Hammelkuss und Heimeligkeit bei der Hirtennacht

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(v.re) Georg Ziegler, Thomas Graser und Matthias Kober geben der Krippe mit Tannenreisig den leztten Schliff Foto: Doris Weber
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Vorbereitungen für den 10. Dezember laufen. Was ab 16.30 Uhr in Westerhofen wartet.

Westhausen-Westerhofen.  Bald ist es wieder so weit. Die Hirtennacht steht vor der Tür und wie durch einen märchenhaften Winterzauber wird Westerhofen zu einem kleinen Hüttendorf mit flackerndem Kerzenlicht, duftenden Tannenbäumen und magischen Genüssen verwandelt. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren.

Lebensgroße Figuren

Gerade wird an einem zentralen Ort neben dem großen Weihnachtsbaum die Krippe aufgestellt. Die fast lebensgroßen Figuren sind von Wiebke Bader, einer Frau aus dem Ort, mit Kettensäge und Schnitzmesser geschaffen worden. Es fehlt nur noch etwas Tannenreisig für drumherum. Das erledigen ein paar Männer mit Fuchsschwanz und Akkuschrauber. Einige Frauen kommen dazu, bringen eine kleine Stärkung. Dabei erzählen sie über die Hirtennacht, die in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal stattfinden soll.

Es ist der Förderverein des Krieger- und Heimatvereins Westerhofen, der dafür sorgt, dass die Vorweihnachtszeit in dem 400-Seelen-Ort zu einem besonderen Erlebnis wird.

Wie alles begann

Dabei begann alles mit einem an sich schönen Weihnachtsbaum, der nur leider im unteren Bereich eine große Lücke hatte. „Wir standen davor und dachten, da fehlt irgendwas“, erinnert sich Georg Ziegler an eine Begegnung mit Kumpel Tomas Pertoll. So entstand die Idee einer Krippe und in Folge die der Hirtennacht.

Aus allen Himmelsrichtungen

Inzwischen pilgern immer am Vorabend zum dritten Advent unzählige Frauen, Männer und Kinder aus allen Himmelsrichtungen nach Westerhofen, um sich von der heimeligen Atmosphäre einfangen zu lassen. „Es ist wie bei einem Sternmarsch“, ziehen die Organisatoren einen Vergleich. Hin zu der Weihnachtskrippe, den vier rustikalen Holzhütten und der Sternentheke, um die sich nach zwei Jahren Pause sicher wieder die Menschen scharen werden.

Hunderte von Kerzen

„Wir zünden Hunderte von Kerzen auf dem Platz und den Fenstersimsen an“, weiß Simone Graser. Nur in den Hütten brenne elektrisches Licht. Wärmen können sich die Besucher an großen Holzöfen oder am Lagerfeuer. Dort wird Pfarrer Matthias Reiner für die kleinen Buben und Mädchen eine Weihnachtsgeschichte vorlesen. Dazu gibt es Musik durch die Sängergruppe Westerhofen, die Alphornbläsern und ein Weihnachtsensemble der Stadtkapelle Lauchheim. Auch kulinarisch lässt die Hirtennacht genießen mit Köstlichkeiten, wie „Schtrauba“, Flammkuchen oder Paul-Dieters Hirtentopf sowie ausgefallenen Getränken wie „Sternschnuppen“, „Hammelkuss“ oder „Schäfchentrunk“. 

Erlös für die Wohltätigkeit

Der Erlös der Hirtennacht soll wieder wohltätigen Einrichtungen für Kinder zu Gute kommen. Tanja Kober hat zusammengerechnet: „Seit Beginn im Jahre 2011 kamen über 30 000 Euro zusammen. Dazu 5400 Euro aus der Hirtennacht drhoim.“  Die „Zwangspause“ nutzten die Macher nämlich für die Spenden-Aktion „Zur Krippe her kommet“, wo großzügige Spender ein Westerhofener Hüttenbrettl als Dankeschön mit nach Hause nehmen durften.

Über mehrstellige Geldzuwendungen freuen konnten sich über die Jahre Institutionen wie der Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm oder der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst Ostalb/Heidenheim.⋌Doris Weber

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