Fünf Jahre Gebet - ununterbrochen, rund um die Uhr

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Verharren im Gebet oder „nur“ in meditativer Entspannung. In der Mutter-Teresa-Kapelle im Pfarrhaus Westhausen ist das möglich. Rund um die Uhr ist diese zugänglich für alle, die in der „Frucht der Stille“ Besinnung finden wollen. Foto: fm

In der Kapelle Heilige-Mutter-Teresa in Westhausen sind 150 Christen seit 2017 im Wechsel aktiv.

Westhausen. Seit dem 5. Oktober 2017 wird in der Mutter-Teresa-Kapelle, im katholischen Pfarrhaus in Westhausen, ununterbrochen gebetet. Rund um die Uhr verharrt dort mindestens eine Beterin oder ein Beter vor Christus in Gestalt des Brotes.

150 Personen zählt der Beterkreis, dem Pfarrer Mathias Reiner für diesen „individuellen Gottesdienst“ persönlich danken will. Öffentlich geschehen soll das am 5. Oktober, um 19 Uhr, bei einem Vortrag in der Pfarrkirche St. Mauritius. Jedermann ist eingeladen. Anne Francois Vater aus München, Gründerin der Schule der Anbetung, spricht dabei zum Thema „Christus in der Eucharistie begegnen.“

Im Anschluss daran lädt das Koordinationsteam der Westhausener Anbetung zu einer Begegnung ein. Doch was ist eucharistische Anbetung? Bestimmt etwas „sehr Katholisches“ und passt das noch ins 21. Jahrhundert? So und ähnlich kann man es hören, wenn (noch) über Beten gesprochen wird. Die „Gretchenfrage“, aus Goethes „Faust“ bekannt „nun sag, wie hast Du‘s mit der Religion“, ist sie noch aktuell?

Solche Fragen und viele mehr sind beim Gespräch der Schwäbischen Post mit dem Koordinationsteam des Beterkreises der Kapelle-Mutter-Teresa aufgetreten. Brigitta Wigger (Westhausen), Gerlinde Weishäupl mit Tochter Stefanie (Lauchheim), Waltraud Liesch (Lippach-Berg) und Angela Kucher (Westerhofen) bilden ein Team, das dafür sorgt, dass zu jeder Tages -und Nachtstunde jemand zum Beten erscheint.

Rund 100 Personen, haben feste Betstunden und 50 Personen stehen zur Verfügung für den Fall, dass jemand eine Vertretung braucht. Frauen und Männer halten sich fast die Waage und darunter sind viele jüngere Menschen die „eine stille Stunde“ zu schätzen wissen.

Auch weite Wege scheuen Beterinnen nicht, über 40 von ihnen kommen aus anderen Gemeinden, die bis zu einem Radius von 30 Kilometern von Westhausen entfernt sind.

Das freut besonders Pfarrer Matthias Reiner, denn - und darüber besteht kein Zweifel im Frauenteam - ohne ihn gäbe es keine Anbetungskapelle im Pfarrhaus. Inspiriert von einem Vortrag auf dem Ellwanger Schönenberg konnte der Pfarrer seine Begeisterung weitergeben. Die Kapelle wurde eingerichtet und einige Handwerker haben einen respektvollen Beitrag geleistet und auf Entlohnung verzichtet.

Als dann Pfarrer Matthias Reiner Pfarrhausfrau Angela Kucher gesagt hat, „wir bekommen jetzt einen ständigen Gast ins Pfarrhaus“ habe sie ihn fragend angeschaut, berichtet Angela Kucher. Und schnell kam die Antwort „Jesus Christus, in der Gestalt des Brotes.“

Die Namensgebung „Heilige-Mutter-Teresa-Kapelle“ für den bewusst schlicht eingerichteten Andachtsraum im Pfarrhaus soll an die weltweit anerkannte Ordensfrau erinnern. Ihr gelebtes Beispiel ist es auch für die Frauen vom Team der Kapelle und sie sind sich einig, „aus dem ständigen Gebet hat sie Kraft bekommen für ihre gelebte Nächstenliebe, dem Dienst an den Ärmsten der Armen.“⋌ Franz Mayer

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