Jo Brenner - einer der auch mal aneckt

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Herbert "Jo" Brenner feiert an diesem Freitag seinen 75. Geburtstag.
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Herbert „Jo“ Brenner feiert an diesem Freitag seinen 75. Geburtstag. Was den Jubilar auszeichnet.

Aalen-Waldhausen. Er ist Ehrenamtler durch und durch, ein Hansdampf in allen Gassen. Ortschaftsrat, Gemeinderat, 15 Jahre Ortsvorsteher, Ehrenvorsitzender des Sportvereins im Aalener Teilort, um nur einiges aus der langen Liste in Vergangenheit und Gegenwart aufzuzählen. Herbert „Jo“ Brenner feiert an diesem Freitag, 20. Mai, seinen 75. Geburtstag. Allerdings weilt der langjährige Waldhäuser CDU-Politiker nicht in der Heimat, sondern in der Schweiz. Dort unternimmt er mit guten Freunden und seiner Frau Christel im bekannten Glacier-Express eine Fahrt durch die herrliche und spektakuläre eidgenössische Bergwelt zugleich.

Wer seine Hilfe braucht, kann auf ihn zählen. Herbert Brenner ist nichts zuviel und er sagt, was er denkt, auch wenn er aneckt. Nach seiner Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur soll der gebürtige Aalener zur Bundeswehr. „Doch stattdessen habe ich meinen Dienst bei der  Bereitschaftspolizei geleistet“, erzählt Brenner. Die Folge war sein Wechsel zur Polizei in Göppingen im Jahr 1968. In den folgenden Jahren hat der heute 75-Jährige viel erlebt. Jo Brenner erzählt von der Kreisreform - „als Aalener in Gmünd musste ich mir viel anhören“ - spricht von einer gefährlichen Zeit wegen der RAF und der Baader/Meinhof-Bande und lässt die Demos gegen die Stationierung der Pershing-Mittelstreckenraketen in Mutlangen nicht außen vor. 

Engagement im Sportverein

1978  kommt Herbert Brenner nach Aalen. „Ich war damals der erste Jugendsachbearbeiter im Ostalbkreis, das war komplettes Neuland“, erinnert er. Da habe er sich bei der Polizei um die Prävention an Schulen gekümmert. Dabei war die Arbeit mit jungen Menschen für ihn das nichts Neues. Seit 1976 lebt Brenner in Waldhausen und engagiert sich im örtlichen Sportverein, für den er später vieles leistet. Er ist Jugendleiter, bringt die Waldhäuser Spieler voran und initiiert die legendären international bekannten C-Jugend-Fußball-Turniere in der Aalener Greuthalle. Wer dabei war, hat viele Talente und spätere erfolgreiche Bundesliga-Kicker dort erlebt. Brenner zählt Namen auf wie Thomas Müller, Mats Hummels und Sami Khedira.  Aber auch Johan Cruyff und andere Ajax-Stars seien auf die Ostalb gekommen, um beim Turnier dabei zu sein. Brenner lässt seine Freundschaft mit dem bekannten Sportfunktionär Gerhard Mayer-Vorfelder nicht unerwähnt. 

Für den Sportverein, den SV Waldhausen, leistet Herbert Brenner als Vorsitzender noch viel mehr. Er berichtet unter anderem vom Bau des Vereinsheims und dem ersten Nachtumzug in der Region. Indessen ist der heutige Jubilar aber auch politisch engagiert. „Man muss sich für seinen Ort einsetzen“, sagt der jetzt 75-Jährige. Noch immer ist er im Ortschaftsrat Waldhausen und im Gemeinderat für die CDU. Doch das Parteibuch stehe bei ihm nicht im Vordergrund. „Es geht immer um die Sache“, sagt er. Vor diesem Hintergrund trägt Brenner dazu bei, dass sich die ländliche Gemeinde zu einem wichtigen Aalener Teilort entwickelt. Er initiiert diverse Baugebiete wie die „Schießmauer“ und „Griesfeld“ oder das Gewerbegebiet „Geisberg„.  Er trägt dazu bei, dass sich „Kampa“ ansiedelt, dass das Bürgerhaus   gebaut wird und das „Christushaus“ der evangelischen Gemeinde ein Obdach findet. Unter seiner Ägide wird auch die Himmlinger Steige ertüchtigt. Und wie es zum zupackenden „Jo“ Brenner passt, sorgt er mit dafür, dass sich die Feuerwehren von Ebnat und Waldhausen auf eine Feuerwache am Ortsausgang von Ebnat „ohne Tamtam“ einigen.

Doch es gibt für Brenner nicht nur sonnige Zeiten. Bis heute nicht verwunden hat der 75er die Niederlage bei der Kommunalwahl 2014. Als haushoher Waldhäuser Stimmenkönig entscheidet am Ende die Stimme eines Ortschaftsrats, dass er als Ortsvorsteher nach 15 Jahren abgelöst wird.

Kampf für Windkraft

Ein politisches Erdbeben waren für ihn die Auseinandersetzungen um die sieben Windkrafträder. „Das hat den Ort gespalten und wirkt bis heute“, sagt Brenner. Da helfe es wenig, dass er im Nachhinein recht gehabt habe, wie sich heute zeige. Auch die insgesamt 140.000 Euro, die Brenner für die Waldhäuser ausgehandelt hat, seien eine Fördersumme, mit der jedes Jahr aufs Neue Gutes bewirkt werde. „Und da halten heute auch die die Hand auf, die damals laut dagegen geschrien haben“, stellt Brenner fest. Ulrike Schneider

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