Großes in drei Monaten

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Wenn Klein oder Groß auf ihrem Weg von „A“ nach „B“ Unterstützung brauchen, kann der Fahrdienst des Krankenpflegevereins helfen Foto: Doris Weber
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Krankenpflegeverein organisiert in kurzer Zeit Fahrdienst.

Lauchheim. Neue Dinge angehen und sehen, wie sie sich entwickeln – das hat sich das Vorstandsteam des Krankenpflegevereins Lauchheim bei der Jahreshauptversammlung im April noch hinter die Ohren geschrieben. Unter dem Motto „Denk nach, mach mit: Wir helfen uns gegenseitig!“ durften sie kaum drei Monate später Großes entstehen lassen.

Während einer Infoveranstaltung ging es um den Aufbau eines Fahrdienstes in der Gemeinde. „Wir wollten zunächst abfragen, wer überhaupt Interesse daran hat und einzelne Fahrten übernehmen könnte“, sagt Vorstand Alfred Vetter im Gespräch mit unserer Zeitung. Gesucht wurden Frauen und Männer, die bereit wären stundenweise ortsnah und freiwillig mitzuwirken. „Ich kann keine Eier verkaufen, wenn ich die Henne nicht habe“, zieht Vetter einen Vergleich. Dass sich gleich fast ein Dutzend mögliche Fahrerinnen und Fahrer gefunden haben, freut ihn, denn der Bedarf sei da.

Mit dem Fahrdienst möchten die Verantwortlichen eine unbürokratische und schnelle Unterstützung für Menschen in Lauchheim und Westerhofen bieten. Mal ältere oder gehbehinderte Mitbürger zum Arzt und Therapeuten fahren, zum Einkaufen in örtlichen Geschäften, Dienstleistungsbetrieben oder einfach nur zur Kirche. Aber auch junge Familien könne Unterstützung geleistet werden, wenn etwa ein Elternteil ausfällt und dringende Fahrten anstehen.

Claudia Neher war in Doppelfunktion zu der Info-Veranstaltung gekommen. Als Kirchengemeinderätin – weil der Krankenpflegeverein zur katholischen Kirchengemeinde Lauchheim zählt – und als bereitwillige Fahrerin. Wir fragen nach, warum sie sich für den Fahrdienst zur Verfügung gestellt hat. „Ich bin jemand, der mitschaffen will“, erklärt sie. „Man kann nicht immer von der Gesellschaft fordern, dass irgendwer was macht. Jeder sollte sich selber einbringen – ganz nach seinen Möglichkeiten.“

Es ist genügend Geld für ein großes Auto da

Der Beteiligten genug hat der Krankenpflegeverein inzwischen sogar schon ein mögliches Fahrzeug angefragt.  „Es sollte wenigstens so groß sein, dass ein Rollator oder ein zusammenklappbarer Rollstuhl hineinpasst“, so Vetter. Geld genug habe man in der Kasse. Seit der Pflegereform wäre von den Mitgliedern nur wenig an finanziellen Hilfen abgerufen worden.

Nun hofft der Verein, dass der Fahrdienst nach den Sommerferien seine Tätigkeit „Kostenloser Fahrdienst“ aufnehmen kann. „Kostenlos bleibt das Angebot jedoch nur für die Mitglieder des Krankenpflegevereins“, betont Vetter, der Konflikte mit kommerziellen Anbietern vermeiden will. Wer nun Bedarf hat und nicht Mitglied im Krankenpflegeverein ist, dem sei trotzdem geholfen. Zwar betrage nach Neuaufnahme im Verein die Wartezeit zur Inanspruchnahme von Leistungen normalerweise 6 Monate, für die Fahrten wolle man diese Regelung aber ausdrücklich nicht anwenden.

Ist ein passendes Fahrzeug gefunden kann es losgehen. Gefahren wird im Umkreis von etwa 30 Kilometer, wochentags von 8 bis 17 Uhr und nach Absprache. Die Telefon-Nummer unter der man sich dann melden kann, wird der Krankenpflegeverein noch bekannt geben.

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