Kita: OB entschuldigt sich bei Waldhäuser Eltern

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Der Rohbau der Kita ist fertig, die Zimmererarbeiten laufen. Der zuständige Gemeinderatsausschuss empfiehlt einstimmig, weitere Arbeiten zu vergeben - trotz höherer Gesamtkosten für das Bauprojekt.
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Die Kita in Waldhausen wird später fertig als geplant und kostet mehr als gedacht. Ab dem Frühjahr wird eine Übergangslösung angeboten.

Aalen-Waldhausen

Wie schon bei den Fachsenfelder Eltern entschuldigte Oberbürgermeister Frederick Brütting sich auch bei den Waldhäuser Eltern. „Ich bedaure den Zustand“, sagte er in der vergangenen Sitzung des Gemeinderatsauschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST).

Der Zustand ist der: In Waldhausen gibt es zu wenig Kinderbetreuungsplätze, die neue dreigruppige Kita wird später fertig als geplant, nämlich nicht im Frühjahr, sondern erst Ende 2022 und dazu wird sie viel teurer als gedacht. Die Verwaltung geht inzwischen von vier Millionen Euro aus. Ursprünglich, im Juli 2019, war die Kostenberechnung noch von 2,64 Millionen Euro ausgegangen. Die Verwaltung rechnet mit 720 000 Euro Fördergeld. Der Ausschuss beriet sowohl über die Mehrkosten als auch über die Vergabe weiterer Arbeiten.

Herbert „Jo“ Brenner (CDU) sagte: „Es sind gravierende Fehler passiert.“ Statt alles auf Materialknappheit und Corona zu schieben, erwarte er von der Verwaltung, zu diesen Fehlern zu stehen. „Es bräuchte eigentlich drei Entschuldigungen“, sagte er in Richtung Verwaltungsbank, wo Baubürgermeister Wolfgang Steidle und Sozialbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann neben Brütting saßen. Da laut Sitzungsvorlage für kommendes Frühjahr 25 Plätze an Eltern zugesagt wurden, muss nun eine Übergangslösung her. Die Kinder sollen im Untergeschoss der Grundschule betreut werden. Die Räume werden für 35 000 Euro vorbereitet. In den Kosten enthalten seien Reparaturen, die ohnehin hätten angegangen werden müssen, heißt es in der Vorlage.

„Die Kita ist für Waldhausen ein wichtiger Schritt nach vorne“, sagte Ortsvorsteher Patriz Gentner. Kurz ging er darauf ein, was schief gelaufen ist. „Die Synergieeffekte mit dem Bau der Kita Dewangen sind nicht so eingetreten wie erwartet“, sagte er. Und: „Die Baupreise sind gestiegen.“ Letztendlich schloss er aber: „Man muss nach vorne schauen.“ Die Interimslösung begrüßte er.

Gabriele Ceferino (Grüne) bemerkte dazu: „Interimsplätze sind richtige Plätze.“ Sie erinnerte an die Beratung im Kultur-, Bildungs- und Finanzausschuss, wo es um die Interimslösung in Fachsenfeld gegangen war. „Auch eine Interimskita braucht eine Betriebserlaubnis und muss Standards erfüllen“, hatte die Leiterin des Amts für Soziales, Katja Stark, gesagt.

Es sind gravierende Fehler passiert.“

Herbert „Jo“ Brenner, CDU-Stadtrat

„Wir können uns darüber unterhalten, ob wir eine andere Welt bräuchten, aber das bringt nichts“, sagte Jürgen Opferkuch (Freie Wähler) und fügte an: „Ein fröhliches Ja zur Vergabe!“ Norbert Rehm (Aktive Bürger) fand: „Ganz optimal ist es nicht gelaufen.“ Nicht akzeptieren könne er, dass Fördergelder mit den Mehrkosten verrechnet werden, wie in der Vorlage geschehen. „Ich bitte, das in Zukunft zu unterlassen“, sagte Rehm.

Beim Beschlussantrag, das Budget für die Kita auf vier Millionen Euro zu erhöhen, enthielt sich Rehm. Alle anderen stimmten dafür. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, für rund 507 000 Euro, weitere Arbeiten zu vergeben. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat am Donnerstag, 16. Dezember.

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