Beim Berggottesdienst berühren sich die Elemente

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Pfarrerin Ursula Lochstampfer und Pfarrer Dr. Pius Adiele freuen sich über den gemeinsamen Berggottesdienst an der Wildschützhütte Foto: we
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200 Gläubige erfahren an einem besonderen Ort die Botschaft, andere nicht aus dem Blick zu verlieren.

Lauchheim. Er hat schon eine fast magische Anziehungskraft - der ökumenische Berggottesdienst im Grünen, direkt an der Wildschützhütte des Schwäbischen Albvereins Lauchheim. Dabei gilt es erst einmal hundert Höhenmeter hinauf auf den Stettberg zurückzulegen, bevor nach einer kurzen Verschnaufpause und den Klängen des evangelischen Posaunenchors das Besondere von diesem Ort so richtig zur Geltung kommt. „Es ist einfach schön hier“, finden Karl und Fanny Maier. Das Wetter passt. „Der Herrgott meint es gut mit uns“, so die Senioren.

Während auf der Anhöhe dann doch ein herbstlicher Wind bläst, versammeln sich rund 200 Gläubige um den, mit Erntegaben geschmückten Altar. „Ich freue mich, dass wir diesen Gottesdienst gemeinsam feiern dürfen“, sagt die evangelische Pfarrerin Ursula Lochstampfer bei ihrer Begrüßung. „Das ist gerade in dieser von Krisen geschüttelten Zeit so wichtig.“

Hinsehen und Hinschauen

Der katholische Pfarrer Dr. Pius Adiele hat an diesem Nachmittag bereits einen Kittel mehr angezogen. Er spricht vom armen Lazarus und einem reichen namenlosen Mann, der aus Eigensucht und Hartherzigkeit die Not des Leidenden nicht sehen wollte. „Deshalb sind wir heute hier. Das Wort Gottes will uns das Hinsehen und Hinschauen lehren“, so Adiele. Nicht so wie in dem Gleichnis, das mit einem „Zu-spät!“ endet. „Ich darf den anderen nicht aus dem Blick verlieren – nichts auf die lange Bank schieben“, rät der Pfarrer.

Deshalb werden auch das Gottesdienstopfer, Spenden und der Erlös aus einer Bewirtung direkt an den Tafelladen Bopfingen und die Integrationshilfe Ukraine weitergegeben. „Da berühren sich Himmel und Erde“, singen am Ende die Gottesdienstbesucher, was auch diesem Platz an der Lichtung gelten könnte.

Mit Kaffee, Kuchen und Pfälzer Saumagen sorgen Mitglieder der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sowie des Schwäbischen Albvereins schließlich noch für Geselligkeit. ⋌Doris Weber 

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