Rauschende Hochzeit über Grenzen

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Caroline und Paul Wörle vor der Dehlinger Ulrichskirche mit den Blumenkindern (v.l.) Hanna, Lisa und Franzi nachdem das Akkordeon-Orchester den Hochzeitsmarsch gespielt hat.
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Paul Wörle aus Dehlingen heiratet seine Herzensdame Caroline aus dem elsässischen Dehlingen. Wie die beiden in Zeiten der Pandemie ihre Hochzeit feiern und wie die zur Traumhochzeit wird.

Neresheim-Dehlingen

Es ist eine besondere Geschichte, die Caroline und Paul Wörle erzählen können. Eine Geschichte mit viel Herz, eine Hochzeitsgeschichte und wie es sich gehört, eine Geschichte mit einem Happyend. Paul Wörle hat „seine“ Caroline bei einer Fahrt ins Elsass kennengelernt. Nach der standesamtlichen Trauung im Corona-Jahr 2020 haben die beiden sich jetzt auch kirchlich das Ja-Wort gegeben. Ein Glanzpunkt für Paul und seine Herzensdame Caroline, aber auch für deren Familie und Freunde – trotz der Pandemie.

Wer träumt nicht von einem herrlichen Brautkleid, davon, wie der Brautvater die Tochter in die Kirche begleitet, von einer Fahrt in der Hochzeitskutsche und von einem Festsaal, in dem das Feiern fast nicht enden will, so gut ist die Stimmung.

All das ist für die Dehlingerin aus dem Elsass und den Dehlinger vom Härtsfeld kein Traum geblieben. Die „kommunale“ Begegnung mündet für Caroline mit dem Umzug aufs Härtsfeld 2018 und nach der Verlobung 2019 sowie dem Standesamt 2020 in einem rauschenden Fest 2021.

Dabei sieht es zunächst gar nicht so aus, als könnte das gelingen. „Wir haben viel geplant, wollten nichts dem Zufall überlassen, sondern haben alles bis ins Detail festgelegt“, sagt Paul. Sogar die Termine sind abgestimmt. Nach der standesamtlichen Trauung am 5. Juni 2020, sollte am gleichen Datum – nur ein Jahr später – am 5. Juni 2021 die kirchliche Trauung sein. Dafür waren Pfarrer, Kirche, Restaurant, Musiker und alles andere schon längst gebucht. Doch dann kam Corona und wirbelte die Daten durcheinander. Doch das Liebespaar lässt sich nicht unterkriegen und verschiebt den kirchlichen Teil.

Der Aufwand ist groß. Alles muss neu terminiert werden. Es glückt, wenn auch mit kleinen Hindernissen, so braucht es einen neuen Fotografen. „Wo nötig, haben alle geholfen“, sagt Paul Wörle. Dabei spürt man, wie er sich über die Hilfsbereitschaft freut und wie wichtig ihm Familie und Freunde sind. Sie tragen dazu bei, dass seine und Carolines Hochzeit zum wirklich „schönsten Tag im Leben wird“. Los geht es mit den Fotos an der Traumkulisse „Kloster“ und „Maria Buch“. Der Festgottesdienst in der Ulrichskirche mit Pfarrer Klaus Wolfmaier steht ganz im Zeichen der „Liebe über Grenzen hinaus“. Grenzen, die der Priester nicht nur theologisch interpretiert. Schließlich bangte das Brautpaar vor der standesamtlichen Trauung, dass Eltern und Geschwister von Caroline wegen der Pandemie aus dem Elsass nicht anreisen konnten. Doch im letzten Moment hat auch das gekappt.

Jetzt hat Paul Gänsehaut-Gefühl gleich zu Beginn. Der Bräutigam kann die Freudentränen nicht unterdrücken: Carolines Vater Patrick begleitet die Braut an den Altar und „übergibt“ die Tochter. Pauls Bruder Daniel singt solo „Can you feel the love tonight ...“ und die berührende Hochzeitsversion von Leonard Cohens „Halleluja“. „Da vergehen anderthalb Stunden Gottesdienst wie im Flug“, sagt Paul und erzählt von der brennenden Hochzeitskerze, von der Dehlinger Band New Spirit, vom Hochzeitsmarsch des Akkordeon-Orchesters beim Spalierstehen und von den drei Blumenkindern, die einen Blütenteppich beim Auszug aus der Kirche zaubern.

Nach den Glückwünschen steigen „Prinz und Prinzessin“ in die von Ponys gezogene Hochzeitskutsche. Übers Land geht's zur Ohmenheimer Turn- und Festhalle. Wer den Saal betritt, fühlt sich in einer pinkfarbenen – Carolines Lieblingsfarbe – Hochzeitswelt wieder. Mit Musik von „Voyage“, die bis in die Morgenstunden zum Tanz aufspielt – auch dann als die Braut entführt ist, ein lustiges Erlebnis, das der französische Teil der Familie nicht kennt. Die deutsch-französische Hochzeit erleben die Gäste vor allem beim Tanz mit bekannten deutschen wie französischen Liedern. Und beim Bändertanz, bei dem die Braut mit dem Blumenstrauß unter Bändern tanzt, statt den Brautstrauß zu werfen. „Alle sind fröhlich und amüsieren sich gerne nach der langen Zeit der Pandemie“, sagt Caroline. Auch dafür stehe der Tag. Und noch eins bleibe für die Zukunft: „Wir haben aus der Pandemie gelernt, dass Symbole, wie ein Termin, wenig Bedeutung haben. Viel wichtiger sind die Begegnungen, das gute Miteinander, die Gespräche und die Herzlichkeit. Die sind's, die im Leben zählen“, sagt Paul.

Mehr zum Thema: Wie trotz Corona eine Hochzeit gelingt

Wir haben viel geplant, wollten nichts dem Zufall überlassen.“

Paul Wörle, Bräutigam
Caroline und Paul Wörle vor der Dehlinger Ulrichskirche mit den Blumenkindern (v.l.) Hanna, Lisa und Franzi nachdem das Akkordeon-Orchester den Hochzeitsmarsch gespielt hat.

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