Durchs Kugeltal zum Munitionsdepot

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Hier hat die Bundeswehr früher Munition gelagert. Heute hat die Anlage ausgedient. Graffitisprayer kommen offenbar hier vorbei.

Was vor Jahren noch durch Zäune versperrt war, lässt sich jetzt in gemütlichen zwei Stunden erwandern – das ehemalige Bundeswehr-Munitionsdepot bei Hülen.

Lauchheim-Hülen

Beinahe fünf Jahre ist es inzwischen her, dass über 30 000 Tonnen Stahlbeton aus einem Wald östlich von Hülen geschafft wurden. Wie viele LKW-Ladungen das waren, kann nur ein Fachmann abschätzen. Dass es aber nichts mit dem Steinbruch am Ortsrand zu tun hatte, steht fest.

Wir machen uns bei einer Wanderung auf, um die Stelle zu finden, die lange Zeit im Verborgenen lag und doch von immenser Bedeutung war. Es ist das ehemalige Munitionsdepot der Bundeswehr, das wir ansteuern oder vielmehr das, was ein Großaufgebot an Abrissbaggern und Planierraupen davon übrig gelassen hat.

Unsere Erkundungstour starten wir in Hülen an der Reithalle des Pferdesportvereins Schloss Kapfenburg. Von hier zieht sich ein ebener Weg durch das Kugeltal in Richtung Beuren. Wie so oft auf dem vorderen Härtsfeld bläst uns ein rauer Ostwind mitten ins Gesicht. Mit hochgezogenem Kragen wandern wir immer geradeaus und am Waldrand entlang bis wir bei Kilometer 3,5 an einer Weggabelung links abbiegen. Nach zehn Minuten endet der Schotterweg und geht in eine breite asphaltierte Fahrstraße über. Hier muss die Hauptzufahrt zum Munitionsdepot gewesen sein. Unser Ziel rückt also näher.

Noch während wir links abzweigen, stoßen wir auch schon auf eine alte, offene Lagerhalle. Ab jetzt behalten wir die Richtung vorläufig bei. Dann wird es plötzlich spannend. Nach gut einem Kilometer stehen wir vor zwei ausgedienten Bunkeranlagen mit breiten Mauern aus Beton und dicken Toren aus Stahl. Auf den angehäuften Hügeln dahinter wachsen haushohe Bäume, was wir als Zeichen deuten, dass die Anlagen schon älter sein müssen. Eher neuerlichen Datums sind dagegen die Hinterlassenschaften von Graffitikünstlern. Zwischen den großen Bunkeranlagen 1 und 2 gibt es zwei kleinere mit der Nummerierung 1a und 1b. Das war es dann aber auch schon mit dem alten Munitionsdepot. Die anderen Bereiche, an denen sich Bunker nur noch vermuten lassen, sind inzwischen aufgeforstet und mit jungen Bäumchen und Sträuchern bepflanzt.

Schließlich machen wir uns wieder auf den Rückweg, wandern weiter gen Hülen zu und queren die folgenden Kreuzungen immer geradeaus.

Wer früher einmal hier war, kennt noch die alte Not-Ausfahrt und die Zäune, die das Gebiet abgrenzten. Jetzt kann man sich auf den Wald-Sträßchen im Grunde überall frei bewegen.

An einem Jägerstand biegen wir scharf links ab. Nur noch ein kurzes Stück durch ein Wäldchen und schon stehen wir auf weiter Flur, von wo wir erst rechts mit Blick zur Kapfenburg und nach einem Bildstock links zur Reithalle weitermarschieren. Nach zwei Stunden und 8,5 Kilometer ist unsere geschichtsträchtige Wanderung geschafft.

Info: Bis zum Jahr 2016 standen neben Gebäuden für Kundendienst und Verwaltung insgesamt 28 Bunker und zehn Hallen im Wald bei Hülen. Als Munitionsdepot der Bundeswehr hat die Anlage bereits vor 1998 ausgedient. Was nach den Rückbauarbeiten noch übrig ist, dient der Forstverwaltung als Lagermöglichkeit und dem Naturschutz für die Fledermäuse.

Nach dem Rückbau des Munitionsdepots wurde Flächen wieder aufgeforstet.
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