Räte fordern erweiterten Bankomat

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Früher war hier die Welt noch in Ordnung. Doch vor der ehemaligen Kreissparkassenkassenfiliale steht nun nur noch ein Baucontainer. Den Kunden bleibt nicht einmal ein Automat.
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Die Waldhäuser Ortschaftsräte kritisieren die Haltung der Kreissparkasse, die im November 2021 ihre Filiale samt Geldautomat geschlossen hat. Wie es mit der VR-Bank klappen könnte.

Aalen-Waldhausen

Die Ortschaftsräte sind verärgert. Nicht erst jetzt. Schon seit geraumer Zeit. Doch jetzt haben sich die Räte Luft gemacht und Tacheles geredet. Um was es geht? Um einen Geldautomaten. Um den der Kreissparkasse, den es seit vergangenen November nicht mehr gibt. Und um den der VR-Bank, den die Sparkassenkunden aktuell nicht kostenlos nutzen dürfen.

 Den Stein ins Rollen bringt an diesem Abend Ortsvorsteher Patriz Gentner, nachdem Ortschaftsrat Harald Wörner die Versorgung in Waldhausen anspricht. „Wir brauchen einen Geldautomaten, an dem auch Kunden der Kreissparkasse ihr Geld kostenlos ziehen können“, fordert Gentner. Eine Kooperation von Kreissparkasse und VR-Bank, wie sie in Ebnat nach der Sprengung des Bankautomaten möglich sei, müsse doch auch in Waldhausen funktionieren.

„Das liegt auch nicht an der VR-Bank“, sagt Patriz Gentner und sieht  die Sparkasse in der Pflicht. In Gesprächen habe man ihm von Seiten der VR-Bank bereits signalisiert, dass eine kostenfreie Nutzung für Sparkassenkunden auch in Waldhausen möglich sei. 

Auf Nachfrage der SchwäPo sagt Ralph Vogelmann, Bereichsleiter für das Privatkundengeschäft der VR-Bank Ostalb, dass das, was in Ebnat oder in Iggingen aktuell funktioniere, theoretisch und technisch auch für Waldhausen machbar sei.  „Wir sind gesprächsbereit“, stellt Vogelmann fest und bestätigt damit indirekt die Aussage von Ortsvorsteher Patriz Gentner.

Briefe und Gespräche

Der spricht im Ortschaftsrat davon, dass er nicht tatenlos gewesen sei und es bereits mehrfach bei der Kreissparkasse versucht habe – in Gesprächen, wie auch schriftlich. „Wir Waldhäuser sind es wohl der Kreissparkasse nicht wert“, sagt Gentner über seinen Misserfolg. Er habe sich sogar an Landrat Dr. Joachim Bläse gewandt.  Aber die Sparkasse mache lieber eine Filiale in Waldhausen zu und eröffne dafür eine nagelneue in Ebnat, kritisiert Gentner weiter.

Herbert Jo Brenner legte den Finger in die gleiche Wunde. Es gebe Senioren, die kämen nicht so einfach nach Ebnat. „Das ist diskriminierend“, sagt er und fügt an, der Kunde sei König. Hinzu komme der ökologische Aspekt, wenn man trotz eines Bankautomaten am Ort bis nach Ebnat fahren müsse, um kostenlos Geld von seinem eigenen Konto zu erhalten.

Gemeinnützigkeit der Sparkasse

„Im Verwaltungsrat der Kreissparkasse sitzen Politiker, die lassen das alles geschehen“, sagt der CDU-Ortschaftsrat weiter und spielt damit auf die Aufgaben des Verwaltungsrats und die Gemeinnützigkeit der Sparkassen gleichermaßen an. Die Waldhäuser Räte hätten sich um eine Lösung bemüht, so Herbert Brenner.

Das sagt die Kreissparkasse

Indessen beruft man sich bei der Kreissparkasse auf die Wirtschaftlichkeit, ohne konkret auf die Frage nach einem gemeinsamen Bankautomaten zu antworten. „Das veränderte Kundenverhalten und auch die Notwendigkeit zur Realisierung von Einsparpotenzialen – angesichts der für Banken und Sparkassen zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – machen solche Straffungen des Filialnetzes inklusive der ebenfalls kostenintensiven SB-Infrastruktur leider alternativlos“, teilt Holger Kreuttner auf Anfrage der SchwäPo mit. Im Zuge der Neuausrichtung der Vertriebswege der Sparkasse habe man bereits 2018 die Zusammenlegung der beiden Sparkassenfilialen Ebnat und Waldhausen beschlossen, so der Sparkassen-Pressesprecher weiter. „Wir haben dies vor Ort transparent kommuniziert – auch in Richtung des Ortsvorstehers – und dann im November 2021 konsequent umgesetzt“, sagt Kreuttner.  

Noch geben die Waldhäuser Räte nicht auf. „Wir werden weiter nach einer Lösung suchen“, sagt Ortsvorsteher Gentner in der abendlichen Sitzung und erhält über die Fraktionsgrenzen hinweg Zustimmung.

Wir sind gesprächsbereit.“

Ralph Vogelmann, Bereichsleiter bei der VR-Bank Ostalb

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