Kategorisches Nein zu Goldgräberstimmung

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Das Gremium hat das Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik zur Kenntnis genommen.

Aalen-Waldhausen. Andreas Steidel vom Stadtplanungsamt trug bei der vergangenen Ortschaftsratssitzung den Sachbericht vor. Die Energiewende erfordere nach Windkraft nun auch Freiflächen-Photovoltaik. Jetzt gehe es darum, welche Flächen in Waldhausen umgesetzt werden könnten. Von den insgesamt 793 Hektar Freifläche sind allein für Waldhausen 440 Hektar vorgesehen. Den erbitterten Widerstand eröffnete Herbert Brenner. Er wollte wissen, inwieweit Grundstückseigner einen Rechtsanspruch hätten, um Flächen mit Photovoltaik zu bebauen.

„Es geht um ein Angebot, der Ortschaftsrat entscheidet über die Bauleitplanung“, sagte Andreas Steidel. Auf der anderen Seite sei es eine Eigentümer- und Investorenfrage.

Mit der Ansiedlung von Windkraft habe der Stadtbezirk Waldhausen seine Hausaufgaben bei weitem gemacht, meldete sich Karl Dambacher zu Wort. Auch viele Bürger hätten Photovoltaik auf dem Dach. Das „Waldhäuser Becken“ sei zudem der beste Boden auf dem Härtsfeld, zielte Dambacher auf die Landwirtschaft ab. In Aalen sei nichts von Windkraft-Anlagen und Freiflächen-Photovoltaik zu sehen. Auf jeden Fall müsse das überbordende Maß von 440 Hektar reduziert werden.

„Das Waldhäuser Becken darf nicht auf diese drastische Weise zugepflastert werden“, erhärtete Harald Wörner. Es gelte jetzt dringend, ein klares Signal an den Gemeinderat zu richten. „Wir wollen nicht in einem versauten Ortsbild leben und wir wollen auch keine Goldgräber-Stimmung“, fügte Stephan Borst hinzu. Das Konzept könne man gleich in der Schublade verschwinden lassen. Die Stadt habe die Aufgabe der Steuerung, damit nicht an jeder Ecke etwas entstehen könne, flocht Steidel ein.

Jörg Mößner betonte, die Stadtbezirke müssten sich die Last teilen. Schon beim Thema Windkraft habe die Stadt in Sachen Lasten-Verteilung kein Fingerspitzengefühl gezeigt, setzte Herbert Brenner hinzu und wörtlich meinte er: „Das Waldhäuser Becken muss aus dem Plan genommen werden.“ Landwirte hätten das Nachsehen, wenn ihnen Pachteinnahmen flöten gingen, erklärte Ortsvorsteher Patriz Gentner. Am Beispiel Arlesberg zeigte er den Lasten-Push auf: Autobahn-Krach, Windkraft, jetzt auch noch Freiflächen-Photovoltaik. Im Übrigen gehöre zur Naherholung ein intaktes Landschaftsbild. Gentners Forderung: Deckelung der Anlagen und der Anlagen-Größe, keine Installierung auf guten Ackerflächen, und wer die Last trage, müsse finanziell auch davon profitieren. Völlig indiskutabel sei eine Freiflächen-Bebauung in Simmisweiler, Bernlohe und in Arlesberg. „Die Stadt muss Vorrangflächen und Tabu-Flächen aufzeigen“, sagte Herbert Brenner. Der Vertreter der Stadt nahm Wind aus den Segeln, als er sagte: „Der Ortschaftsrat hat die Entscheidung in der Hand, wo gebaut wird.“ Der rechtliche Rahmen sei die Bauleitplanung. „Warum immer Waldhausen, im Welland gibt es auch genügend Potenzialflächen“, fügte Stephan Borst hinzu.

Fazit: Der Ortschaftsrat nahm das Standort-Konzept zur Kenntnis, verlangte aber eine neue Konzeption, die mit dem Stadtbezirk Waldhausen abgestimmt sein muss. „Wenn Flächen in Waldhausen, dann nur eine gemeinsame Entwicklung mit uns“, fasste der Ortsvorsteher zusammen.Lothar Schell

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