Ortschaftsrat Waldhausen beschließt Solarpark-Deckel

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Nicht ganz Waldhausen soll mit Solarparks wie diesem auf unserem Symbolbild zugepflastert werden. Der Ortschaftsrat hat daher eine Obergrenze und weitere Kriterien beschlossen. Symbolfoto: privat
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Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll in Waldhausen laut Ortsvorsteher Patrizius Gentner „mit Maß und Ziel“ geschehen. Diese Kriterien klopft der Ortschaftsrat dazu fest.

Aalen-Waldhausen

Bei Bernlohe plant die Ostalbbürgerenergie einen Solarpark. Der Ortschaftsrat hat nun beraten, wie künftig mit weiteren Vorhaben und Anfragen umzugehen ist. „Wir sind für erneuerbare Energien“, sagte Ortsvorsteher Patrizius Gentner in der vergangenen Sitzung. Im Ort gehe man diesen Weg mit. Der geplante Solarpark bei Bernlohe sei ein Beispiel dafür. „Wir wollen aber ein Zeichen dafür setzen, damit nicht zu viel nach Waldhausen kommt. „Wir sind für erneuerbare Energien, aber mit Maß und Ziel.“

Auf Anregung des Ortschaftsrats Waldhausen hat die Stadtverwaltung das in einer Sitzungsvorlage und Beschlussanträgen ausformuliert. Bei einer Enthaltung (Gabriele Ceferino, Grüne) stimmte das Gremium zu. Darin heißt es, dass mit den Flächen auf dem Vorderen Härtsfeld sensibel umgegangen werden soll. Den es handle es sich um ertragreiche landwirtschaftliche Flächen und wertvolle Erholungs- und Kulturlandschaft.

Standorte möglichst östlich der Autobahn

Der Ortschaftsrat beauftragt die Verwaltung, mögliche Solarpark-Investoren frühzeitig über die bevorzugten Entwicklungsstandorte zu informieren. Bevorzugt sollen Solarparks östlich der A7 und damit außerhalb des Waldhäuser Beckens entstehen.

Bis zum Jahr 2030 sollen auf Gemarkung Waldhausen nicht mehr als 50 Hektar für Solarparks genutzt werden. Eine Nutzung, die Energiegewinnung und Landwirtschaft kombiniert, soll bevorzugt werden. Agri-PV wird das auch genannt. Die Bürgerschaft und die Wirtschaft vor Ort sollen profitieren, daher sollen lokale Genossenschaften und Initiatoren als Investoren gewonnen werden.

Oberbürgermeister Frederick Brütting sagte, dass Waldhausen Vorreiter für die gesamte Stadt gewesen sei, was erneuerbare Energien angeht. Damit meinte er die Windkraftanlagen, die seit vielen Jahren schon am Ortsrand stehen. „Die Situation hat sich aber noch einmal verschärft“, so der OB. Daher begrüßte er die Initiative des Ortschaftsrats Waldhausen. Damit ließen sich viele Konflikte schon im Vorfeld klären. „Damit müssen wir nicht jedes Mal wieder bei Adam und Eva anfangen.“ Brütting begrüßte es auch, dass der Ortschaftsrat auf 50 Hektar Solarparks zulassen möchte. „Mit reinem Ausschlussprinzip lösen wir das nicht.“ Die Frage müsse sein, wo Solarparks Akzeptanz finden und wo die Konkurrenz zu anderen Nutzungen gering ist. „Und das war mir ganz wichtig: Wo kann der Ort auch wirtschaftlich profitieren?“

Solarparks sind in allen Teilorten geplant

Trotzdem müssten Standorte noch einzeln durchgegangen werden und daraufhin überprüft werden, ob die Kriterien passen. „Wir haben den Anspruch, dass alle Teilorte die Verantwortung mittragen“, sagte der OB und fügte an: „Wir sind dabei, in allen Teilorten Projekte zu entwickeln. Auch in Ebnat.“

Herbert „Joe“ Brenner freut sich darüber, dass der OB erwähnte, dass Waldhausen von Anfang an dabei gewesen sei. Er fragte, ob rechtliche Probleme auftauchen könnten, wenn Investoren Standorte verweigert würden. Brütting antwortete, dass Projektierer keinen Anspruch darauf hätte, Solarparks zu verwirklichen, da es dabei nicht um privilegierte Vorhaben im Sinne des Baugesetzes gehe.

Stephan Borst (UBL) erinnerte sich an eine Beratung, in der es darum gegangen war zu ermitteln, wo theoretisch Solarparks entstehen könnten. Auf einer Karte seien „große blaue Flächen im Waldhäuser Becken“ zu sehen gewesen. „Da hatte man den Eindruck, wir sind die Energieerzeugungszentrale.“ Daher sei die Sitzungsvorlage nun „ein sehr guter Vorschlag“.

Freiflächen-Photovoltaik soll nicht „ausarten“

Jörg Mößner (UBL) hält es für wichtig, „ganz klar Position zu beziehen.“ Mit den Windrädern habe man sich inzwischen arrangiert. „Jetzt ist es wichtig, dass die Freiflächen-Photovoltaik nicht ausartet.“ Der Ortsvorsteher ergänzte, dass die Sichtbarkeit ein wichtiges Kriterium sei. Daher seien Standorte östlich der Autobahn gut, weil man Solarparks dort vom Ort aus nicht sehen könne. Christian Haas betonte, dass alle ihren Teil beitragen sollten, und strich dabei hervor: „Alle Teilorte.“

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