Sternstunde des Artenschutzes

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Gelebter Artenschutz und Erhöhung der Biodiversität: der Wisent auf dem Härtsfeld.

Am Wochenende wurde in großem Rahmen das Naturschutzprojekt „Wisentweide Härtsfeld“ offiziell eröffnet. Wer für Landrat Dr. Joachim Bläse der Held der Wisente ist.

Neresheim/ Nattheim

Geschafft! Am zwar kalten, aber schönen Samstagvormittag setzten Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele und sein Nattheimer Kollege Norbert Bereska vor Ort am eindrucksvollen Gehege unweit von Auernheim ein ganz dickes Ausrufezeichen hinter die lange und durchaus auch schwierige Entstehungsphase des Naturschutz-Projektes „Wisentweide Härtsfeld“. Mit dabei ein sehr großer Kreis an am Projekt maßgeblich Beteiligten, an Bearbeitern, Mitarbeitern, Unterstützern, Förderern und Helfern aus Politik und Verwaltung und nicht zuletzt Mitinitiatoren wie etwa Bopfingens früherer Forstdirektor Werner Vonhoff. „Ist es nicht großartig, dass sie endlich da sind?“, sagt er mit leuchtenden Augen.

Mehr als ein Beweis, mit wie viel Herzblut hier alle am Projekt Beteiligten an einem Strang gezogen haben. Letztendlich lässt sich die tiefe Essenz der Grußworte unter anderem von Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, den Landräten der Landkreise Ostalb und Heidenheim Dr. Joachim Bläse und Peter Polta, und der Abgeordneten aus Landtag und Bundestag Winfried Mack und Roderich Kiesewetter in einem kurzen Satz zusammenfassen: „Danke an alle für dieses einzigartige Projekt“.

„Da steht mein Held der Wisente“, deutete Landrat Dr. Joachim Bläse auf Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele. Dass die Realisierung des Wisentgeheges alles andere als einfach war, erläuterte dieser: „Das Ganze hat auch den einen oder andern Nerv gekostet. Es gab kaum ein anderes Projekt in meiner Amtszeit, das derart komplex war und bei dem wir derart viel Unterstützung brauchten.“

Landrat Dr. Joachim Bläse: „Eigentlich eine Weltsensation. Thomas Häfele ist für mich der Held der Wisente. Eines der größten Naturschutzprojekte in Baden-Württemberg und ein gutes Zeichen dafür, was man gemeinsam auf den Weg bringen kann.“ Ähnlich die Worte des Staatssekretärs Baumann: „Es ist ein großartiges und gewinnbringendes Projekt für den Naturschutz in Baden-Württemberg und wir würden uns freuen, das auch in vielen anderen Gemeinden aufbauen zu können“.

Jetzt kommt die Zeit, in der sich das Projekt hoffentlich entwickelt, der im Frühjahr kommende mächtige Wisentbulle dann für ordentlich Nachwuchs sorgt und die wissenschaftliche Begleitung des Projektes zeigen wird, was sich in Sachen Biodiversität und Entwicklung tun wird.

Die Wisentweide Härtsfeld

Das größte und schwerste Landsäugetier unseres Kontinents ist eng verwandt mit dem amerikanischen Bison und ein typisches Herdentier. Erhaben und imposant: Wisent-Bullen können bis auf zwei Meter Schulterhöhe und eine Tonne Gewicht kommen. Kühe immerhin auch auf 400-500 kg. Seit 1750 gab es keine freilebenden Wisente mehr in Deutschland. Jetzt haben Sie, einzigartig in ganz Baden-Württemberg, auf dem Härtsfeld auf 35 Hektar in einem Doppelgehege eine neue Heimat mit lichten Buchenwäldern, Wiesen und Heideflächen ergänzt durch Tränken und Futterstellen. Erstes Ziel des interkommunalen Projektes auf dem Härtfeld ist die wissenschaftlich begleitete Erhöhung der Biodiversität mit dem Wisent als Gestalter von Landschaft und Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Etwa durch den Tritt der schweren Tiere, durch Fraß und nicht zuletzt Düngung des Bodens auch im Winter. Zweites Ziel ist die Erhaltung der Tierart und des notwendigen Genpools mit dem Ziel, einmal Tiere auch auszuwildern. Drittes, aber ausdrücklich untergeordnetes Ziel ist natürlich auch eine ganz besondere Art des sanften Tourismus.

Am Samstag eröffnete Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele offiziel die Wisentweide Härtsfeld Fotos: privat

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