Abwasserbeseitigung neu und gemeinsam denken

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Die Kläranlage in Westhausen könnte laut Strukturgutachten zur Zentrallösung für die Abwasserbeseitigung des oberen Jagsttals werden
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Können die drei Kläranlagen Westhausen, Lippach und Lauchheim zusammengeführt werden?

Westhausen/Lauchheim Sie wollen die Abwasserbeseitigung zusammen angehen – die Gemeinderäte aus Westhausen und Lauchheim. „Um zukunftsfähig zu bleiben, gilt es nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen zu finden“, sagte der gastgebende Bürgermeister Markus Knoblauch bei einer gemeinsamen Sitzung am Mittwoch in der Turn- und Festhalle in Westhausen.

Deshalb habe man bereits im Jahr 2019 per Beschluss der Gremien ein Strukturgutachten in die Wege geleitet. „Die interkommunale Zusammenarbeit ist heute wichtiger denn je“, so Knoblauch, der das tolle Miteinander mit der Stadt Lauchheim hervorhebt. „Ich denke, es war eine gute Entscheidung, die Abwasserbeseitigung gemeinsam anzugehen und untersuchen zu lassen.“

Die Gründe, für eine mögliche zentrale Lösung beschreibt er so: „Um die gesetzlichen Vorgaben erfüllen zu können, müssen im Laufe der Jahre für die Kläranlagen Westhausen, Lippach und Lauchheim hohe Investitionen getätigt werden. An einem Standort macht das sicher mehr Sinn als an drei.“ Energie, Personal, Unterhaltungskosten – auch ein wirtschaftlicherer Betrieb könne ermöglicht werden. Dazu kämen die Erhöhung der Betriebssicherheit und ökologische Aspekte in Bezug auf die Reinigungsleistung.

Mehrere Alternativen

Das Ingenieurbüro Strobel aus Abtsmünd hat sich in die Thematik eingearbeitet und das Gutachten verfasst. Geschäftsführer Matthias Strobel nennt es „Strukturgutachten Abwasserbeseitigung Oberes Jagsttal“. In der Sitzung erfuhren die Gemeinderäte dass die vorhandenen Kläranlagen bereits an die Kapazitätsgrenze stießen und teilweise bereits überlastet seien. Auch dass ein biologischer und hydraulischer Ausbau nicht ausreichend wäre und es schon jetzt diverse Betriebsproblem gebe. Die vier möglichen Alternativen wurden von Mitarbeitern des Ingenieurbüros vorgestellt.

Alternative 1: Eine dezentrale Lösung mit Erweiterung der drei bestehenden Kläranlagen Westhausen, Lippach und Lauchheim liegt bei Investitionskosten von 24,3 Millionen Euro sowie laufenden Kosten in Höhe von 680 000 Euro pro Jahr.

Alternative 2: Eine Zentrallösung Lauchheim und Erweiterung Westhausen, bei der die Kläranlage Lippach stillgelegt und an Lauchheim angeschlossen würde, liegt bei 24,2 Millionen Euro Investitionskosten sowie 690 000 Euro laufenden Kosten.

Alternative 3: Eine Zentrallösung Westhausen mit Stilllegung der Kläranlagen Lippach und Lauchheim wurde mit Aerober Schlammfaulung (23,8 Mio. Euro, 610 000 Euro/Jahr) sowie Kompaktfaulung (25,0 Mio. Euro, 550 000 Euro/Jahr) errechnet.

Alternative 4: Eine Zentrallösung Westhausen mittels eines Neubaus mit Kompaktfaulung schlägt mit 29,2 Mio Euro sowie 530 000 Euro/Jahr zu Buche.

Dem Ergebnis des Strukturgutachtens nach, stelle sich nach Einschätzung des Ingenieurbüros die Alternative 3 mit Kompaktfaulung und Zentralisierung der Abwasserreinigung in Westhausen als am wirtschaftlichsten heraus. „Das ist entscheidend für eine mögliche Förderung der Maßnahmen“, so Matthias Strobel, der bei Annahme von 80 Prozent Förderung, die Eigenanteile für Westhausen und Lauchheim mit jeweils rund 5 Millionen Euro beziffert.

„Wir werden heute keine Entscheidung treffen“, so Bürgermeister Knoblauch. Demnach werde in den Gemeinderatsgremien Westhausen und Lauchheim noch einzeln beraten. Auch beim Regierungspräsidium würden die Alternativen noch vorgestellt, so dass frühestens im Jahr 2022 Untersuchungen weiterer Fachplaner und der Planungsbeginn erfolgen könnten.

Doris Weber

Bei einer gemeinsamen Sitzung erfuhren die Gemeinderäte aus Westhausen und Lauchheim über mögliche Lösungen zur Abwasserbeseitigung Oberes Jagsttal

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