Warum Neresheim kein Hotspot ist

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Nicht ganz so sonnig wie im vergangenen Jahr ist derzeit die Stimmung auf dem Härtsfeld und in Neresheim. Dort ist die Inzidenz gestiegen. Aktuell sind 34 Personen wegen Corona in Quarantäne. Die Inzidenz liegt am Montagnachmittag für die Gesamtstadt bei 238,7. Archivfoto: dat
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Die Ursachen der hohen Sieben-Tage-Inzidenz von 500 in der Härtsfeld-Metropole. Was die Zahlen beeinflusst und warum Thomas Häfele die Gemeinderatssitzung um eine Woche vertagt.

Neresheim

Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 500 vermeldet Neresheim am Sonntag in einer Presseerklärung und sagt die für Montag geplante Gemeinderatssitzung ab. Wer das liest, erschrickt. Eine enorm hohe Zahl. Da versteht jeder auch Bürgermeister Thomas Häfele, der sogleich reagiert, auf Sicherheit bedacht ist und, wie er sagt, als „reine Vorsichtsmaßnahme“ die Sitzung um eine Woche verschiebt und dann „auf digital umsteigt“.

Doch wie erklärt sich die hohe Sieben-Tage-Inzidenz. Wie Häfele andeutet, ist Neresheim nicht alleine betroffen. „Es gibt weitere Kommunen im Ostalbkreis, die aktuell ebenfalls einen hohen Inzidenz-Wert haben“, sagt der Härtsfeld-Schultes, ohne Orte zu nennen.

Da wird Susanne Dietterle, Pressesprecherin des Landratsamts deutlich. Sie nennt Riesbürg mit einer Inzidenz von 531 als Spitzenreiter, gefolgt von Westhausen mit 359,6 und Essingen mit 327. Doch die Kreissprecherin relativiert die Zahlen sogleich. „Das Problem bei hohen Inzidenzen in kleinen Orten liegt im Verhältnis von neu Erkrankten zur geringen Einwohnerzahl.“ In Riesbürg seien das „lediglich“ 14 Fälle auf 2200 Einwohner, das entspreche 0,62 Prozent der Bevölkerung; in Westhausen seien das 35 Fälle auf 6100 Einwohner und in Essingen gebe es 26 neu Erkrankte bei 6200 Einwohnern. Wenn nun in einem kleinen Ort wie Obergröningen mit circa 450 Einwohnern zehn neue Fälle, verteilt auf zwei Familien, hinzukämen, ergebe das eine Sieben-Tages-Inzidenz von 2222. „Deshalb errechnet man die einzelnen Inzidenzen von Städten und Gemeinden nicht“, sagt Dietterle; das Landesgesundheitsamt lege daher den Fokus lediglich auf Land- und Stadtkreise, was auch sinnvoll sei.

Mit Blick auf die Neresheimer Daten sagt Susanne Dietterle: „Ein Inzidenz-Wert, der zu hoch gegriffen ist.“ Das gebe das Zahlenwerk der vergangenen sieben Tage so nicht her. Indessen verweist Häfele auf wiederholte Berechnungen seines Hauptamts, mit einer entsprechenden Inzidenz am vergangenen Donnerstag von knapp 500. Einig sind sich Häfele und die Kreissprecherin darin, dass am Montagnachmittag der Wert bei 238,7 liegt.

Als eine Ursache vermutet Häfele die vermehrten Kontakte während der Osterfeiertage. „Insgesamt ist das Infektionsgeschehen jedoch diffus“, meint der Schultes und zeigt sich erleichtert, dass die Werte – am Montag sind das 34 Fälle – sinken.

Es gibt weitere Kommunen im Kreis, die einen hohen Inzidenz-Wert haben.“

Thomas Häfele, Bürgermeister

Wie sich der Inzidenz-Wert errechnet

Definition: Die Sieben-Tage-Inzidenz ergibt sich aus der Anzahl der neue gemeldeten, per PCR-Test bestätigten Corona-Fälle je 100 000 Einwohner während eines Zeitraums von sieben Tagen.

Das Beispiel: Man addiert alle neuen Fälle eines Kreises z. B. 100 pro Tag; teilt diese Zahl – 700 – durch die Zahl der Einwohner des Kreises – Ostalbkreis: 314 000 und multipliziert das Ergebnis mit 100 000. Das ergibt im Beispiel eine Sieben-Tage-Inzidenz von 222,9.

Konkrete Zahlen: Die Sieben-Tage-Inzidenz von Riesbürg beträgt am Montag über 531; in Westhausen 359,6 und in Essingen 337. Das sind laut Susanne Dietterle vom Landratsamt die Kommunen im Kreis, die den höchsten Inzidenz-Wert haben. Insgesamt haben aber 13 der 42 Städte und Gemeinden einen Inzidenz-Wert von über 250.

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