Waldhäuser Kita-Neubau schlägt hohe Wellen

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Seit Monaten geht es mit dem Kita-Neubau in Waldhausen nicht weiter. Herbert "Jo" Brenner, CDU-Gemeinderat und CDU-Fraktionsvorsitzender in Waldhausen, empört sich: "Keiner aus der Aalener Stadtverwaltung hat den Mut, mir zu sagen, es fehlt am Geld!"
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Warum Herbert "Jo" Brenner, CDU-Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender im Ortschaftsrat Waldhausen, richtig sauer auf die Aalener Stadtverwaltung ist.

Aalen-Waldhausen

Die Eröffnung der neuen Kindertagesstätte in Waldhausen ist in weite Ferne gerückt. Von dem Gebäude hinter der Grundschule, das einst drei Gruppen, ein großes Bistro und einen Inklusionsraum beherbergen soll, steht seit Monaten nur das Gerippe aus Betonfertigteilen.

„Aufgrund von Rohstoffengpässen hat sich die Bauzeit verzögert“, informiert der städtische Pressesprecher Sascha Kurz auf Anfrage. Sollten alle fehlenden Gewerke jetzt ohne weitere größere Zeitverzögerungen ausgeführt, und die Fenster noch in diesem Jahr montiert werden können, könnte der Bau im Oktober 2022 fertiggestellt werden. So die Aussage der Stadtverwaltung. Deren vorläufige Prognose: „Spätestens Ende 2022 soll die neue Kita in Waldhausen funktionsfähig sein. Und ab Juni 2022 können dann Anmeldungen für die neue Kita entgegengenommen werden.“

Eltern hängen in der Luft

Viele berufstätige Waldhäuser Eltern hängen nun in der Luft, weil sie am Ort keinen Kita-Platz mit flexiblen Öffnungszeiten finden. So etwa Daniel Ditzinger (35), Vater der zweijährigen Sophie. „Als meine Frau mit unserer Tochter schwanger war, hat uns OB Thilo Rentschler 2018 bei seiner Sommertour durch Waldhausen versprochen: Wenn Ihre Tochter zwei Jahre alt ist, wird sie in den neuen Kindergarten gehen können“, erinnert er sich. Im Oktober dieses Jahres wird Sophie drei. Ihre Eltern hatten Glück, seit April hat sie einen Kindergartenplatz in der katholischen Kita „Maria vom guten Rat“ – dem bislang einzigen Kindergarten in Waldhausen, allerdings ohne flexible Öffnungszeiten. „Mein Bruder“, erzählt Ditzinger weiter, „hat für den neuen Kindergarten eine Zusage für Juni 2022. Aber das wird ja nun auch nichts.“

1 Was "Jo" Brenner der Aalener Stadtverwaltung vorwirft: Herbert „Jo“ Brenner, CDU-Gemeinderat, CDU-Fraktionsvorsitzender im Ortschaftsrat Waldhausen und Mitglied im Ältestenrat der Stadt Aalen, ist richtig sauer. Zum einen, weil der Kindergartenbau schon seit fünf bis sechs Monaten stockt. Zum anderen aber vor allem, weil die Kita seiner Aussage nach 100 Quadratmeter kleiner ausfallen wird, als ursprünglich geplant. Der Aalener Stadtverwaltung wirft Brenner vor, den räumlichen Umfang der Waldhäuser Kita reduziert zu haben, um eine Finanzierungslücke beim gleichzeitigen Bau der Kita in Dewangen zu stopfen.

„Keiner hat den Mut, mir zu sagen, es fehlt am Geld. Es geht um einige hunderttausend Euro, die gestrichen wurden“, behauptet Brenner. Das habe er in der Ältestenratssitzung am 29. Juni 2020 „so nebenbei“ von Baubürgermeister Wolfgang Steidle erfahren.

Die Stadt zur Einsparung: „Ja, die Kosten wurden bei der Kita in Waldhausen überschritten“, antwortet Pressesprecher Sascha Kurz. Durch die Umplanungen konnten 300 000 Euro eingespart werden. Die Kosten liegen seiner Aussage nach dennoch in Höhe des Planansatzes. Man habe versucht, eine dennoch „nachhaltige und wertige Lösung“ für die Kinderbetreuung zu finden.

Zur Reduzierung des Umfangs: Die „eigentlichen Betreuungsräume“ seien in ihrer Dimension nicht geändert worden. Die Umplanung sei ein Ergebnis der Anmelde-Situation vom Sommer 2020 im Kita- und Schulbereich. Durch die Umplanung werde das gemeinsame Bistro für die Verpflegung der Grundschüler und der Kita größer, dafür aber das Foyer und der Windfang kleiner. „Dafür wurden für den Außenspielbereich anstatt 90 000 dann 320 000 Euro einkalkuliert, für Spielgeräte und sonstige hochwertige Möglichkeiten für Spiel und Motorikschulung“, so der Stadtsprecher.

2 Container als Zwischenlösung auf dem Kleinspielfeld? Weiter befürchtet Jo Brenner, dass die Stadtverwaltung eine Containerunterbringung als Zwischenlösung anbieten wird. Wie er gehört habe, sei als Standort dafür das Kleinspielfeld bei der Grundschule vorgesehen. „Das wird nicht funktionieren“, betont Brenner. „Dort gibt es keinerlei Infrastruktur, kein Leitungsnetz.“

Das erwidert die Stadt: Nach Aussage des städtischen Pressesprechers sei Anfang September bei einem Vor-Ort-Termin der städtischen Fachämter gemeinsam mit Ortsvorsteher Patriz Gentner eine Containerlösung erst einmal hintangestellt worden. „Es wird eine mögliche Lösung im Grundschulgebäude favorisiert.“ Dazu sei aber noch eine Zustimmung des Landesjugendamtes notwendig. Für die Zwischenzeit wolle die Stadt zudem versuchen, einige zusätzliche Betreuungsplätze in der katholischen Kita in Waldhausen zu schaffen.

3 Um wie viel teurer wird der Kita-Neubau nun wirklich? Dazu, so Kurz, ließe sich derzeit noch keine genaue Aussage treffen. Im städtischen Haushalt seien 2,64 Millionen Euro für die Kita und 450 000 Euro für die Schultoilettensanierung vorgesehen. „Nach der Kostenaktualisierung im Herbst 2020 werden die Brutto-Gesamtkosten bei 3,35 Millionen Euro liegen, inklusive Sanierung der Schultoiletten“, so der Pressesprecher. Abzüglich der 450 000 Euro für die Toiletten komme die Kita also auf 2,9 Millionen Euro. Bereits im September 2020 habe die Gebäudewirtschaft auf eine „nicht wesentliche“ Überschreitung des Haushaltsansatzes hingewiesen. Kurz: „Sobald diese Überschreitung bezifferbar ist, wird sie den Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt.“

  • Einen Sachstandsbericht zum Kita-Bau in Waldhausen soll es in öffentlicher Sitzung im Ortschaftsrat Waldhausen am 21. September geben.
Das Kleinspielfeld bei der Waldhäuser Grundschule eigene sich auf keinen Fall für eine Container-Zwischenlösung, betont Herbert "Jo" Brenner.
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