Waldhäuser Steige: OB wirbt für ein Ende der gegenseitigen Blockaden

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Nur eine Gegenstimme: Wie der Ortschaftsrat Waldhausen ruhig und sachlich einen Kompromissvorschlag in Sachen Radweg aufs Härtsfeld erarbeitet.

Aalen-Waldhausen. "Wenn alle Lösungen keine Mehrheit bekommen, bleibt alles so, wie es ist." Mit diesen Worten warb Oberbürgermeister Thilo Rentschler am Dienstagabend im Ortschaftsrat Waldhausen für einen Kompromiss in Sachen Radwegverbindung aufs vordere Härtsfeld.

Die Verwendung von "Horrorszenarien" bei der Argumentation für oder gegen dies und jenes. Ein seit über 30 Jahren währendes Gezanke um sinnvolle Lösungen in Sachen Radeln hoch aufs oder runter vom Härtsfeld. Dazu ein nach streng eingehaltenen Coronaverhältnissen randvolles Bürgerhaus und der immer noch schwelende Streit in Sachen Kita-Verfahren zwischen "Joe" Brenner und der Stadtspitze. Die Sitzung des Ortschaftsrates am Dienstagabend in Waldhausen hätte wahrlich hohes Ausrast-Potential gehabt. 

Das dem überhaupt nicht so war lag zum einen an einem sehr souverän auftretenden und stark argumentierenden Oberbürgermeister Thilo Rentschler und zum anderen an den Waldhäuser Räten, die ganz genau wussten was sie wollten. Letztendlich war das Ergebnis klar und deutlich bei nur einer Gegenstimme durch Gabriele Ceferino Conception (Bündnis 90/Die Grünen). 10 Waldhäuser Räte und Ortsvorsteher Patrizius Gentner sprachen sich für folgende Drei-Punkte-Lösung aus: Offenlassen der K3291 "Waldhäuser Steige" für den Individualverkehr. Ein Tempolimit von 50 km/h auf dieser Strecke für mehr Schutz der Fahrradfahrer auf dieser auch als Radwanderweg ausgewiesenen Strecke und dazu eine zusätzliche Öffnung der Schätteretrasse für Radfahrer allerdings mit deutlicher Priorisierung für die Fußgänger durch das Verkehrszeichen "Gehweg" mit dem Zusatzschild "Radfahrer frei". Zusätzlich dazu solle auch eine Öffnung des Tunnels in den Sommermonaten angedacht werden.

Zum Hintergrund

"Wir befinden uns in einem unlösbaren Zielkonflikt und müssen endlich aufhören, uns zum Gespött zu machen", forderte der OB im Vorfeld der Diskussion und traf damit auf breite Zustimmung. Deutlich dann sein größter Wunsch: Eine endgültige Abstimmung im gesamten Aalener Gemeinderat über eine Kompromisslösung. Das Ganze unabhängig von Fraktionszwängen und politischen Ansichten, sondern ganz im Sinne der Gesamtsache jeder Rat für sich. "Das Ganze wäre eine kommunalpolitische Leistung, die nicht getoppt werden könnte" und "wenn wir das hinkriegen wäre das eine Sternstunde der Demokratie" warb der OB weiter und schloss fast ein wenig pathetisch: "Egal welche Lösung kommt, man tritt immer jemanden auf die Füße. Ich warte jetzt in aller Demut und völlig neutral auf das Ergebnis." Worum es letztendlich ging machte dann Jörg Mößner (UBL) resolut klar und deutlich: "Es ist unglaublich. Alle unsere Ideen und Vorschläge werden torpediert". Dem schloss Stephan Borst (UBL) die Frage an: "Was ist eigentlich aus dem Pilotversuch mit der Freigabe der Schätteretrasse für den Radverkehr geworden?". Beides fand hörbaren Anklang auch beim Publikum. Zumindest auf die Frage gibt es auch eine klare Antwort: Der Pilotversuch wurde vom AUST (Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik) schlichtweg nicht befürwortet.   

Stimmen aus dem Ortschaftsrat

  • OB Thilo Rentschler: "Ein Ausbau der Schätteretrasse zu einem kombinierten Fuß- und Radweg nach heutigen Vorschriften ist schlicht und einfach nicht mehr zu realisieren. Eine Öffnung des Tunnels wäre vielleicht lösbar, aber nur mit unzähligen Genehmigungsverfahren"
  • OB Thilo Rentschler: "Wie es nicht geht, weiß die Stadt mittlerweile wohl am besten. Alle leidenschaftlichen Diskutanten blockieren sich gegenseitig. 
  • Joe Brenner: "Ich gebe dem OB recht, wir dürfen uns nicht mehr lächerlich machen. Die Waldhäuser Steige ist allerdings für uns hier oben lebenswichtig."
  • Gabriele Ceferino: "Ich bin für die Sperrung. Damit können wir Menschen hin zu Fahrrad und öffentlichen Nahverkehr bewegen. Wir haben Verantwortung für die Zukunft und müssen an die Klimaziele denken.
  • Stephan Borst: Der Vorschlag Sperrung ist weltfremd und völlig daneben gegriffen.
  • Harald Drabek: "Warum keine Kompromisse? Eine Sperrung ist sogar kontraproduktiv für die Klimaziele weil die Menschen dann halt einen längeren Weg fahren."
  • Patrizius Gentner: Es gibt 1000 Wege, wo ein Miteinander von Fußgängern und Radfahrern ganz prima funktioniert. Das blockieren bei uns nur einige wenige.

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