Die Vermessung der Welt wird sichtbar

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Es freuen sich (von links) Steinmetz Ralf Pokorny, Erste Landesbeamtin Gabriele Seyfried, Staatssekretärin Andrea Lindlohr, Bürgermeisterin Andrea Schnele, der Präsident des Landesamtes für Geoinformation Robert Jakob und Hülens Ortsvorsteherin Eva Rösle
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In Lauchheim-Hülen wird der erste sichtbare Kontrollpunkt für Navigationsgeräte im Ostalbkreis feierlich enthüllt - in Anwesenheit von Staatssekretärin Andrea Lindlohr.

Lauchheim-Hülen

Wo bin ich gerade und wo geht es hin? Fragen wie diese, klärt ein Navi. Doch damit die Geräte funktionieren, muss zuvor gemessen werden, sind reichlich Geodaten nötig. Über diese wacht in Baden-Württemberg das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung. Ein Stück weit für jeden sichtbar wird dessen Arbeit nun in Hülen, unweit der Kapfenburg. Am Wanderparkplatz am nördlichen Ortsausgang Hülens, direkt am Hauptwanderweg II, wurde am Freitag der erste „Kontrollpunkt für Navigationsgeräte im Ostalbkreis“ enthüllt.

Großes Aufgebot im Regen. Andrea Lindlohr, die Staatssekretärin im Landesministerium für Landesentwicklung und Wohnen, hat sich angesagt. Begrüßt wird sie von Bürgermeisterin Andrea Schnele, Ortsvorsteherin Eva Rösler, von der Ersten Landesbeamtin Gabriele Seefried, dem Präsidenten des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung, Robert Jakob und von Lauchheimer Gemeinderäten und Hülener Ortschaftsräten. Auch Bauhofmitleute sind da. Sie haben die Stele und das Schild gesetzt. Den Stein, auf dem eine Erklärtafel prangt, hat Steinmetzmeister Ralf Pokorny unentgeltlich gefertigt.

Begrüßt wird die Staatssekretärin auch von drei Alphornbläsern um Roland Backes vom Albverein. In der Scheune des Ehepaars Sterz ist ein Rednerpult aufgebaut. Viele haben etwas zu sagen. Bürgermeisterin Schnele beispielsweise. Sie freut sich über die neue „Attraktion“ am Hauptwanderweg und dankt allen, die auch nur irgendwie an der Umsetzung beteiligt waren, allen voran dem Lauchheimer Robert Jakob. Der hatte vor Jahren die Idee, und hat nun auch den Stein gespendet. Passend zum Wetter „spendet“ Schnele der Staatssekretärin einen Regenschirm und lädt sie ein, sich später im Goldenen Buch der Stadt Lauchheim einzutragen.

Viel Lob für Geodäten

Wie wichtig die Arbeit des Bereichs Geoinformation ist, betont Gabriele Seefried. Auch Navigation basiere auf exakten geografischen Daten. Auf der Ostalb stammten diese aus dem Kreis-Liegenschaftskataster. 2000 bis 2500 Neubauten und Veränderungen gelte es hier Jahr für Jahr neu zu erfassen. Die Ostalb-Kataster seien stets aktuell, damit sei man führend im Land, lobt sie.

Für Staatssekretärin Lindlohr beweist der neue, sichtbare Kontrollpunkt auch die intakte Kooperation von Haupt- und Ehrenamt. Der Schwäbische Albverein sei nicht nur hier mit im Boot, sondern liefere allgemein ehrenamtlich für die Erstellung von Wanderkarten Hinweise auf Naturdenkmale oder touristische Sehenswürdigkeiten, die eingearbeitet würden. Wanderkarten würden immer noch genutzt, heutzutage aber mehr hybrid.

Exakte Geodaten seien unerlässlich zur digitalen Vermessung des Landes. Mit ihnen ließe sich auch die Innenentwicklung (Verkehr, Bebauung, Hochwasserschutz, etc.) im ländlichen Raum erfassen, dokumentieren und planen. Über mehrere 100 Terabyte solcher Daten verfüge das Landesamt für Geoinformation. „Das sind rund 25 Millionen Smartphonefotos, plus Luftbilder in einer Auflösung von zehn bis 20 Zentimetern sowie Daten aus Laserscanflügen mit 3-D-Daten bis zehn Zentimeter Genauigkeit, plus Drohenaufnahmen, plus Daten aus der klassischen Vermessung“, zählte sie auf. Vorbildlich funktioniere hier das Zusammenspiel zwischen Landesamt, Land, Kreisen und Kommunen, sagte sie. Das bestätigt der Lauchheim Robert Jakob als Präsident des Landesamtes. „Wir stellen heute fertig, was 2021 begann“, freut er sich über den sichtbaren Kontrollpunkt.

Messpunkte meist unter der Erde

Auf der Ostalb gebe es einige solcher Messpunkte, jedoch meist im Erdreich verborgen und so vor Zerstörung geschützt. „Das hier ist quasi der Open-Data-Teil unserer Arbeit. Hier kann jeder die Genauigkeit seines Handynavis prüfen“, lacht Jakob - und zeigt den Gästen danach, wie das praktisch gemacht wird.

Bei Speis und Trank wurde dann noch geplaudert.

Die große Tafel mit einem Erklärtext
Robert Jakob erklärt, wie gemessen wird.
Die Tafel mit der Anleitung zur Kontrolle mit dem eigenen Handy
Staatssekreterin Andrea Lindlohr bei ihrem Grußwort
Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele begrüßte die Gäste in der "kleinsten, aber schönsten Stadt im Ostalbkreis".
Erste Landesbeamtin Gabriele Seefried sprach ein Grußwort
Der Lauchheimer Robert Jakob, Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung, bei seinem Grußwort.
Viele Gäste kamen in die Scheune der Familie Sterz

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