Rotationsprinzip mit Landidylle

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Unterhaltung in Zeiten von Corona – Ernst Mantel und Steffen Köble und ihr erster "Laubacher Stadelhopf" vor pandemiebedingt kleinem Publikum.

Abtsgmünd-Laubach

Der Trecker steht vor der Scheune in Laubach bei Abtsgmünd, die Sonne linst über das Dach, die Ziegen machen "mäh." Landidylle vom Feinsten. Über einen Schotterweg schlendern ein paar Menschen. Sie bleiben vor einem blauen Schild mit großer Schrift stehen, dem Wegeplan zum "Stadelhopf" in der Hand. Ganz Corona-Regelkonform betreten sie grüppchenweise die Schleppergarage.

"Hopf" hat nichts mit dem Gewächs Hopfen zu tun. Beim "Stadelhopf" "hüpfen" die Besucher zwischen drei Orten hin und her, unterteilt in drei Gruppen. Während die einen in Käsers Stall ein rustikales Vesper bekommen, gibt es für die anderen kulturelles Programm mit Musik und Kabarett.

In der Schleppergarage grüßt Ernst Mantel. Überall stehen Gartenwerkzeuge, die Leiter hängt an der Wand, Bauernhofcharme mit rustikalem Werkstattambiente vereinen sich. Doch die Blicke sind auf Mantel gerichtet. Der Kabarettist organisiert gemeinsam mit Steffen Köble von Tante Beete Blumenstrauß den kleinen Wanderzirkus oder wie er es nennt "das Rotationsprinzip".

Wir sind seit vier Monaten ausgehungert.

Ernst Mantel Musikkabarettist

"Wir sind seit vier Monaten ausgehungert, da spielen wir auch vor 20 Leuten," scherzt Mantel zu. Bis zu 60 Personen, in drei Gruppen unterteilt, dürfen übrigens teilnehmen. Inspiriert vom Ambiente bietet der Komödiant zunächst eine Countrynummer. Die hat er während der Coronazeit gedichtet und die sich mit Leuten, die ihren Senf digital raushauen, ohne nachzudenken. "I wander glaub aus," konstatiert der Künstler. Im Gepäck hat er Stücke, die er mit dem Duo "Ernst und Heinrich" geschrieben hat oder Altbewährtes, wie der beige Fuß vom Opa. Nach 45 Minuten ist die erste Runde für die Gruppe vorbei – und sie dürfen sich in Käsers Stall vespern gehen.

Währendessen hat sich eine kleine Schlange mit gebührendem Abstand vor dem Wagenhaus gebildet. Steffen Köble ist im Stress. Auf einem Plan hat er die Sitzplatzverteilung für die Besucher, die gerade draußen im Sonnenschein warten. Dann geht es los und er schnappt sich als Bärbel Bauer mit Kollege Guido Gärtner die Instrumente. Gemeinsam sind sie Tante Beete Blumenstrauß. "Wir megat es grad raus schmalzig," geben sie zu. "Beim Stadelhopf spielt heut die Musik groß auf heidideldeidideldö," trällern sie und ermuntern die Gäste zum Mitsingen. Coversongs von AC/DC und eigene Nummern kredenzt das Duo und erntet dafür viel Applaus, denn eins ist sicher, das Rotationsprinz hat sich bewährt.

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