mit der Aussicht auf Förderung durch Windkraftgelder. Angeregt durch den Ortschaftsrat Ohmenheim um Ortsvorsteher Manfred Reimer nahm die Stadt Neresheim die Idee auf, daraus ein Habitat speziell für Fledermäuse zu machen. Daneben auf der Wiese dazu eine perfekte Wohn- und Lebenseinheit für Eidechsen. Los ging es damit im April 2021.

Am Donnerstag stellten jetzt Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele, Ortsvorsteher Reimer und Landschaftsarchitekt Walter das Ergebnis vor. Die Maßnahmen: Von der alten Anlage wurden das zweigeschossige Technikgebäude sowie ein kleines Rückhaltebecken abgerissen und das Gelände renaturiert. Aus dem Hochbehälter entstand mit perfektem Know-how eine große Gemeinschaftswohnanlage für Fledermäuse. Mit mardersicherer Einflugöffnung, damit der größte Feind der Fledermäuse nicht reinkommt, mit ausgeklügelter Belüftung für immer schön gleichmäßig kühle Temperatur, mit Hohlblocksteinen und Holzwolleplatten an der Decke als gemütliche Quartiere und dazu einer ausgeklügelten Schallbrechung, damit sich die kleinen Flieger über ihrem feinen Ultraschallsystem auch exakt orientieren können. Fledermausherz, was willst du mehr? Gleiches gilt auch für die schicke Wohnanlage für Eidechsen ein paar Meter weiter unten am Hang. Hier sonnen sich schon die ersten kleinen Echsen auf den Steinen.

„Die Förderung aus Windkraftgeldern soll Maßnahmen ermöglichen, die eine Kommune normalerweise nicht selbst stemmen kann“, erläuterte Andreas Werner dazu. Rund 180.000 Euro hat das Ganze gekostet. Gefördert davon werden immerhin 90 Prozent und ganz in der Nähe rauscht der Wildbach ins malerische „Tiefen Tal“. Prima Sache. Dort kann man übrigens wunderschön wandern gehen.
Heribert Andres

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