Dreispurig über die Röttinger Höhe - RP stellt die Weichen

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Der Ausbau der B29 über die Röttinger Höhe könnte 2025 starten.
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Für den B-29-Ausbau zwischen Lauchheim und Aufhausen liegt nun der Planfeststellungsbeschluss vor.

Lauchheim/Bopfingen. Es erscheint fast wie eine unendliche Geschichte, nun könnte er aber doch noch wahr werden, der dreispurige Ausbau der B 29 zwischen Lauchheim und Aufhausen. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) mitteilt, wurde dort am Donnerstag, 22. Dezember 2022, der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau erlassen. Wann die Bauarbeiten starten? „Zügig“ heißt es dazu beim RP. In der Regel vergehen vom Planfeststellungsbeschluss bis zum ersten Spatenstich zwei Jahre - Anfang 2025 könnte daher der Baubeginn sein.

Die genehmigte Planung sieht nun vor, die etwa 2,8 Kilometer lange Strecke zwischen Lauchheim und Aufhausen dreispurig auszubauen. Die Baustrecke beginnt etwa 500 Meter östlich der Anschlussstelle Lauchheim-Ost und endet vor dem Ortseingang von Aufhausen.

Auf halber Strecke liegt der Knotenpunkt „Röttinger Höhe“, über den die Kreisstraße 3200 und ein öffentlicher Weg zum Holzsubmissionsplatz angeschlossen sind. Dieser Knoten mit Kreuzung soll mit einer Ampel geregelt, die Kuppe abgeflacht werden. Bopfingen und Lauchheim hatten hier stets einen kreuzungsfreien Ausbau gefordert - vergebens.

In den Steigungsabschnitten aus Richtung Lauchheim und Bopfingen sind die Zusatzfahrstreifen geplant. Bestandteil der Planung ist zudem ein Radweg zwischen „Lauchheim-Ost“ und „Röttinger Höhe“.

„Nach Anhörung und Abwägung aller vorgebrachten Argumente waren die alternativen Ausbauvarianten, welche zu größeren Eingriffen in Natur, Landschaft und Rechte Dritter geführt hätten, nicht zu bevorzugen“, teilt das RP weiter mit. Der nun erlassene Planfeststellungsbeschluss ermögliche den zügigen Ausbau der Strecke und damit die Entschärfung des Unfallschwerpunkts.

Mit dem Vorhaben seien zwangsläufig auch Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden, räumt das RP ein. „Beeinträchtigungen durch das Bauvorhaben werden soweit wie möglich vermieden beziehungsweise minimiert. Unvermeidbare Beeinträchtigungen werden dabei kompensiert“, schreibt das RP hierzu. Dies soll zum Beispiel durch den Rückbau versiegelter Flächen, die Anlage von Gehölzstrukturen mit extensiven Wiesenflächen, der Anlage von Baumreihen, der Anbringung von Nisthilfen und -kästen für Vögel und Fledermäuse, der Renaturierung eines verdolten Grabens und der Entwicklung von extensivem Grünland und Ergänzung des Ufergehölzsaums entlang der Jagst erfolgen.

Im November 2016 wurden Kosten von rund 8,7 Millionen Euro für die Maßnahme angesetzt, inzwischen dürfte die Summe wohl höher liegen. Eine neue Kostenrechnung wird folgen.

Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler freut sich, „dass es nach zehn Jahren endlich einen Planfeststellungsbeschluss gibt“. Vom Beschluss hat er über die Presse erfahren. „Merkwürdig“, findet er das. Er hofft nun, „dass es nicht weitere zehn Jahre dauert, bis die Straße fertig ist“. Schade sei, dass es keinen kreuzungsfreien Ausbau gebe, aber diese Lösung sei besser als die bestehende Lage, so Bühler.

Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele stimmt Bühler zu. „Gut, dass es hier endlich vorwärtsgeht und hoffentlich geht es schnell vorwärts“, sagt sie. Die B 29 sei eine Bundesstraße, weshalb für die Städte keine Kosten entstünden. Lauchheim werde aber den Bau nutzen, um den Hundesportverein an das Breitbandnetz anzuschließen. Dies sei bislang nicht möglich gewesen. Martin Simon

Der Planfeststellungsbeschluss und die Unterlagen können vom 30. Januar bis einschließlich 13. Februar 2023 unter www.rp-stuttgart.de unter Über uns > Abteilungen > Abteilung 2 > Referat 24 > Planfeststellungen > Aktuelle Planfeststellungsbeschlüsse eingesehen werden. Zusätzlich liegen der Planfeststellungsbeschluss in diesem Zeitraum bei den Städten Bopfingen und Lauchheim öffentlich aus.

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