Armin und die Essenz des Lebens

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Armin Hochstatter aus Schweindorf ist unter anderem einer der wenigen Edelbrand-Sommeliers. Er ist Bio-Landwirt im Nebenerwerb und engagiert sich für Kinder und die Jugend, für den örtlichen Weihnachtsmarkt und vor allem für den Schutz der Natur.

Der Schweindorfer Armin Hochstatter ist unter anderem Edelbrand-Sommelier. Warum er seine Familie, das Härtsfeld, das Leben und die Natur liebt.

Neresheim-Schweindorf

Seine Familie und die Liebe zum Härtsfeld" nennt Armin Hochstatter als zentrale Punkte in seinem Leben. Aufgewachsen ist er in Ohmenheim. Doch nach der Ausbildung bei Leitz in Oberkochen ging es erst mal raus in die weite Welt. Nach Indien und China. Dort hat er die Produktion und Schärfdienste für Werkzeuge aufgebaut und war in jungen Jahren schon Fertigungsleiter. "Es war für mich beruflich und privat eine prägende Erfahrung", erzählt er aus dieser für ihn "sehr guten" Zeit.

Wieder zurück machte er 2001 bis 2003 die Weiterbildung zum Maschinenbautechniker und ist jetzt seit 2005 Lehrer an der Technischen Schule in Aalen. "Schule ist genau meins", beschreibt Hochstatter diesen Teil seines Lebens.

2004 schon gab er Freundin Martina das Ja-Wort und heiratete damit in die Familie Spielberger ein. Deren Name ist wegen der Gastronomie, der Landwirtschaft und der Brennerei über die Grenzen Schweindorfs hinaus bekannt.

Doch wichtiger als der Name "Spielberger" ist wohl der Begriff "Familie" im Leben von Armin Hochstatter geworden: Durch den Schwiegervater kommt er zur Jagd und vor allem zur Brennerei, gemeinsam stemmt man das Pferdehotel der Ehefrau und die Nebenerwerbslandwirtschaft. Wobei hier vieles durch die Beauftragung von Lohnunternehmern einfacher geworden ist und Raum lässt für Ideen, findet Armin Hochstatter. Ein Beispiel gefällig? Armin Hochstatter stellt die Bewirtschaftung des "Grünlandes", mit der vor allem das Heu für das Pferdehotel erzeugt wird, auf Bio um. Das heißt weniger mähen und mehr Kräuter- und Grasarten auf der Wiese. Aber die zweite Mahd ist auf dem Härtsfeld dann so spät, dass das Heu kaum noch trocknet. Die Hochstatter-Lösung dafür nennt sich "Härtsfelder Bio-Kräuter-Grascops". Das sind getrocknete Graspellets speziell für Pferde, Alpakas, Wiederkäuer und Nager, die mittlerweile guten Absatz finden.

Brennerei seit 1917

Der Schwiegervater schenkt Hochstatter einst 30 Jahre alten "Härtsfelder Whiskey". "Da habe ich mir ein original amerikanisches Weißeichenfass gekauft und den dort reingelegt", blickt er zurück.

So schmeckt die Heimat.

Armin Hochstatter Edelbrand-Sommelier

2016 nimmt er dann seinen ganzen Mut zusammen und gibt 14 seiner eigenen Destillate zur Prämierung. Das Ergebnis: neun mal Gold, drei mal Silber und ein mal Bronze.

"Das konnte ich kaum glauben", sagt Hochstatter. Was folgt? Der Schweindorfer will vor allem mehr wissen über Destillate und das Drumherum.

Also macht er eine Ausbildung zum "Edelbrand-Sommelier" an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. "Das war megacool", meint Hochstatter und hat grade mit "Brumm" und "Summ" wieder wahrlich Außergewöhnliches auf Lager. Hinter den lustigen Namen verbergen sich edle Destillate aus Honig, die in den nächsten Tagen "trinkfertig" gemacht werden.

"Das Wichtigste sind Ernte, Verarbeitung und Vergärung hochwertiger, regionaler Rohstoffe. Dann muss man zwischen Mittellauf und Nachlauf beim Brennen genau den richtigen Zeitpunkt treffen", weiht der Fachmann dann ein bisschen in die Geheimnisse des Brennens ein. Denn in genau diesen 10 bis 15 Minuten kommen die besonders guten Aromen und höherwertigen Alkohole auf. Wartet man zu lange, setzt sich der "fuselige" Geschmack des Nachlaufs durch.

Eine wahre Kunst also und auch das Härtsfeld trägt zu Qualität der Brände bei: "Durch die kühlen Herbstnächte bauen vor allem Äpfel und Birnen gutes Aroma auf", erklärt der Experte und freut sich: "Was dann ins Glas kommt, ist die Essenz aus allem." Gefühlt stecken zudem ein ganzes Leben und viel Liebe drin.

Was Armin Hochstatter sonst noch macht? Unter anderem engagiert er sich für die Kinder und die Jugend, für den Weihnachtsmarkt und den Naturschutz, schwimmt und reitet gerne. Doch am liebsten ist er im Kreis der Familie – wenn möglich mit dieser auf dem Härtsfeld unterwegs. So schließt sich der Kreis.

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