B29: Umleitungsverkehr schlaucht alle

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Hier möchte keiner gerne ausweichen müssen. Auf den Nebenstrecken - wie hier im Bereich der Banzenmühle zwischen Lauchheim und Westerhofen - haben die Bankette bereits spatentiefe Löcher
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Weil die B29 zwischen Lauchheim und Westhausen gesperrt ist, nutzen Ortskundige lieber Schleichwege statt der offiziellen Umleitung. Was viele dabei ärgert.

Die dicksten Lastwagen rauschen über den Gehweg.“

Anwohner in Westerhofen

Lauchheim/Westhausen

Wenn einem der Schatten eines Kleintransporters im Nacken sitzt, gilt es aufzupassen. „Jetzt bloß keinen Schlenker machen und den Lenker ruhig halten“, denken seit Beginn der Sommerferien viele Radfahrer, die auf dem beliebten Kocher-Jagst-Radweg in Nähe der Kapfenburg unterwegs sind. Weil die Bundesstraße B29 zwischen Lauchheim und Westhausen wegen Sanierungsmaßnahmen voll gesperrt ist, stehen die Nebenstrecken als „Schleichwege“ gerade hoch im Kurs. Dabei ist die offizielle Umleitung ausreichend beschildert und Kraftfahrzeuge werden im Bogen weiträumig umgelenkt.

Das am meisten befahrene Sträßchen entlang der Jagst schlaucht beinahe alle. Anwohner klagen über das hohe Verkehrsaufkommen, die mit dem Rad unterwegs sind, wähnen sich in Lebensgefahr. Und Kraftfahrer fürchten die vielen Schlaglöcher am Straßenrand.

Mit am meisten betroffen ist die Engstelle an der Banzenmühle zwischen Lauchheim und Westerhofen. „Die Situation ist desaströs“, schreibt eine verzweifelte Leserin an diese Zeitung. „Im Kurvenbereich sammelt sich über die Regentage das Wasser. Mehrere Löcher säumen die Straße und am Fahrbahnrand hat sich ein tiefer Graben gebildet.“ Spatentief sei dieser inzwischen und stelle eine erhebliche Gefahr für sämtliche Verkehrsteilnehmer dar. Lediglich ein Hinweisschild „Bankette nicht befahrbar“ mache auf die Gefahrenstelle aufmerksam.

Die SchwäPo hat bei der Stadtverwaltung Lauchheim nachgefragt, was es mit den Schlammlöchern auf sich hat. „Das Problem liegt in der Entwässerung der Straße“ sagt Bürgermeisterin Andrea Schnele. Die Lösungsfindung gestalte sich jedoch schwierig, weswegen das Thema bereits im Gemeinderat behandelt wurde. „Wir sind aber an der Sache dran“, verspricht die Bürgermeisterin und bittet noch etwas um Geduld.

Beobachtungen, wonach der Bauhof die Bankette auf der Gemarkung Lauchheim schon einmal aufgefüllt habe, bestätigt Schnele. „Der Starkregen hat alles wieder weggeschwemmt“, bedauert sie. „Sobald die B29 freigegeben ist, werden die Bankette aber vom Land wieder ordnungsgemäß gerichtet.“

So wie auf der Gemarkung Westhausen, wo durch Ausweichverkehr ähnliche Schäden entstanden sind. „Da muss man Angst um seine Achse haben“, sagt ein Autofahrer, der lieber anhält und die anderen vorbeilässt, statt durch die Schlaglöcher am Rand zu fahren. „Manche weichen gar nicht aus“, erzählt einer, der beinahe von der Straße gedrängt wurde.

In Westerhofen stehen entlang des Gehwegs Warnbaken. „Da sind die dicksten Lastwagen einfach über den Gehweg gerauscht“, zeigt uns ein Anlieger Schäden an der neuen Pflasterung. Wo es von Westerhofen aus hoch zur Kapfenburg geht, ist derzeit Sackgasse. Trotzdem wurden schon Sattelzüge beobachtet, die an der Kuppe umkehren müssen. „Das sind dann solche, die über Apps nach Ausweichstrecken suchen“, erklärt sich jemand den Grund.

Christian Nagler vom Geschäftsbereich Verkehrsinfrastruktur des Landratsamts Ostalbkreis kennt die Problematik von fast allen Baustellen und gibt Entwarnung: „Wenn das Wetter mitspielt, wird die B29 im Bereich Lauchheim-Westhausen termingerecht zum 11. September fertig.“ Wie Nagler informiert werden derzeit die Zufahrten asphaltiert. Dann folgen die Fahrbahnmarkierungen und das Anbringen der Schutzplanken.

Noch bis 11. September dauert die Vollsperrung der B29 Lauchheim/Westhausen. Eine Umleitung ist ausgeschildert und erfolgt weiträumig aus Aalen kommend über die B290 – Röhlingen – L 1060 – K 3203 – Lippach – Lauchheim oder aus Röhlingen kommend weiter über die L 1060 – Zöbingen - Kerkingen – Bopfingen und umgekehrt.

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